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Konzert / Archiv | Beitrag vom 24.10.2014

Alte MusikDer große Unbekannte

Aufzeichnung von der Heidecksburg Rudolstadt

Les-Amis-de-Philippe (Matthias Kiesling)
Das Ensemble "Les Amis de Philippe" (Matthias Kiesling)

Die meisten seiner Werke sind bei einem Schlossbrand vernichtet worden. Wäre dieses Unglück nicht passiert, würde die Musikwelt Philipp Heinrich Erlebach heute besser kennen. Beim Thüringer Festival "Güldener Herbst" ist ihm auf der Heidecksburg in Rudolstadt ein ganzes Festkonzert gewidmet.

Er war Rudolstädter Hofkapellmeister: Philipp Heinrich Erlebach. Er lebte von 1657 bis 1714. Am vergangenen 17. April jährte sich sein Todestag zum 300. Mal. Das Festival GÜLDENER HERBST 2014 lädt deshalb ein zu einem monothematischen Konzert auf Schloss Heidecksburg – Erlebachs langjähriger Wirkungsstätte. In den 35 Jahren seiner Rudolstädter Zeit als »Capellmeister« am Hof des Grafen Albert Anton von Schwarzburg-Rudolstadt schuf der universale, gleichermaßen im französischen, italienischen und deutschen Stil bewanderte und immens fleißige Komponist mehr als 750 Werke zur Andacht, »Gemütsergötzung« und Prunkentfaltung. Er bediente dabei nahezu alle musikalischen Gattungen seiner Epoche. Etwa neunzig Prozent seines handschriftlich überlieferten Oeuvres wurden jedoch beim Schlossbrand von 1735 unwiederbringlich vernichtet.

Dieser Verlust wiegt umso schwerer, als Erlebach zu seiner Zeit als einer der bedeutendsten Tonsetzer galt, die in der Ära zwischen Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach in Mitteldeutschland wirkten. Dementsprechend kursierten glücklicherweise unter den Kantoren wiederum bereits vor dem Schlossbrand zahlreiche Kopien der Werke Erlebachs. So kann das Ensemble "Les Amis de Philippe" Kompositionen aus mehreren Schaffensepochen Erlebachs präsentieren.

Die bisher noch unedierten Aufführungspartituren hat der Musikwissenschaftler Manfred Fechner eigens für das Gedenkkonzert erstellt. Auf dem Programm stehen eine der berühmten Ouvertüren (1693) sowie zwei der geistlichen Kantaten (1708). Sie werden kontrastiert von zwei intimen, heutzutage wohl zum ersten Mal wieder erklingenden Kammerkantaten mit jeweils vierstimmiger Motette. Den festlichen Ausklang bildet die vollständige Wiederaufführung der 1708 im thüringischen Mühlhausen uraufgeführten dreisätzigen Repräsentationsmusik zu Ehren Kaiser Josephs I.

(Pressetext des Festivals)

 

Güldener Herbst 2014

Festsaal der Heidecksburg, Rudolstadt

Aufzeichnung vom 11. Oktober 2014

 

Philipp Heinrich Erlebach

Ouverture Nr. 3 C-Dur

Kantate „Gott will vor alle seine Gaben"

Aria No. IX à Canto e Alto „Ach! Mehr als zentnerschwere Last"

Kantate „Der Gerechte wird grünen"

Aria No. XI à Tenore e Basso „Ihr Augen, laßt euch nicht erschrecken"

Musicalia bey dem Actu Homagiali

Marsch

Serenata „Josephs neuer Kaiserthron"

Concerto „Exultemus, gaudeamus"

 

Dorothea Wagner, Sopran

Stefan Kunath, Altus

Tobias Schäfer , Tenor

Felix Schwandtke, Bass

Ripienistenensemble

Les Amis de Philippe

Leitung: Sebastian Knebel

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