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Feiertag - Kirchensendung / Archiv | Beitrag vom 13.09.2015

Allein, für Gott und die MenschenEin christlicher Eremit in Brandenburg

Von Elena Griepentrog, Berlin

Eine Jesusfigur unter einem Baum (picture alliance / dpa / Patrick Seeger)
Eine Jesusfigur unter einem Baum (picture alliance / dpa / Patrick Seeger)

Für viele fehlt es im schönen Brandenburg ein wenig an Leben und Gemeinschaft. In den Dörfern bleiben oft nur die Alten, und die Jungen ziehen in die Stadt. Es wird ein wenig einsam, der ideale Ort also für eine Einsiedelei, dachte sich Jürgen Knobel. Allerdings: So einfach ist es nicht.

Der kleine Ort Lindow liegt zwischen den hübschen Kulturstädtchen der alten Preußen, Neuruppin und Rheinsberg, rund 60 Kilometer nördlich von Berlin. Schon Theodor Fontane schrieb in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg“, Lindow sei so reizend wie sein Name. Wohl war. Das typisch märkische Örtchen liegt zwischen gleich drei Seen. Ein historischer Marktplatz. Eine wunderbar barocke evangelische Stadtkirche und viele schmucke Bürgerhäuser. Schon im 13. Jahrhundert ließen sich hier Ordensfrauen nieder, wie so oft in Brandenburg vermutlich Zisterzienserinnen. Reste des alten Klosters kann man noch immer besichtigen, umwunden von alten Sagen und Legenden wie der von der "schönen Nonne“. Am Rand von Lindow, mitten in einem parkähnlichen Garten, steht die denkmalgeschützte katholische St. Josefs-Kirche aus rotbraunem Backstein. Und in einem Anbau lebt, mitten im dünnbesiedelten Brandenburg, wo nur noch jeder fünfte einer Kirche angehört, mein Ziel für heute: ein christlicher Eremit, Jürgen Knobel:

"Für Lindow hat die Schönheit des Ortes gesprochen. Das war einfach eine angenehme Atmosphäre, eine gute Ausstrahlung. Es war die Geschichte der Zisterzienserinnen und nachher der evangelischen  Klosterfrauen, die hier gelebt haben und gebetet haben, das immer noch – für mich jedenfalls – zu fühlende geistliche Erbe dieser Ordensfrauen. Die Kraft ihres Gebetes über zwei, drei oder vierhundert Jahre und der Segen, der davon ausging.

Seine Eremitage hat Jürgen Knobel "St. Bernhard“ genannt, nach Bernhard von Clairvaux, dem Gründer des Zisterzienserordens. Der Eremit Jürgen Knobel ist kein wunderlicher Waldschrat mit Rauschebart, sondern: ein großer, schmaler Mann. Er wirkt jungenhaft – obwohl er locker über 50 ist. Der Begriff Eremit stammt vom griechischen Eremos ab und heißt so viel wie "Wüstenbewohner“ oder auch Einsiedler. Das Eremitentum ist eine uralte Lebensform, eine der ältesten der Menschheit. Seit Jahrtausenden ziehen sich einzelne Menschen aller Religionen zurück, um den tieferen Wahrheiten des Lebens näher zu kommen. In Deutschland gibt es derzeit rund 80 offiziell von der Kirche abgesegnete christliche Eremiten, Tendenz steigend. Das Eremitenleben scheint heute eine geheime Anziehungskraft zu haben.

Zur Stille hingezogen

Jürgen Knobel stammt aus einer kinderreichen, gläubig-katholischen Familie. Schon früh fühlte er sich zur Stille hingezogen, war der Introvertierteste unter den Geschwistern. Heute ähnelt sein Tagesablauf dem in einem Kloster. Frühes Aufstehen, dann eine längere Meditation, danach betet er das uralte Stundengebet der Klöster und liest die Heilige Messe. Denn Knobel ist, anders als fast alle anderen Eremiten, geweihter Priester. Deshalb feiert er jeden Sonntag in der Kirche auch eine öffentliche Heilige Messe. Mittags betet er wieder das Stundengebet, ansonsten steht für Jürgen Knobel tagsüber Arbeit an, körperliche auf dem großen Grundstück oder geistige am Laptop. Er schreibt geistliche Bücher, gibt Seminare und hat einen Lehrauftrag im Priesterseminar. Fernseher, Radio, I-Pod gibt es in der Klause nicht, auch kein festes Telefon. Ins Internet geht Knobel nur zwei Mal in der Woche, um Anfragen zu beantworten. Abends stehen wieder Meditation und das Stundengebet auf dem Programm. Wer beim Eremiten Knobel filmreife Ingredienzien wie exzessives Fasten, Selbstkasteiung oder eine eiskalte Zelle sucht, ist dagegen fehl am Platze. Seine so genannte Klause ist eine wohltuend sparsam, aber gemütlich eingerichtete kleine Wohnung, mit Heizung und Dusche. Es geht um ein einfaches Leben, nicht um demonstratives Leiden. Es gibt einen Besucherraum und eine Küche, zu seinem eigentlichen Wohnraum hat niemand außer ihm und dem Bischof Zutritt. Um seinen besonderen Lebensstil deutlich zu machen, trägt Knobel ausschließlich seine "Eremitenkluft“.

//"Also, hier auf dem Foto sehen Sie meine Eremitentracht, die geht zurück auf frühe Kleidungsformen auch der Antike und der frühen Mönche in der ägyptischen Wüste, bestehend aus einer weißen Leinenhose und einem großen, weiten, weißen Leinenhemd, mit einer Leinenkappe, und einem dunkelbraunen Schultertuch. Das ist die ganz frühe Vorform des Schultertuchs, das habe ich mir so kreiert aus historischen Quellen, um dieser besonderen Lebensweise, Lebensform auch ein Gewand zu geben, ein äußerliches. Es gibt noch eine einfache eremitische Kleidung, die ich trage, es gibt die Alltagskleidung, die besteht dann nur aus einer weißen Wollhose und einem braunen Pullover. Das, was ich jetzt gerade anhab." //

Auf das Leben in der abgeschiedenen Klause hat sich Jürgen Knobel viele Jahre lang vorbereitet. Ein wichtiger Schritt dabei war für ihn auch, mit rund 30 Jahren seine Heimat zu verlassen, das idyllische Meersburg am Bodensee.

"Sehr häufig bricht man eben tatsächlich aus der Heimat auf und begibt sich auf den Weg eines Abenteuers und überlässt sich der Vorsehung Gottes, seiner Leitung. Das hat so für sich einen besonderen Kick für das spirituelle Leben, es holte einen natürlich aus der  Bequemlichkeit heraus, es fordert einen. Und prüft einen auch, ob man jetzt wirklich auch bereit ist, etwas loszulassen."

Wer mit Jürgen Knobel sprechen will, klingelt an der Pforte. Manche Besucher wollen einfach mal einen Eremiten kennen lernen, andere sich etwas von der Seele reden. Wieder andere Besucher wollen nur die baugeschichtlich bedeutsame Kirche besichtigen – ohne mit ihm in Kontakt zu treten. Jürgen Knobel versteht sich als Seelsorger. Und als Hausmeister der Kirche, zu der keine Gemeinde mehr gehört. Manche Menschen kommen auch für ein paar Tage, schlafen in den einfachen Hütten auf dem Grundstück und teilen mit ihm den streng geregelten Tagesablauf. Sie alle sind willkommen. Einsamkeit und Ansprechbarsein greifen ineinander. Das wurde Knobel schon vor etlichen Jahren durch das Gespräch mit einem erfahrenen Eremiten klar:

"Während wir so sprachen, habe ich ihm so als Neuling gesagt, ja, wenn ich dann in meiner Klause bin, dann werde ich ja auch Ruhe haben, mich mit meinem Schreiben zu beschäftigen und so. Und dann schaut er mich ganz ernst und mit großen Augen an und sagt: 'Ja, Jürgen, Du glaubst doch nicht, dass Du dort Ruhe haben wirst!' Und das war eigentlich ganz gut. Denn er hat mich damit auf eine Grundwirklichkeit des eremitischen Lebens aufmerksam gemacht, dass es eben gerade nicht darum geht, im falsch verstandenen Sinne seine Ruhe zu haben, wie so ein Frührentner, der sich jetzt abschottet von der Welt. Sondern dass das Eremitenleben von jeher, seit Jahrtausenden, immer ein Leben für die anderen auch war."

Eine Ahnung, dass er irgendwann in der Abgeschiedenheit leben würde, hatte Jürgen Knobel schon sehr früh. Bereits mit 13 Jahren fühlte er zum ersten Mal die Magie eines inneren Friedens, erinnert er sich.

//"Da habe ich bei uns in Süddeutschland im Sommer einen kleinen Ausflug gemacht mit Freunden. Und ich habe mich dann da abgeseilt und wollte früher nach Hause. Und bin dann bei uns, wir haben ein sehr schönes Waldgebiet, mit dem Fahrrad gefahren und bin ganz, ganz zufällig auf so eine Lichtung geraten. Ich bin dann da reingegangen, und es war so einladend. Es war da so eine Höhle, und da hatte ich so das Gefühl: hier bleiben und hier so ganz plötzlich in diese Stille kommen. Es ist schwer zu beschreiben, es ist etwas, was einen zieht. Dieses Gefühl, hier alles zu finden. Lass dein Fahrrad stehen und gehe jetzt da in die Höhle, machst vielleicht noch ein Vordach, und dann wirst du hier alles finden. Du brauchst gar nichts anderes mehr."//

Doch bis zum Leben in der eigenen Klause war es noch ein weiter Weg. Zunächst rückte das prägende Erlebnis wieder in den Hintergrund. Knobel machte Abitur, studierte Kunst und restaurierte auf der Meersburg alte Gemälde. Er hatte eine Freundin und führte ein relativ normales Leben, erzählt er. Mit 30 Jahren warf er alles hin, er trat als Novize in den Franziskaner-Orden ein, verließ ihn aber nach eineinhalb Jahren wieder. Doch er fühlte sich zum Priester berufen. Er ging nach Berlin und wurde von dort auf die Philosophisch-Theologische Hochschule Heiligkreuz im österreichischen Wienerwald geschickt, zum Theologie-Studium. Schon bei seiner Weihe zum Priester war allen klar, dass er kein normaler Gemeindepriester werden würde. 16 Jahre lang verbrachte Jürgen Knobel jeden Sommer mehrere Monate bei einem erfahrenen Eremiten im Wald nahe seiner Heimatstadt. Dort bekam er so etwas wie eine Ausbildung für das eremitische Leben. Denn das ist bei allen beglückenden Erlebnissen wohl durchaus nicht immer einfach.

Für viele einfach nur "der Jürgen"

"Ein Wesenszug des eremitschen Lebens ist der Kampf mit den Gedanken, insofern ist eremitisches Leben ein Reifeprozess, seine innersten Gedanken, seine Regungen so unter Kontrolle zu bekommen oder noch besser zu reinigen durch die Liebe, dass nichts mehr zwischen Gott und mir als Barriere bestehen bleibt. Das ist natürlich ein sehr hoher Anspruch, dem man sich nur annähern wird, weil wir einfach unvollkommene, begrenzte Menschen sind. Aber es gibt Erfahrungen, dass da, wo dann die inneren Gedanken zurücktreten, eben das wirkliche Gebet beginnt, also das Sprechen mit Gott. Wo man in das große Geheimnis des Lebens hinein hören kann und auch Antwort erhält. Und dieser Dialog gehört zumindest für mich jetzt individuell zum Höchsten, was ich als Mensch erfahren und erleben darf."

Jürgen Knobel lebt als Eremit im brandenburgischen Lindow. Doch noch immer gibt es Menschen, für die er einfach nur "der Jürgen“ ist. Auch seine Familie kommt ihn gelegentlich besuchen. Gemeinschaft sei für alle Menschen lebenswichtig, sagt er. Denn gerade in Gemeinschaft, im wirklichen Miteinander von Menschen und auch in der Auseinandersetzung mit ihnen, können wir ja reifen und uns entwickeln.

//"Deswegen wird kein erfahrener Eremit jemand anderem raten, Eremit zu werden, ehe er nicht eine Schulung in der Gemeinschaft durchlaufen hat. Die kann da verschiedener Art sein. Es gibt Eremiten, die Familienväter waren, verheiratet und Kinder hatten, und sich dann später fürs eremitische Leben, wie Nikolaus von der Flüe, entschieden haben. In den Orden ist es Voraussetzung, dass man erst mal auch ein paar Jahre im Orden mitgelebt hat, bevor man jemanden in die Einsamkeit entlässt. Insofern setzt eremitisches Leben eine große Reife voraus, um dann diesen Weg, der wieder ein eigenes Abenteuer ist, bestehen zu können."//

Auch Jürgen Knobel hat nach seinen Jahren in Familie, in Beziehungen, einige Jahre im Kloster und in verschiedenen Kirchengemeinden gelebt und gearbeitet. Er sieht sich auch nicht als einen, der vor menschlichen Beziehungen geflüchtet ist.

//"Dieses Risiko, das haftet natürlich jeder Lebensform an, die jetzt eine Alternative zum ehelichen Leben darstellt. Ich würde sagen, dass hier die Zeit die Antwort gibt. Und die Zeit, in der jemand seine Lebensform lebt, als Mönch oder als Eremit, und was er an Früchten nach außen hervor bringt und wie Menschen von außen begegnen und welchen Eindruck diese Menschen dann mitnehmen von dieser Person, ist die Antwort. Ob bei dieser Person eine Beziehungsstörung vorliegt, ob er Egomane ist, der sich jetzt hier zurück zieht, ein Autist, autistische Züge oder was auch immer. So etwas scheitert, also, da kommt nichts raus, also in der Regel."//

Trotzdem ist es durchaus möglich, dass in der Einsamkeit psychische Probleme auftreten oder gar Krankheiten entstehen. Deshalb sollte jeder Eremit auch einen oder mehrere geistliche Begleiter haben, ein erfahrener Eremit oder eine Eremitin, die man regelmäßig spricht. Auch der Bischof greift ein, sollte es wirklich einmal brenzlig werden. So ist Gemeinschaft mit anderen Menschen auch heute durchaus ein Teil von Knobels Leben, allerdings eher als Ausnahme von der Regel. Neben den Gästen hat er vor allem mit anderen Eremiten Kontakt. Und dann gibt es noch das Eremitentreffen, bei dem sich alle drei Jahre Eremiten aus mehreren europäischen Ländern treffen.

Jürgen Knobel scheint seinen Platz im Leben gefunden zu haben, einen ungewöhnlichen zwar, aber eben genau seinen. Und doch. In mir bleibt die Frage. Warum macht Jürgen Knobel das alles? Was genau hat ihn schon so früh in die Stille, in die Abgeschiedenheit gezogen? Warum hat er sein ziemlich normales Leben gegen diese Lebensform eingetauscht? Was ist es, das er hier findet, ohne den täglichen Austausch mit einer Lebenspartnerin, vielleicht mit eigenen Kindern, mit Freunden?

"Rückzug ist also Programm, den Alltag, die Ablenkungen, die Zerstreuungen hinter sich zu lassen, und dieses aufgewirbelte Meer unserer Seele, diesen aufgewirbelten Teich unserer Seele durch alle möglichen Dinge, Nachrichten und Dinge eben des Alltags, zur Ruhe zu bringen, ganz zur Stille zu kommen, dass der Teich dann wie eine Spiegelfläche ruhend wird. Und dann durch diese Spiegelfläche hinein zu schauen, hindurch zu schauen und tiefere Geheimnisse unserer Lebens, unserer Seele, den Sinn unseres Daseins zu erkennen und aus dieser Erkenntnis Freude zu gewinnen. Und ein Schritt weiter: Dann den Geber, den großen Geber des Lebens, der für viele so unnahbar ist, Gott, zu begegnen, und in dieser Begegnung mit Gott die größte Freude nachher zu empfangen."

Das Gefühl, von der Kirche getragen zu sein

Das Leben hinter dem Leben. Ist es das eigentliche Leben? Oder sind es zwei Seiten einer Medaille, die sich gegenseitig brauchen? Leben Eremiten vielleicht nur die eine Seite mehr und die meisten Menschen vor allem die andere Seite? Jürgen Knobel spricht nur für sich, für ihn ist sein spezieller Lebensstil einfach seine persönliche Berufung.

//"Das heißt natürlich nicht, dass alle wie Eremiten leben sollen, um das Glück oder den inneren Frieden zu finden. Aber der Eremit weist mit seiner Lebensform auf etwas ganz Wesentliches hin, was auf diesen Pfad des Lebens, auf den Pfad der Erkenntnis hinweist. Es ist sozusagen wie so eine Fackel oder wie so ein Hinweisschild an der Autobahn und sagt: hier Auffahrt zum inneren Frieden, zum Sinn, zur Antwort auf die Frage, warum du überhaupt da bist."//

Und doch ist seine Lebensform als Eremit für Jürgen Knobel eben gerade keine Einbahnstraße. Sehr wichtig ist für ihn das Gefühl, von der Kirche getragen zu sein. Unterstützt auch von einem Förderverein, der auch mal ganz praktisch anpackt, wenn es auf dem großen Grundstück wieder etwas zu reparieren, zu pflegen, in Stand zu setzen gibt. Sehr willkommen geheißen auch von den evangelischen Christen in Lindow, in ihren Einrichtungen wie Gemeinde oder Seniorenzentrum ist er gern gesehener Vortragsgast. Knobels Augen leuchten still, aber sichtbar, als er vom Moment erzählt, als er im Sommer 2014 ganz offiziell in seine Klause einzog, unter großer Beteiligung.

//"Es war eine große Freude, natürlich. Die Anerkennung und das Ablegen der Gelübde sind ja noch mal ein besonderes Geschenk. Weil in und durch die Gelübde die ganz deutliche, auch öffentliche Eingliederung und die Anerkennung durch die Kirche in der Person des Bischofs deutlich wurde. Der auch selber hier war und sogar selber die Klause gesegnet hat, also auch durch die ganzen Räume, auch in den Klausurbereich natürlich hoch, was der Bischof ja darf, und dann alles hier gesegnet hat. Und in dem Fest auf der Wiese nebendran mit ca. 70 Personen, auch mit Schwestern, Mitbrüder aus der evangelischen Kirche, gefeiert haben. Das ist eben auch das, was mich trägt."//

Wenn diese geheimnisvolle Verbindung von Eremit und Gläubigen nicht da sei, dann sei es noch kein wirkliches Eremitenleben, sagt Jürgen Knobel. Und nur so kann er wirklich nach innen gehen, in die Stille hören, in die Tiefen des Lebens vordringen.

Vielleicht sind Menschen wie Jürgen Knobel einfach ein Geschenk für die Kirche und auch für die Welt. Er scheint mir wie eine Oase zu sein, für alle, die im Gewühl des Alltags die Tiefendimension des Lebens immer wieder verlieren. Doch genau die ist es ja, in der wir wirklich glücklich sind. Er betet für uns alle, auch für spezielle Anliegen. Ich finde es beruhigend zu wissen, dass sich Eremiten überall in Deutschland Zeit nehmen für diese besondere Form, andere Menschen und das Land zu unterstützen. Und zu Eremiten wie Jürgen Knobel kann jeder kommen, der sich wieder daran erinnern möchte. An das, was wirklich zählt im Leben.

 

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