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Thema / Archiv | Beitrag vom 25.02.2010

Alice Schwarzer: Käßmann hat sich "fundamental in Frage gestellt gesehen"

Publizistin: Mehrheit der Männer wäre nicht zurück getreten

Alice Schwarzer (AP Archiv)
Alice Schwarzer (AP Archiv)

Die Publizistin Alice Schwarzer hat tiefes Bedauern über den Rücktritt Margot Käßmanns von ihren kirchlichen Ämtern geäußert. Sie hätte sich gewünscht, dass Margot Käßmann durchhalte und mit ihrer Scham leben könne, sagte Schwarzer.

Die Gründe für den Rücktritt hätten auch mit der Persönlichkeit der ehemaligen Bischöfin zu tun. Sie verfüge über ein hohes Maß an Integrität und Anspruch an sich selbst: "Vielleicht ist das ein zu absoluter Anspruch gewesen."

Frauen neigten in solchen Situationen eher zu einer moralischen Lösung, äußerte Schwarzer: "Sie lassen sich anscheinend auch leichter verunsichern. Sie können schwerer damit umgehen, wenn sie versagt haben." Offensichtlich habe sich Käßmann nach ihrem Vergehen "fundamental in Frage gestellt gesehen".

Sie sei der Überzeugung, dass die Mehrheit der Männer wegen einer solchen Sache nicht zurück getreten wäre, betonte Schwarzer. Die tief ethisch denkende Käßmann habe sich in dieser Frage strenger beurteilt als es ein Kollege in einer vergleichbaren Situation getan hätte. Darüber hinaus bewerte die Gesellschaft Alkoholkonsum immer noch unterschiedlich: "Ein Mann, der trinkt, der ist fidel." Dagegen frage man sich bei einer Frau: "Hat die Kummer? Was säuft die denn da weg?"

Sie können das vollständige Gespräch mit Alice Schwarzer mindestens bis zum 25.7.2010 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

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