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Tonart | Beitrag vom 10.07.2018

Album für den Sommer: "Rated R" von Queens of the Stone AgeMusik für die Fahrt im verbeulten Cabrio

Von Jenny Zylka

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Queens of the Stone Age bei einem Konzert (ANP / epa / Paul Bergen / dpa)
Queens of the Stone Age bei einem Konzert (ANP / epa / Paul Bergen / dpa)

Stoner Rock, das sind Gitarren, Substanzen und Männer, die sich mit oder aufgrund dieser Substanzen alles zutrauen. Die Queens of the Stone Age beherrschen hier das gesamte Repertoire. Und darum ist ihr Album "Rated R" auch ein ganz klares Sommeralbum.

Die letzten großen Schlagzeilen der Queens of the Stoneage stammen aus dem Jahr 2017. Damals hatte Frontmann Josh Homme auf einem Konzert einer Fotografin gegen den Kopf getreten. Allerdings hat er sich dafür auch entschuldigt. Und als eine Art Kommentar zu diese Episode könnte man auch das Album "Rated R" der Band nehmen, also als Sommeralbum, dass den Exzess würdigt und also auch entschuldigt: 

"Nicotin, Valium, Vicodin, Marihuana, Ecstasy and Alcohol..." singen sie da und nennen es "Feel Good Hit of the Summer". Und da fehlt eigenlich nur noch: "Co... Co... Coo Cocaine" - was sonst. Angeblich sang Josh Homme in dem Song einfach nur den Tour Rider runter, also die interne Bandwunschliste von dem, was alles im Backstage-Bereich bereit stehen soll.

Ein lustvolles Bekenntnis zum Konsum

"Rated R" stammt aus dem Jahr 2000 und beginnt eben hier mit diesem lustvollen Bekenntnis zum Konsum.

Für die Musikjournalistin Jenny Zylka allerdings gibt es einen Song auf "Rated R", der das Album zu einem typischen Sommeralbum macht: "'The Lost Art of Keeping a Secret' spielte die Band an einem sonnigen Nachmittag 2001 beim Roskilde-Festival, beim ersten Live-Konzert, das ich von ihr erleben durfte. Dabei sah ich auch, wie groß Josh Homme ist und dass er rote Haare hat." Mit ihrer Vorstellung dort und ihrem Auftreten, so die Journalistin, habe die Band eben ganz genau auch diese eine Aussage des Stoner Rock sehr deutlich vorgetragen: Es geht um Sex.

Auf geht's - zum Dealer

Also um Sex, um Drogen, und um Sound – eben die Grundzutaten des Rock'n'Roll: "Wenn ich 'Rated R' höre, sehe ich mich in einem verbeulten Convertible durch die heiße menschenleere kalifornische Wüstenhölle fahren, von Palm Desert, wo Queens of the Stone Age herkommen, bis zum Beispiel nach Los Angeles, wo wahrscheinlich ihre Dealer wohnen. Mein Beifahrer trägt Sonnenbrille. Und hat  - natürlich rote Haare."

"Rated R" ist das zweite Album der Band nach dem ebenfalls großartigen, aber nicht ganz so bekifften Debüt zwei Jahre zuvor. Wegen der erwähnten Drogen-Einkaufsliste hätte es "Rated R" übrigens fast nicht in die Läden geschafft. Aber die Platte hält absolut die Spannung zwischen Hommes sinnlichem Gitarrenspiel, dem expressiven Schlagzeug von Gene Trautmann und Nick Lucero, und psychedelischen Vibraphon-, Percussion- und Steel-Drum-Klängen.

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