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Kulturnachrichten

Dienstag, 12. Januar 2021

Albrecht Schuch wird europäischer "Shooting Star"

Der Schauspieler Albrecht Schuch wird zusammen mit neun europäischen Kolleginnen und Kollegen in diesem Jahr als "Shooting Star" ausgezeichnet. Der Preis soll auf besondere Talente aufmerksam machen und gilt als Sprungbrett für eine internationale Karriere. In diesem Jahr sollen die Auszeichnungen während der Sommer-Events der Berlinale im Juni vergeben werden, wie das Netzwerk European Film Promotion mitteilte. Schuch wurde durch Filme wie "Berlin Alexanderplatz" und "Systemsprenger" sowie die TV-Serie "Bad Banks" bekannt. Die Jury lobte seinen "klaren Willen, sich selbst bis ans Limit und darüber hinaus zu treiben". Nominiert wurde er für seine Rolle in Dominik Grafs neuem Film "Fabian", der im April herauskommen soll.

documenta 15 könnte verschoben werden

Die documenta 15 könnte wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben werden. Generaldirektorin Sabine Schormann bezweifelte im Gespräch mit Deutschlandfunkkultur, dass die weltweit wichtigste zeitgenössische Kunstausstellung wie geplant 2022 in Kassel stattfinden kann. In der nächsten Phase der Vorbereitung, in der etliche Künstler aus verschiedenen Regionen der Welt auch für längere Zeit nach Kassel reisen müssten, könnte man unter Corona-Bedingungen an inhaltliche Grenzen kommen, so Schormann. Was eine Verschiebung der documenta 15 auf das Jahr 2023 finanziell bedeuten würde, müsse spätestens im Sommer in den Aufsichtsgremien der Weltkunstausstellung diskutiert werden.

Museumsbund sieht Häuser in Existenz bedroht

Der Deutsche Museumsbund fürchtet um die Zukunft vieler Museen. Die coronabedingte Schließung der Häuser bedeute "für die Museen eine weitere Verschärfung ihrer seit Monaten angespannten Situation", heißt es in einer Mitteilung des Museumsbundes in Berlin. Viele Häuser seien in ihrer Existenz bedroht, deswegen müssten Museen in der Krise weiter unterstützt und dürften nicht zusätzlich "durch Spardebatten und gekürzte Kulturetats" gefährdet werden. Wenn nach der Krise wieder Leben in die Städte und Gemeinden kommen solle, sei einer der Schlüssel dafür Kultur.

Orden wegen fehlender Corona-Hilfe abgelehnt

Aus Protest gegen mangelnde staatliche Hilfe für die von der Corona-Krise geschädigte Kultur in Rumänien hat der preisgekrönte rumänisch-deutsche Dokumentarfilmer Alexander Nanau eine Staatsauszeichnung abgelehnt. Präsident Klaus Iohannis wollte Nanau am 15. Januar, dem offiziellen "Tag der Nationalen Kultur", einen Verdienstorden verleihen. Dies anzunehmen, wäre "scheinheilig", schrieb Nanau an Iohannis, wie er bei Facebook berichtete. Fast ein ganzes Jahr lang hätten alle Kultursparten vergeblich Vorschläge an den Staat gerichtet, die "in der Covid-19-Krise schwer vom Bankrott bedrohte Kultur" zu unterstützen. Der 41-jährige Nanau wurde 2020 für seinen Dokumentarfilm "Colectiv" mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet.

Monika Rinck erhält Berliner Literaturpreis 2021

Die Lyrikerin Monika Rinck ("Honigprotokolle") erhält in diesem Jahr den Berliner Literaturpreis der Stiftung Preußische Seehandlung. Die Gedichte, Essays und Streitschriften erforschten Poesie als Erkenntnisform und böten analytischer Eleganz und Sprachwitz gleichermaßen eine Bühne, heißt es in der Begründung der Jury. Der seit 1989 vergebene Literaturpreis zur Förderung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ist mit 30 000 Euro dotiert. Seit 2005 ist damit das Angebot für eine Berufung auf eine undotierte Gastprofessur an der Freien Universität Berlin verbunden. Der Preis soll am 9. Februar im Berliner Rathaus verliehen werden.

Gericht verbietet isrealischen Dokumentarfilm

Der Dokumentarfilm „Jenin, Jenin" von darf in Israel nicht mehr gezeigt werden. Das entschied ein Bezirksgericht im israelischen Lod. Der Film über Kämpfe im Westjordanland zwischen der israealischen Armee und Palästinensern, bei denen es in Jenin zahlreiche Tote gab, genüge nicht den niedrigsten journalistischen Ansprüchen, weil israelisch Soldaten nicht zu Wort kämen. Geklagt hatte ein israelischer Reservist, der in dem Film kurz zu sehen ist. Nach dem Urteil muss der arabisch-israelische Regisseur Mohammed Bakri dem Kläger umgerechnet 45.000 Euro Schadenersatz zahlen. Bereits 2003 wurde „Jenin, Jenin" von den Behörden verboten. Ein Gericht entschied damals, dass der Film dennoch gezeigt werden dürfe, weil keiner der Kläger im Bild und direkt betroffen war.

Bund fördert Kultureinrichtungen mit 32 Millionen Euro

Deutschlandweit unterstützt der Bund in diesem Jahr 73 Kultureinrichtungen bei Sanierungen und Modernisierungen mit insgesamt rund 32 Millionen Euro. Kultur stifte Identität und Zusammenhalt, gerade auch abseits der Metropolen, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin. Fördermittel gehen unter anderem an das Residenzschloss Dresden, an die Alte Pinakothek München und an die Kunstsammlungen des Bistums Regensburg. Das seit 2020 bestehende Programm "Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Deutschland" ist Nachfolger des Förderprogramms "Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland".

Kulturrat will Staatsziel Kultur im Grundgesetz

Der Deutsche Kulturrat fordert, neben Kinderrechten auch die Kultur als Staatsziel ins Grundgesetz aufzunehmen. In einer Erklärung erinnerte er daran, dass die Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland" des Deutschen Bundestages bereits 2007 einstimmig eine entsprechende Forderung beschlossen hatte. Artikel 20 des Grundgesetzes soll demnach um einen Abschnitt b mit dem Wortlaut "Der Staat schützt und fördert die Kultur" ergänzt werden. Gerade in Zeiten der Corona-Krise mit ihren dramatischen Auswirkungen auf den Kulturbereich sei das Signal wichtig, so Kulturrats-Geschäftsführer Olaf Zimmermann. Union und SPD hatten sich gestern darauf geeinigt, die Kinderrechte als Staatsziel im Grundgesetz zu verankern.

Französisch-griechischer Autor Alexakis gestorben

Der französisch-griechische Autor Vassilis Alexakis ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Das teilte die griechische Verlagsgruppe Metaixmio mit. Die Regierung in Athen würdigte ihn als "großen Schöpfer". Vier seiner Werke wurden ins Deutsche übersetzt, zuletzt "Das Rätsel von Delphi" 2001. Alexakis war Autor von rund 20 Romanen, die sich durch Ironie und schwarzen Humor auszeichnen. Darin behandelte er Themen wie das Leben im Exil oder die europäische Identität und Sprache. In seiner Wahlheimat Frankreich wurde er mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet.

Unis entziehen Trump Ehrendoktortitel

US-Präsident Donald Trump kommen seine Ehrendoktorhüte abhanden. Die Lehigh University in Bethlehem, Pennsylvania, entzog ihm die 1988 ehrenhalber verliehene Doktorwürde. Vor drei Jahren hatte das Kuratorium einen solchen Wunsch der Fakultät noch zurückgewiesen. Auch das Wagner College in Staten Island im Staat New York entzog Trump den Ehrendoktortitel. Der abgewählte Präsident hatte vergangene Woche vor Tausenden Anhängern eine Rede über angeblichen Wahlbetrug gehalten. Kurz darauf stürmten Hunderte von ihnen das Kapitol in Washington, wo Wahlsieger Joe Biden bestätigt werden sollte.

Erstmals Unwort-Paar des Jahres gewählt

Als Unwörter des Jahres 2020 sind die Begriffe "Rückführungspatenschaften" und "Corona-Diktatur" gekürt worden. Erstmals sei damit ein Unwort-Paar gewählt worden, teilte die Jury der "Sprachkritischen Aktion" in Darmstadt mit. Damit nehme man Rücksicht darauf, dass das Thema Corona-Pandemie in der Öffentlichkeit wie in den Unwort-Einsendungen dominiert habe. Man wolle aber gleichzeitig darauf aufmerksam machen, "dass auch in anderen Themenbereichen weiterhin inhumane und unangemessene Wörter geprägt und verwendet werden". 2019 war "Klimahysterie" das Unwort des Jahres.

Kontroverse um "Vogue"-Cover von Kamala Harris

Die künftige US-Vizepräsidentin Kamala Harris in Blazer und Turnschuhen vor rosa-grünem Hintergrund: Das Februar-Titelbild der Modezeitschrift "Vogue" wurde von Kommentatoren und Nutzern sozialer Netzwerke als respektlos, technisch minderwertig und unpassend für die bald mächtigste Frau im Land kritisiert. Die "Vogue" argumentierte, der Fotograf habe Harris' "authentischere und zugänglichere" Seite zeigen wollen. Ursprünglich hatte man sich Medienberichten zufolge wohl auf ein formelleres Bild mit klassischer Politiker-Kleidung und -Pose für das Cover geeinigt. Die Zeitschrift habe dann eigenmächtig das legerere Bild auf die Titelseite gehoben.

"Nomadland" gewinnt Gotham-Filmpreis

Das Road-Movie "Nomadland" hat bei der Verleihung der Gotham Awards in New York den Spitzenpreis als bester Film gewonnen. Die Kritikerpreise für Independent-Filme gelten als Auftakt der Trophäensaison, die Ende April mit der Oscar-Verleihung endet. Das Drama der in China geborenen Regisseurin Chloé Zhao holte zudem den Zuschauerpreis. Frances McDormand spielt darin eine Frau, die nach dem wirtschaftlichen Kollaps einer Kleinstadt in ihrem Van durch den amerikanischen Westen zieht. Die Schauspielpreise gingen an die US-Amerikanerin Nicole Beharie für ihre Rolle in dem Drama "Miss Juneteenth" und an den britischen Musiker und Schauspieler Riz Ahmed für "Sound of Metal".

Künstlerin will Riesenei vor dem Kölner Dom

Ein 30 Meter hohes Ei vor dem Kölner Dom soll nach dem Willen der Künstlerin Birgitt E. Morrien an die sexuellen Übergriffe der Silvesternacht vor fünf Jahren erinnern. Das Ei versteht sie dabei als ein Symbol der Weiblichkeit, der Zukunft und der Hoffnung. Es sei fragil und stabil zugleich, sagte die gebürtige Westfälin. Vor dem Dom ergebe sich sofort auch ein Bezug zur katholischen Kirche, die Frauen von wichtigen Ämtern ausschließt. Die Resonanz auf ihre Idee sei groß, und vor diesem Hintergrund zweifle sie nicht daran, dass die Mittel zur Verwirklichung der Riesenskulptur aus Kalksandstein zusammenkommen werden. Die Stadt solle dafür nichts bezahlen müssen. Die Chancen für eine Realisierung des Projekts stehen indes nicht gut. Ein Sprecher der Stadt Köln sagte, da der Dom Unesco-Weltkulturerbe sei, würden auf der Domplatte nur Aktionen genehmigt, die einen direkten Bezug zu der Kathedrale hätten. Alles andere sei tabu.

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