Dienstag, 27.07.2021
 

Fazit | Beitrag vom 15.06.2021

Albert Ostermaier zu Deutschland-Frankreich"Wir waren ein einziges Eigentor"

Moderation Vladimir Balzer

Torwart Manuel Neuer liegt vor dem Tor, Karim Benzema trabt heran, die Beine eines deutschen Spielers ragen ins Bild. (imago / Vitalii Kliuiev)
"Ein Eigentor ist das Frustrierendste, was man sich vorstellen kann", sagt Albert Ostermaier. (imago / Vitalii Kliuiev)

Deutschland verliert sein Auftaktspiel bei der Fußball-Europameisterschaft gegen Frankreich. Der Schriftsteller Albert Ostermaier hat den Schuldigen ausgemacht: Bundestrainer Joachim Löw. Weiter gehe es jetzt wahrscheinlich nur als Gruppendritter.

Die deutsche Nationalmannschaft hat ihr Auftaktspiel bei der Fußball-Europameisterschaft verloren. Der amtierende Weltmeister Frankreich erwies sich als überlegen. Das 0:1 in München kam durch unglückliche (Eigentor von Hummels) und glückliche (zwei Abseitstore der Franzosen) Fügungen zustande und lässt schon das nächste Spiel zum alles entscheidenden werden.

Deutschland hatte keine Chance, sagt der Schriftsteller Albert Ostermaier: "Wir waren heute ein einziges Eigentor. Und deswegen haben wir verdient verloren."

Auch den Schuldigen hat Ostermaier ausgemacht: "Unser Problem liegt in unserem Bundestrainer." Löw habe die Fußballer zu "Walking Zombies" gemacht: "Alle Spieler sind abgelöst von dem, was sie können und was sie erreichen könnten."

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In allen Dingen überlegen

"Der Trainer ist längst vorbei", betont Ostermaier. Die Mannschaft hätte einen neuen Trainer verdient, einen, der ihre Stärken stark macht. Frankreich habe so gespielt, wie es eigentlich von Deutschland zu erwarten gewesen wäre: "Nicht zu viel, nur das Nötigste. Und sie waren in allen Dingen überlegen." Überhaupt seien die Franzosen den Deutschen voraus, vor allem ästhetisch. Nur in der Literatur könne man noch mithalten.

Der Schriftsteller Albert Ostermaier mit Kurzhaarfrisur und Drei-Tage-Bart guckt verschmitzt in die Kamera. (picture alliance/ Holger Hollemann)Albert Ostermaier hütet in der Autoren-Nationalmannschaft das Tor. (picture alliance/ Holger Hollemann)

Mitleid hat der Torwart der Autoren-Nationalmannschaft mit seinem Kollegen Manuel Neuer: "Ein Eigentor ist das Frustrierendste, was man sich vorstellen kann."

Fußball: EM, Frankreich - Deutschland, Vorrunde, Gruppe F, 1. Spieltag in der EM-Arena München. Ilkay Gündogan (Deutschland) und Toni Kroos (Deutschland, M) in Aktion mit Paul Pogba (Frankreich). I (picture alliance / dpa /Christian Charisius) (picture alliance / dpa /Christian Charisius)Deutschland - Frankreich: Traumfußball oder Fußballtrauma [AUDIO]?
Die Begegnungen zwischen Deutschland und der Équipe Tricolore waren seit jeher bedeutungsgeladen. Immer scheint es ums Ganze zu gehen. Der Soziologe Albrecht Sonntag meint: Der Team-Spirit sei heute ein anderer - die Spiele seien durch Respekt für die Leistung der anderen geprägt   

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Rainer Moritz
analyiert das Spiel zwischen Deutschland und Frankreich: Es habe eindeutig an Tiefe gefehlt, Frankreich sei deutlich überlegen gewesen. 

Aber trotz alledem sei ein Weiterkommen der deutschen Mannschaft noch möglich, da das Turnier so konstruiert sei, dass jeder weiterkomme: "Wir werden vielleicht als bester Dritter weiterkommen."

(beb)

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