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Kulturnachrichten

Montag, 15. März 2021

Aktionstag "Gerechtigkeit bei Spotify"

Der Musikerverband Union of Musicians and Allied Workers hat heute zu einem Aktionstag "Gerechtigkeit bei Spotify" aufgerufen. Mit Demonstrationen an weltweit 31 Standorten soll der Musikstreaming-Anbieter aufgefordert werden, gerechte Bedingungen zu schaffen. Dazu sagte Mary Regalado, Gründungsmitglied des Verbandes, im Deutschlandfunk Kultur: „Wir fordern, dass Spotify künftig mehr Geld pro Stream an uns weitergibt, nämlich einen Dollar-Cent pro Stream. Wir fordern ein anderes Bezahlmodell, und zwar ein nutzerorientiertes. Wir wünschen uns mehr Transparenz und die Offenlegung der Verträge, die Spotify hinter verschlossenen Türen mit Labels abschließt.

Frankreich gibt von Nazis geraubtes Klimt-Bild zurück

Frankreich will ein von den Nazis geraubtes Kunstwerk von Gustav Klimt zurückgeben. Es handele sich um das Ölgemälde "Rosen unter Bäumen", das derzeit im Pariser Musée d'Orsay aufbewahrt wird, sagte die französische Kulturministerin Roselyne Bachelot-Narquin. Das Bild stammt aus dem Besitz der jüdischen Österreicherin Nora Stiasny. Es ist das einzige Werk Klimts in Frankreichs Besitz und gelangte in den 1980er Jahren ins Musée d'Orsay. Noch kann das im August 1938 in Österreich zwangsverkaufte Werk aber nicht an die Nachkommen Nora Stiasnys übergeben werden, da es Teil einer staatlichen Sammlung ist. Ein Gesetzentwurf soll die Herausgabe nach den Worten der Ministerin bald ermöglichen.

Schatz der Wittelsbacher versteigert

Lange verloren geglaubte Kunstgegenstände der Wittelsbacher, der einstigen bayerischen Königsfamilie, sind in München versteigert worden. Die Gemälde, das Porzellan und Silber stammen aus Schloss Nádasdy in der westungarischen Stadt Sárvár. Die Adelsfamilie musste auf der Flucht vor der Roten Armee zahlreiche Kunstgegenstände im Schloss zurücklassen, wie das Auktionshaus Neumeister mitteilte. Vieles sei eingemauert worden und erst 1952 wieder zum Vorschein gekommen. Nach dem EU-Beitritt Ungarns 2004 nahmen die Erben Restitutionsverhandlungen mit dem ungarischen Staat auf. Das meiste Geld bei der Auktion am Montag brachten vier Porträts des Hofmalers Joseph Stieler ein.

Volksbühnen-Intendant Klaus Dörr beendet Tätigkeit

Nachdem ihm mehrere Frauen sexualisierte Grenzüberschreitung vorgeworfen hatten, gibt der Intendant der Berliner Volksbühne, Klaus Dörr, seinen Posten ab. Das bestätigten das Theater und die Senatsverwaltung. Für die gegen ihn erhobenen Vorwürfe übernehme er die komplette Verantwortung und gebe sein Amt im Einvernehmen mit der Senatsverwaltung für Kultur und Europa auf, wurde Dörr in einer Mitteilung zitiert. Er bedaure zutiefst, wenn er Mitarbeiterinnen mit seinem Verhalten, mit Worten oder Blicken verletzt habe. Dörr hatte die Leitung der Volksbühne vor drei Jahren übernommen. In diesem Jahr war ohnehin ein Wechsel geplant - dann soll Regisseur René Pollesch als Intendant übernehmen.

Richter gibt über 100 Werke an Nationalgalerie

Der Künstler Gerhard Richter stellt der Berliner Nationalgalerie für das künftige "Museum des 20. Jahrhunderts" mehr als 100 Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen zur Verfügung. Ein entsprechender Vertrag zwischen der Gerhard Richter Kunststiftung und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz werde in Kürze unterzeichnet, teilte die Stiftung in Berlin mit. Zentrales Werk der langfristigen Kooperation sei der vierteilige Zyklus "Birkenau" (2014), der ab morgen bis zum 3. Oktober in der Alten Nationalgalerie gezeigt wird. Ab 2023 sollen dann wesentliche Teile des Gerhard-Richter-Konvoluts zunächst in der Neuen Nationalgalerie ausgestellt werden. Das "Museum der Moderne" soll bis 2026 am Kulturforum in Berlin entstehen.

Keine Segnungsfeiern für homosexuelle Paare

Der Vatikan hat die in Deutschland geforderte Einführung von Segnungsfeiern für homosexuelle Paare untersagt. Die Glaubenskongregation teilte in Rom mit, es sei nicht erlaubt, Partnerschaften einen Segen zu erteilen, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe einschlössen. Dies sei bei Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts der Fall. Auch die positiven Aspekte solcher Beziehungen reichten nicht aus, diese zu rechtfertigen.

Oscar-Nominierungen wurden bekannt gegeben

Das Netflix-Drama "Mank" geht als Favorit ins Oscar-Rennen. Es wurde in zehn Kategorien nominiert, darunter für den besten Film. Dort konkurriert es unter anderem mit dem Film "Minari" über eine koreanisch-amerikanische Familie, dem Road-Movie "Nomadland" und dem Gerichtsthriller "The Trial of the Chicago 7". Der deutsche Komponist Volker Bertelmann, bekannt unter dem Künstlernamen Hauschka, und der deutsche Regisseur Max Lang hatten es zuvor auf die Shortlist geschafft, wurden letztendlich aber nicht mehr nominiert.

Beyoncé knackt Rekord bei den Grammys

In Los Angeles sind die Grammys verliehen worden, die begehrtesten Musikpreise der Welt. Die US-Sängerin Beyoncé erhielt insgesamt vier Preise, unter anderem für die "beste R&B-Performance". Mit jetzt insgesamt 28 Auszeichnungen hat sie mehr als jede andere Musikerin in der Grammy-Geschichte. Den Grammy für die beste Platte des Jahres sicherte sich Pop-Sängerin Taylor Swift. Ihr Album "Folklore" war das erste von insgesamt zwei, das die Künstlerin während der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie aufnahm. Die Auszeichnung in der Kategorie Aufnahme des Jahres bekam Billie Eilish für ihren Hit "Everything I Wanted". Die US-Rapperin Megan Thee Stallion wurde als beste neue Künstlerin ausgezeichnet. Deutsche Hoffnungen erfüllten sich dagegen nicht: Der Pianist Igor Levit ging in der Kategorie "Bestes klassisches Instrumentalsolo" leer aus. Die 63. Grammy-Verleihung hätte ursprünglich schon Ende Januar stattfinden sollen, musste wegen der Corona-Lage aber verschoben werden.

Bund will Corona-Hilfe für internationale Kultur fortsetzen

Die Bundesregierung setzt in der Corona-Pandemie weiter auf die Unterstützung internationaler Kulturprojekte. Dafür soll in diesem Jahr ein 2020 eingerichteter Hilfsfonds ausgebaut werden, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Die Mittel gehen an Organisationen in Kunst, Kultur und Bildung, die mit ihrer Arbeit gesellschaftliche Vielfalt und das kulturelle Leben vor Ort stärken. Der Hilfsfonds habe dazu beigetragen, kulturelle Partnerstrukturen im Ausland zu erhalten und zu stärken. Deswegen sollen die Mittel von zuletzt drei auf nun sechs Millionen Euro verdoppelt werden. Im vergangenen Jahr wurden 141 Projekte mit bis zu 25 000 Euro gefördert. Beworben hatten sich gut 440 ausländische Organisationen aus Kultur und Bildung in 75 Ländern.

Steinmeier mit Grußwort bei "Wochen gegen Rassismus"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum Kampf gegen Rassismus aufgerufen. Er gefährde auch in Deutschland "das freiheitliche Miteinander, die friedliche Vielfalt von Kulturen, Religionen und Überzeugungen, unsere Demokratie", schreibt er in einem in Darmstadt veröffentlichten Grußwort zu den "UN-Wochen gegen Rassismus" vom 15. bis 28. März. Er dankte den Veranstaltern, dass sie auch in der Corona-Pandemie "mit Fantasie und Ausdauer" neue digitale Formate entwickelt und so einen Teil ihrer wichtigen Arbeit fortgesetzt hätten. In diesem Jahr sind mehr als 1.200 Aktionen geplant. Die Wochen stehen unter dem Motto "Solidarität. Grenzenlos".

Petition gegen Volksbühnen-Intendant nach #MeToo-Vorwürfen

Nach #MeToo-Vorwürfen an der Berliner Volksbühne fordert eine Petition den Rücktritt oder die Entlassung des Intendanten Klaus Dörr. "Wir sehen den Berliner Kultursenat in der Pflicht, die Beschwerde und Erfahrungen der betroffenen Frauen ernst zu nehmen", heißt es in dem Text. "Wir glauben den betroffenen Frauen und stellen ihre Aussagen nicht in Frage." Zu den Erstunterzeichnenden gehören neben einigen Organisationen etwa aus dem Theaterbereich vor allem Dramaturginnen, Autorinnen, Regisseurinnen und Schauspielerinnen. Die Senatsverwaltung für Kultur geht Vorwürfen gegen Dörr nach. Einem Bericht der Tageszeitung "taz" zufolge haben sich mehrere Frauen über ihn beschwert. Eine Sprecherin des Theaters teilte mit, Dörr verwahre sich nachdrücklich gegen die Vorwürfe und werde auf anwaltlichen Rat zum jetzigen Zeitpunkt öffentlich keine Stellung nehmen. Die "taz" nannte verschiedene Verfehlungen gegenüber Frauen, die Senatsverwaltung sprach von konkreten Vorwürfen, die vorlägen - nannte aber keine Details.

"Roller" war erfolgreichster Song des Jahres 2020

Der Song "Roller" des Rappers Apache 207 wird beim Deutschen Musikautorenpreis zum zweiten Mal in Folge als "Erfolgreichstes Werk des vergangenen Jahres" gewürdigt. Nach 2019 habe das Lied auch 2020 die Charts dominiert, berichtete die Rechteverwertungsgesellschaft GEMA in München. "Roller" kam laut Mitteilung auf 113 Millionen Abrufe bei Youtube, auf Plattformen für Musik-Streaming waren es rund 275 Millionen. Auch im Radio fand der Song viele Hörer.

Wort "Memphis" führte zu Account-Sperrung bei Twitter

Twitter-Nutzer, die gestern den Namen der Stadt Memphis erwähnten, mussten mit überraschenden Konsequenzen rechnen: Einige Accounts wurden danach für zwölf Stunden gesperrt. Twitter sprach von einem Fehler, der inzwischen behoben worden sei. Eine Erklärung, wie es dazu kam, gab es zunächst nicht. Das Problem fiel unter anderem Fans des Basketball-Teams Memphis Grizzlies auf - sowie Nutzern, die den Namen des Fußball-Spielers Memphis Depay erwähnten. Nachdem sich Hinweise auf den Software-Fehler im Netz verbreiteten, twitterten viele Nutzer extra das Wort "Memphis" und bekamen umgehend per Mail eine Warnung von Twitter, dass sie gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen hätten.

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