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Kompressor | Beitrag vom 11.10.2021

Aktion des Peng-KollektivsNFTs kaufen, geflüchtete Familie retten?

Luca im Gespräch mit Christine Watty

Über einem Zelt wabert der Schriftzug "NO!". (Screenshot !Mediengruppe Bitnik / Peng! e.V.)
Eines von vielen NFTs, die ab Freitag zu kaufen sind. (Screenshot !Mediengruppe Bitnik / Peng! e.V.)

NFTs hypen auf dem Kunstmarkt. Jetzt nutzt sie das Peng-Kollektiv für die nächste Aktion: Mit dem so verdienten Geld will es mindestens einer geflüchteten Familie ein Visum mitsamt Haus in Europa kaufen.

NFTs sind "Non-Fungible Token", nicht kopierbare digitale Zertifikate, die gerade den Kunstmarkt beschäftigen. Es lässt sich richtig Geld mit diesen kurzen Videosequenzen machen, die meist in Kryptowährung bezahlt werden. (*)

Die Gruppe Peng-Kollektiv möchte den Hype jetzt für ihre nächste Aktion "GoldenNFT" nutzen: Wer ab Freitag NFTs aus dem Peng-Bestand kauft, kann Menschen auf der Flucht möglicherweise zu einem guten Leben in Europa verhelfen.

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Mit der Aktion wolle man den "Hyperkapitalismus mit Nationalstaaten kurzschließen", sagt Luca vom Peng-Kollektiv. Er wollte mit der Aktion in kurzer Zeit sehr viel Geld machen - "mit absolutem Nichts, mit eigentlich einer Fantasie von Wert, so wie wir das im Kapitalismus machen: Wir einigen uns darauf, dass etwas wertvoll ist und dann ist es wertvoll."

Wer Geld hat, darf rein

Mit dem Geld der Aktion solle mindestens eine Familie nach Europa geholt und damit die Logik eines "ungerechten Systems" aufgezeigt werden: "Wenn man Geld hat, kann man nach Europa einreisen, ohne Probleme einfach ein Haus kaufen und schon hat man ein Visum. Im Vergleich zu Armut, da kommt man eben nicht rein."

Durch den Verkauf von Visa würden die europäischen Staaten zu Geld kommen - und diesen Weg wolle man nun anders nutzen: Der Twitter-Account der Aktion promote nun konsequent den humanitären "Unique Selling Point" der Aktion: Das erste NFT zu sein, das Goldene Visa verschaffe.

"Wir bewegen uns da wirklich in eine Welt, in der Menschen egal sind und Profit alles. Was wir versuchen möchten, ist, das performativ darzustellen", so Luca.

(*) Redaktioneller Hinweis: Wir haben nach Hinweis einer Nutzerin einen Begriff korrigiert.

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