Seit 06:05 Uhr Studio 9
Samstag, 25.09.2021
 
Seit 06:05 Uhr Studio 9

Interview | Beitrag vom 04.09.2021

Aktion "Berlin braucht Musik"Symphonie Orchester bringt die Hauptstadt zum Klingen

Moritz Brüggemeier im Gespräch mit Ute Welty

Beethoven-Haydn-Mozart Denkmal im Berliner Tiergarten (picture alliance  /  chromorange / Karl-Heinz Spremberg)
In Berlin wird an diesem Wochenende auf vielen Plätzen musiziert. (picture alliance / chromorange / Karl-Heinz Spremberg)

Mit der Aktion "Berlin braucht Musik" bietet das Deutsche Symphonie Orchester Berlin am Wochenende zahlreiche Konzerte im öffentlichen Raum an. Gerade in der Coronapandemie habe die Kraft der Musik eine besondere Wirkung, sagt Moritz Brüggemeier.

Sie bringen immer wieder die ganze Hauptstadt zum Klingen: Das Deutsche Symphonie Orchester Berlin verlässt häufig den Konzertsaal und suchen auf ungewöhnlichen Wegen den direkten Kontakt zu seinem Publikum - so auch an diesem Wochenende mit kleinen Kammerkonzerten überall in der Hauptstadt.

Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio)

"Wir haben mit diesem Projekt etwas aufgegriffen, was aus dem Ensemble selbst kam", sagt Moritz Brüggemeier, Leiter künstlerische Planung des Orchesters über die Aktion "Berlin braucht Musik". Deshalb habe man die Musiker auch schon dazu bewegen können, in einem Heißluftballon oder auf einem Floss in der Spree zu spielen. Dahinter stecke der große Wunsch aus dem ersten Lockdown 2020, für das Publikum zu spielen und ihm zu begegnen. Das sei als "willkommenes Abenteuer" verstanden worden.

Besuch in sozialen Einrichtungen 

Für das Orchester sei deshalb inzwischen kein Ort mehr ungewöhnlich, so Brüggemeier. "Wir haben mittlerweile die ganze Stadt zu einem potenziellen Konzertort verwandelt."

Besonders reizvoll sei es, in sozialen Einrichtungen wie Altersheimen oder Krankenhäusern zu spielen. "Orte, an denen kulturelle Teilhabe sowieso schwierig zu organisieren ist." Dort träfen die Musiker oft auf ein besonders dankbares und aufgeschlossenes Publikum. Aber es gibt auch Konzerte auf öffentlichen Plätzen und den Berliner Wasserwegen. 

Musik zeigt Wirkung 

Inspiriert zu dieser Idee hatte Brüggemeier der Arzt und Musiker Eckart Altenmüller, der als Neuropsychologe einer der führenden Experten für Musikwirkung ist. "Wir wissen mittlerweile sehr gut, warum der Mensch Musik braucht", sagt Brüggemeier. Musik habe schon in der Sprachbildung eine zentrale Rolle als kommunikatives Instrument, das dazu beitrage, dass eine Gesellschaft es immer wieder schaffe, einen gewissen Gleichklang miteinander zu finden.

"Wir wissen, dass Musik als Therapeutikum eine wesentliche Rolle spielt", so Brüggemeier. Menschen, die von Musik isoliert würden, könnten in eine Depression verfallen. In der Coronapandemie hätten Studien gezeigt, dass Musik geholfen haben, um in dieser Zeit Einsamkeit und Zukunftsängste zu bewältigen. Solche Erkenntnisse seien von großem Wert.

Das Wochenendprogramm von "Berlin braucht Musik" finden Sie hier: 

Mehr zum Thema

Zum Tod des Komponisten Siegfried Matthus - Musik für die große Bühne
(Deutschlandfunk Kultur, Fazit, 30.08.2021)

Kulturerbe Musik in Afghanistan - Die Angst vor der Zerstörungswut der Taliban
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 23.08.2021)

Spiritualität - Wie spirituell ist gute Musik?
(Deutschlandfunk Kultur, Off the Record, 20.08.2021)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Interview

Rituale zur BundestagswahlNüchtern statt festlich
Eine Frau wählt im Wahllokal bei der Europawahl 2019 in der Wahlkabine in der traditionellen Schwarzwälder Bollenhuttracht. (picture alliance / dpa / Patrick Seeger)

Es ist ein wichtiger demokratischer Akt, doch hierzulande wird das Wählen einfach und schlicht gehalten. Die Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger vermisst Rituale, die die Bedeutung der Stimmenabgabe unterstreichen.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur