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Interview | Beitrag vom 28.11.2019

AgrarpolitikLandwirte für Umweltschutz belohnen

Ute Grothey im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Blühende Obstbäume auf einer Wiese neben einem Acker mit Ackerfurchen. (imago/imagebroker)
Baumreihen und Feldsäume sind ein Zeichen für Biodiversität, sagt Ute Grothey. (imago/imagebroker)

Wie können Bauern umweltfreundlicher wirtschaften, ohne dabei Verluste zu machen? Die Landschaftspflegerin Ute Grothey plädiert für eine simples Modell: ein Punktesystem, das Biodiversität belohnt. Ein solcher Paradigmenwechsel brauche aber Zeit.

Bisher setzt die EU-Agrarpolitik vor allem auf Fläche: Rund 280 Euro pro Hektar gehen direkt an die Bauern. Das gilt für reine Ackerbaubetriebe wie für Betriebe, die mehr Vielfalt für die Natur bieten. Als "Gießkannenprinzip" kritisiert das die Landschaftspflegerin Ute Grothey

"Es reicht letztendlich aus, wenn nur gemulcht wird, das heißt abhechseln und liegenlassen. Und ganz im Gegenteil: Landwirte, die auch mal Altgras stehen lassen, denen wird das rausgerechnet und die erhalten für diese Flächen, die für die Insekten eigentlich so wichtig sind, dann gar kein Geld. Das ist wenig zielführend."

Landwirte rechnen nicht in Legislaturperioden

Wie es anders gehen kann, zeige das Modell der Landschaftspflegeverbände: "Die Idee dabei ist, die besonderen Umweltleistungen der Landwirtschaftsbetriebe mehr zu honorieren", sagt Grothey. Dazu zählten beispielsweise vielfältige Fruchtfolgen und kleinteilige Flächen, Baumreihen und Feldsäume. "Das sind alles Indikatoren für mehr Biodiversität. Das heißt: je mehr Punkte, desto mehr Geld bekommt der Landwirt am Ende."

Doch warum hat sich die Idee nicht längst überall durchgesetzt? Es sei ein "Paradigmenwechsel", so Grothey. "Solche grundlegenden Änderungen brauchen dann schon etwas Zeit. Die Landwirte sollten auch mitgenommen werden und angehört werden, um sich darauf einzustellen und ihre Betriebe darauf auszurichten."

So werde ein neuer Stall für 20 Jahre gebaut. "Landwirte rechnen nun mal nicht in Legislaturperioden. Das muss auch die Politik verstehen." 

(bth)

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