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Fazit / Archiv | Beitrag vom 14.01.2019

Agentur für Museumskooperation Staatshaftung für bedeutende Ausstellungen erwünscht

Yilmaz Dziewior im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

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Dr. Yilmaz Dziewior, Direktor Museum Ludwig, Köln am 20.12.2017 in Köln bei der Unterzeichnung des Vertrages zwischen der Peter und Irene Ludwig Stiftung und der Stadt Köln der die Zuwendungen der Stiftung an das Museum Ludwig für 3 weitere Jahre sichert. *** Dr Yilmaz Dziewior Director Ludwig Museum Cologne on 20 12 2017 in Cologne at the signing of the contract between Peter and Irene Ludwig Foundation and the city of Cologne of the grants of the Foundation to the Museum Ludwig for 3 more years ensures (imago stock&people)
Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig in Köln, wünscht sich mehr finanzielle Unterstützung bei der Digitalisierung der Sammlungen. (imago stock&people)

Eine Agentur soll unter Federführung des Bundes deutsche Museen angesichts internationaler Konkurrenz stärken und die kulturelle Zusammenarbeit mit Afrika fördern. Der Kölner Museumschef Yilmaz Dziewior begrüßt die Initiative.

Die Aufgabe der Agentur für Internationale Museumskooperation liege darin, die deutschen Museumssammlungen international stärker sichtbar zu machen, sagt Yilmaz Dziewior, Kunsthistoriker und Direktor des Kölner Museum Ludwig: "Das kann ja auf unterschiedliche Weise erfolgen. Ich persönlich bin kein Freund von Niederlassungen und sehe so etwas eher mit Skepsis." Die Sichtbarmachung könne aber auch dadurch erfolgen, dass man das Digitale stärker fördere.

Deutsche Museen liegen bei der Digitalisierung zurück

Die Sammlungen der großen Häuser weltweit seien größtenteils digital erschlossen. Da lägen deutsche Museen weit zurück. Auch sein Haus wäre sehr dankbar für finanzielle Unterstützung bei der Digitalisierung der eigenen Sammlung. Außerdem erhoffe er sich von der Agentur eine Staatshaftung für wichtige Ausstellungen, die von nationaler und internationaler Bedeutung sind. "Denn nur so ist es möglich, große Ausstellungen zu realisieren, die dann auch ins Ausland wandern können."

Die Restitutions-Debatte ist förderlich

Eine weitere Aufgabe der Agentur ist die Kooperation mit afrikanischen Museen und die Beschäftigung mit Fragen der Restitution von kolonialer Raubkunst. Gerade die Debatte darüber habe dazu beigetragen, dass das Budget für die Agentur zügig im Haushaltsgesetz 2019 verankert wurde, so Dziewior. "Die Politik hat in diesen Fragen viel Druck bekommen, und das war förderlich für die Schaffung der Agentur."

Er wünsche sich über die Agentur auch einen verstärkten Austausch von Kuratoren und Museumsexperten. "Wir pflegen schon, auch meine Kollegen in anderen Häusern, einen teilweise sehr guten Austausch mit anderen Häusern, insbesondere in Asien. Es gibt diese Kontakte also schon. Wenn über diese Agentur aber Programme eingerichtet werden, die es den Instutionen leichter machen, dann wäre das auf jeden Fall sehr hilfreich."

Auch wenn die Agentur noch keine Struktur habe, keine juristische Form, keine Gremien und kein Personal, sei er sehr optimistisch, dass das bald der Fall sein wird: "Das Geld und der politische Wille sind da und die Akteure sind bereit."

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