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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 31.07.2015

Afropolitans in der LiteraturWeltbürger mit afrikanischen Wurzeln

Von Claudia Kramatschek

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Die Schriftstellerin Taiye Selasi 2013 in Rom (picture alliance / dpa / Donatella Giagnori / Eidon)
Die Schriftstellerin Taiye Selasi (picture alliance / dpa / Donatella Giagnori / Eidon)

Den Begriff "Afropolitans" prägte 2005 die britische Schriftstellerin Tayie Selasi. Sie bezeichnete damit eine neue Generation von Kosmopoliten mit afrikanischen Wurzeln, die in Ghana oder Nigeria ebenso beheimatet sind wie in England oder in den USA.

Unter ihnen sind auch einige Schriftstellerinnen, deren Werke in den letzten Jahren für Aufmerksamkeit gesorgt haben. Chimamanda Ngozi Adichie, Sefi Atta und Tayie Selasi erzählen in ihren jüngsten Romanen vom Spannungsfeld zwischen den Kulturen und Kontinenten; spüren der Frage von Identität und Herkunft, Heimat und Zugehörigkeit nach. Dabei stehen die brüchigen Erfahrungen der Autorinnen und ihrer Figuren dem Hype um das Label "Afropolitans" oftmals entgegen. Was ist wirklich neu an dieser "afropoliten" Literatur?

Taiye Selasi ist Afropolitin, durch und durch: Ihre Mutter ist eine nigerianische Kinderärztin mit schottischen Wurzeln, ihr Vater ein ghanaischer Arzt und bekannter Poet. Sie selbst wird 1979 in London geboren. Mit acht Jahren zieht sie mit ihrer Zwillingsschwester und der Mutter nach Brookline, Massachusetts; der Vater hat die Familie früh verlassen. Ihr Studium absolviert sie in Yale und Oxford.

Chimamanda Ngozi Adichie (Imago / Future Image)Die Autorin Chimamanda Ngozi Adichie (Imago / Future Image)

 Chimamanda Ngozi Adichie gilt als jüngste Anwärterin auf den Nobelpreis für Literatur – und als eine der aufregendsten Stimmen einer neuen Weltliteratur, die Prozesse der Assimilation unter dem Vorzeichen der Globalisierung neu vermisst.

Die Autorin Sefi Atta (imago/Leemage)Die Autorin Sefi Atta (imago/Leemage)



Sefi Atta kam 1964 in Lagos zur Welt. Inzwischen hat sie ein Drittel ihres Lebens in Lagos, ein Drittel in London und ein Drittel in den USA verbracht, wo sie noch immer lebt. Ihr erster Roman "Sag allen, es wird gut" bekam 2004 den Wole-Soyinka Preis für afrikanische Literatur, der nach dem nigerianischen Nobelpreisträger benannt ist. Wole Soyinka ist übrigens ebenso Teil ihrer Verwandtschaft wie Fela Kuti – der berühmte Begründer des Afro-Beat.

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