Das Feature, vom 18.09.2012

Von David Hecht

Seit Mai 2011 führt das Oberlandesgericht in Stuttgart einen Prozess gegen zwei Ruander. Ignace Murwanashyaka und Straton Musoni sollen Funktionäre der Hutu-Rebellengruppe FDLR sein, die im Osten des Kongos grausame Kriegsverbrechen begeht.

Angeklagt: Ignace Murwanashyaka während eines Interviews in dem MDR-Beitrag "Kriegsverbrecher" der TV-Sendung "Fakt" am 03.11.2008. (picture alliance / dpa)
Angeklagt: Ignace Murwanashyaka während eines Interviews in dem MDR-Beitrag "Kriegsverbrecher" der TV-Sendung "Fakt" am 03.11.2008. (picture alliance / dpa)

Viele dieser Rebellen waren 1994 am Genozid in Ruanda beteiligt. Da die beiden Angeklagten seit den 80er-Jahren in Deutschland leben und nicht persönlich an Massenmorden und Vergewaltigungen im Kongo beteiligt waren, wirft man ihnen nun vor, die Gräueltaten aus dem Ausland befohlen, zumindest aber nicht verhindert zu haben.

Genozide in Ruanda und im Kongo werden seit Langem mit dem Holocaust verglichen und die Anklage in diesem zweiten Völkerstrafrechtsprozess auf deutschem Boden deshalb auch mit den Nürnberger Prozessen. Aber stimmt dieser Vergleich tatsächlich?

DLF 2012