Seit 22:03 Uhr Freispiel
Donnerstag, 26.11.2020
 
Seit 22:03 Uhr Freispiel

Interview / Archiv | Beitrag vom 15.11.2018

Affordable Art Fair in Hamburg"Es ist Blödsinn zu glauben, Kunst müsse teuer sein"

Oliver Lähndorf im Gespräch mit Stephan Karkowsky

Podcast abonnieren
14.11.2018, Hamburg: Das Bild "Der Kuss" (l.) der Malerin Cathrin Hoffmann hängt am Stand einer Galerie auf der Messe Affordable Art Fair. Die Kunstmesse bietet Werke von Newcomern und etablierten Künstlern zu fairen Preisen, sie dauert vom 15. bis zum 18. November 2018. Die Werke, die auf der Messe zum Kauf angeboten werden, kosten zwischen 100 und 7.500 Euro. Foto: Markus Scholz/dpa | Verwendung weltweit (picture alliance/dpa/Markus Scholz)
Kunst auch für Leute mit schmalem Portemonnaie: Besucherin auf der Kunstmesse Affordable Art Fair in Hamburg. (picture alliance/dpa/Markus Scholz)

Auf dem internationalen Kunstmarkt sind zweistellige Millionenbeträge für Werke berühmter Künstler keine Seltenheit mehr. Dass Kunst auch für Normalbürger und zu bezahlbaren Preisen angeboten werden kann, zeigt die Affordable Art Fair in Hamburg.

92 Millionen Euro – so viel musste ein Käufer für das Gemälde "Chop Suey" von Edward Hopper (1882 - 1967) im Auktionshaus Christie’s hinblättern.

Solche Preise, sagt Kulturmanager Oliver Lähndorf, seien "völlig absurd. Mir ist das extrem unsympathisch". Lähndorf steht für einen Gegenentwurf auf dem Kunstmarkt: Er ist Direktor der Affordable Art Fair, die an verschiedenen Orten auf der Welt stattfindet und derzeit (noch bis  zum 18. November) in Hamburg gastiert. Unter dem Motto "Kunst für alle" präsentieren 80 Galerien aus 14 Ländern in den Messehallen ihre Künstler - und verkaufen deren Werke quasi zu Discounterpreisen. 

Newcomer, aber auch Werke von Uecker und Richter

In erster Linie seien das vielversprechende Newcomer, die noch recht unbekannt seien, aber auch Etablierte wie Günther Uecker oder Daniel Richter seien darunter, sagte Lähndorf im Deutschlandfunk Kultur.

Messedirektor Oliver Lähndorf schaut am 14.11.2017 in Hamburg während des Aufbaus der Messe-Stände der «Affordable Art Fair» in die Kamera. Auf der Kunstmesse «Affordable Art Fair» bieten 80 nationale und internationale Galerien Werke zeitgenössischer Künstler im Wert von 100 bis 7500 Euro an. Die «Affordable Art Fair» läuft vom 16. bis 19.11.2017 auf der Hamburg Messe. (zu dpa ««Kunst für alle» auf der Messe Affordable Art Fair in Hamburg» vom 15.11.2017) Foto: Georg Wendt/dpa | Verwendung weltweit (picture alliance/dpa/Georg Wendt)Oliver Lähndorf, Direktor der Affordable Art Fair. (picture alliance/dpa/Georg Wendt)

Die Preise liegen zwischen 100 und maximal 7500 Euro. Dafür bekomme man gute Qualität und keineswegs Discounterware, betont Lähndorf. Die Preise auf der Messen sind damit gar nicht so weit von dem entfernt, was für das Gros der Kunst hinzulegen ist: 80 Prozent der Kunst werde nämlich für Summen von bis zu 10.000 Euro verkauft, sagt Lähndorf. "Es ist Blödsinn zu glauben, Kunst müsse teuer sein." Nur zwei bis drei Prozent der bildenden Künstler weltweit könnten gut bis sehr gut von Verkäufen ihrer Bilder leben. Auch solche Zahlen sprächen ein deutliche Sprache.

Die Käufer auf der Messe seien bunt gemischt: "Wir haben ganz junge Leute da, aus St. Pauli, die Reeder sind dabei. Das ist eine wilde Mischung: ganz junge Sammler, ganz etablierte Sammler." Damit hebe sich die Messe seit ihrer Gründung, vor sieben Jahren, von üblichen Kunstmessen ab.

(mkn)

Mehr zum Thema

Kunstmesse Art Düsseldorf - Instagram als Tool und Trigger
(Deutschlandfunk, Corso, 15.11.2018)

Galeristin über Frauen auf dem Kunstmarkt - Eine Quote würde Künstlerinnen nicht helfen
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 09.11.2018)

Versteigerung in Paris - Trickst Banksy wieder alle aus?
(Deutschlandfunk Kultur, Studio 9, 24.10.2018)

Interview

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur