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Interview / Archiv | Beitrag vom 21.06.2016

AfDQuerelen auf allen Ebenen der "Alternative"

Stefan Maas im Gespräch mit Marianne Allweiss und André Hatting

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Frauke Petry und Jörg Meuthen, die beiden Parteivorsitzenden der AfD, stehen am 28.11.2015 beim 4. Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) in der Niedersachsenhalle vom HCC in Hannover (Niedersachsen) nach Petrys Rede auf der Bühne. (picture alliance / dpa / Swen Pförtner)
Ein Bild aus harmonischeren Tagen: Frauke Petry und Jörg Meuthen am 28.11.2015 beim AfD-Bundesparteitag in Hannover. (picture alliance / dpa / Swen Pförtner)

Wenn die AfD-Fraktion im Stuttgarter Landtag heute über einen Ausschluss Wolfgang Gedeons abstimmt, geht es dabei auch um die politische Zukunft von Fraktionschef Jörg Meuthen. Es sei noch völlig unklar, ob es Mehrheiten für Meuthen geben werde, meint Stefan Maas.

Jörg Meuthen, AfD-Fraktionschef im Stuttgarter Landtag,  hat sein politisches Schicksal an eine Abstimmung geknüpft, die am Dienstagnachmittag stattfindet: Wenn die Fraktion Wolfgang Gedeon, der in seinen Büchern die Leugnung des Holocaust verharmlost haben soll, nicht ausschließt, werde er, Meuthen, seinerseits die Fraktion verlassen.

Immer wieder: Meuthen gegen Petry

Noch sei unklar, ob es die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit für Meuthens Antrag gebe, sagt unser Korrespondent Stefan Maas. Gestern hätten sich sogar Mitglieder des Vorstandes gegen Meuthen positioniert. Auch Frauke Petry sei Meuthen in den Rücken gefallen. Das mache den Fall bundespolitisch interessant. 

"Damit hätte man plötzlich einen Bundesvorsitzenden, der fraktionslos völlig alleine im Landtag sitzt. Das hätte natürlich auch Folgen für seine politische Zukunft auf Bundesebene." 

Hinter den gegenwärtigen Querelen in der AfD steckt nach Einschätzung Maas' der Konflikt des AfD-Vorstandes mit Frauke Petry.

"Sie werfen ihr vor, sie stimme sich nicht ab, sie sei selbstherrlich und sie mache im Prinzip alles, was sie wolle, ohne den Rest der Vorstands mitzunehmen."

Es gebe viele, die sagten, Frauke Petry dürfe nicht alleinige Spitzenkandidatin bei der Bundestagswahl werden, weil sie hauptsächlich auf eigene Karte spiele. In dieser Frage hätten sich Jörg Meuthen, Alexander Gauland, aber auch der Thüringer Landeschef Björn Höcke zusammengetan: "Insgesamt hat sich da eine Allianz gefunden gegen Petry, kann man schon sagen." In der Parteibasis sei Petry allerdings immer noch sehr beliebt.

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(Deutschlandfunk, Informationen am Morgen, 21.06.2016)

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