Freitag, 22.11.2019
 

Kulturnachrichten

Montag, 14. November 2016

Ältester Textdruck von "Stille Nacht" entdeckt

Weltweit beliebtestes Weihnachtslied

In einem Wiener Antiquariat ist ein bisher unbekannter Druck mit dem Text des Weihnachtslied-Klassikers "Stille Nacht" aufgetaucht. Das teilte die Salzburger "Stille Nacht Gesellschaft" mit. Dabei dürfte es sich um den "frühesten bekannten Textdruck des Liedes" handeln, so Michael Neureiter, Präsident der Gesellschaft. Auf dem Titelblatt der Flugschrift "Vier schöne neue Weihnachtslieder" sei auch "Das Vierte: Stille Nacht, heilige Nacht, alles schläft, etc." angekündigt. Dort sei auch ein Hinweis auf die Entstehungszeit zu finden: "Steyr, gedruckt und zu haben bei Joseph Greis." Greis sei zu Beginn des 19. Jahrhunderts Setzer in einer Buchdruckerei in Steyr und ab 1827 auch Inhaber der ersten Buchhandlung in der oberösterreichischen Stadt gewesen; er starb 1835. Die mit keiner Jahreszahl versehene Flugschrift sei somit in zeitlicher Nähe zum 1816 entstandenen Gedicht des Hilfspfarrers Joseph Mohr entstanden. Dieses war in der Vertonung des Dorfschullehrers und Organisten Franz Xaver Gruber erstmals am Heiligen Abend 1818 in der Kirche Sankt Nikola in Oberndorf bei Salzburg erklungen und wurde in der Folge zum weltweit beliebtesten Weihnachtslied "Stille Nacht, heilige Nacht".

Armin Petras beendet seinen Vertrag vorzeitig

Aus familiären Gründen

Intendant Armin Petras beendet überraschend sein Engagement am Stuttgarter Schauspiel vorzeitig. Für den Ausstieg zum August 2018 gebe es familiäre Gründe, teilte das Kunstministerium in Stuttgart mit. Kunstministerin Theresia Bauer und der Verwaltungsratschef der Württembergischen Staatstheater und Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn betonten: "Wir bedauern die Entscheidung von Armin Petras, respektieren aber seine Beweggründe." Vor einem Jahr hatte Petras seinen Vertrag noch vorzeitig bis mindestens 2021 verlängert.

GEMA darf keine Einnahmen an Musikverlage ausschütten

Auswirkungen des Urteils auf die Musikbranche offen

Musikverlage haben nach einem Urteil des Berliner Kammergerichts kein Recht, ohne weiteres an den Einnahmen aus Urheberrechten von Komponisten und Textern beteiligt zu werden. Im Streit mit der GEMA gab das Gericht dem Piratenpolitiker und Musiker Bruno Kramm und seinem Bandkollegen Stefan Ackermann überwiegend Recht. Die Verwertungsgesellschaft dürfe im vorliegenden Fall nicht mehr einen Teil der Tantiemen an die Verlage ausschütten, sagte eine Gerichtssprecherin. Das Urteil erfolgte in letzter Instanz. Ob ein Revisionsantrag vor dem Bundesgerichtshof (BGH) zulässig ist, soll aus der schriftlichen Urteilsbegründung hervorgehen. Welche Auswirkungen das Urteil auf die Musikbranche haben wird, ist offen. Die GEMA muss zunächst ihre Einkünfte rückwirkend bis zum Jahr 2010 offenlegen. Danach soll geklärt werden, wieviel Geld sie zurückzahlen muss. Laut Piraten handelt es sich um einen Millionenbetrag. Mit dem Urteil werde das BGH-Urteil zur Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) vom April für die Musikbranche fortgeschrieben, sagte die Gerichtssprecherin weiter. Die Verlage erhalten bisher etwa 40 Prozent der GEMA-Einnahmen.

Vulgärsprache, "Zitieritis" - Internet verändert Sprache

Wissenschaftler stellen keine Verrohung fest

Durch Facebook, Twitter und Co. verändert sich Sprache - doch nicht unbedingt zum Schlechteren. Davon sind Sprachforscher überzeugt. "Die meisten Nutzer im Internet wollen durch innovative sprachliche Strategien beeindrucken", sagt die Mannheimer Sprachwissenschaftlerin Eva Gredel. "Die Sprache verroht dadurch nicht wirklich, sie differenziert sich nur mehr aus: Es geht darum, den Stil für seine Community zu finden", erläuterte die Sprecherin des Wissenschaftsnetzwerks "Diskurse digital". Das sei auch bei dem teils sehr speziellen Slangs mancher Wikipedia-Autorenso, die Begriffe wie "Newstickeritis", "Zitieritis" oder "Abkürzeritis" schöpften, um Beiträge zu diskreditieren, die ihnen nicht adäquat erscheinen. Dass Donald Trump es mit "Vulgärsprache" auch im Internet ins US-Präsidentenamt geschafft hat, heißt für Gredel nur: "Einzelne Akteure werden aggressiver."

Medien veröffentlichen Text der "Cumhuriyet"-Redaktion

"Wir werden uns nur unserem Volk und unseren Lesern beugen!"

Aus Solidarität mit der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" veröffentlichen zahlreiche deutsche Medien morgen einen Text der türkischen Kollegen. "Wir beobachten seit Monaten, wie sehr die Pressefreiheit in der Türkei unter Druck gerät und dass Kolleginnen und Kollegen festgenommen werden", sagte Bascha Mika, Chefredakteurin der "Frankfurter Rundschau", auf deren Initiative die Solidaritätsaktion zurückgeht. "Wir leben in Deutschland in relativer Sicherheit, das heißt aber nicht, dass wir uns zurücklehnen dürfen." Zum "Writers-in-Prison-Day" am Dienstag wollten deutsche Tageszeitungen und Online-Medien daher ein Zeichen setzen, um gegen die Verfolgung der Journalisten in der Türkei zu protestieren. In ihrem Text beschreiben die türkischen Journalisten ihre Erfahrungen mit der Arbeit unter erschwerten Bedingungen, nachdem mehrere Redakteure festgenommen worden waren: "Wir Mitarbeiter versuchen, ruhig und gelassen zu bleiben. Es gilt eine Zeitung herauszubringen." Die Festnahmen seien nicht überraschend gekommen. Der "Cumhuriyet"-Text endet mit einem Zitat von Chefredakteur Sabuncu: "Wir werden uns nur unserem Volk und unseren Lesern beugen!" Sabuncus Vorgänger als Chefredakteur ist Can Dündar, der inzwischen in Deutschland im Exil lebt.

Fliegermütze von Charles Lindbergh wird versteigert

Mütze fiel 1927 in einen Gemüsegarten

Die Fliegermütze des US-Piloten Charles Lindbergh bei seiner legendären Atlantiküberquerung im Jahr 1927 wird jetzt in Paris versteigert. Die lederne Kopfbedeckung wird am Mittwoch im Auktionshaus Drouot angeboten. Der Schätzwert liegt zwischen 60.000 und 80.000 Euro. Lindbergh trug die Mütze aus Schafsleder, als er am 20. und 21. Mai 1927 mit seiner "Spirit Of Saint Louis" als erster Mensch allein und ohne Zwischenlandung den Atlantik überflog. Der Flug von New York nach Paris machte den Piloten zu einer Luftfahrtlegende. Auf dem Pariser Flughafen Le Bourget wurde Lindbergh von einer riesigen Menschenmenge begeistert empfangen. Dabei stibitze ein Mann dem Piloten die Fliegermütze, gab sie ihm aber am selben Abend zurück. Einige Tage später kam Lindbergh die Mütze erneut abhanden: Um die historische Atlantiküberquerung zu feiern, bekam der Pilot die Erlaubnis, die französische Hauptstadt zu überfliegen. Während eines akrobatischen Manövers verlor der Pilot seine Fliegermütze erneut. Sie fiel in den Gemüsegarten einer Frau, die das Fundstück kurzentschlossen behielt und innerhalb der Familie weiterreichte. 1969 wurde die Echtheit von Lindberghs Fliegermütze in einer Fernsehsendung bestätigt.

Kaschnitz-Literaturpreis für Michael Köhlmeier

"Traditionsbewusste, eigensinnig-tollkühne Erzählweise"

Der österreichische Schriftsteller Michael Köhlmeier wird für sein Gesamtwerk mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Literaturpreis der Evangelischen Akademie Tutzing ausgezeichnet. Der 67-Jährige sei ein "meisterhafter Erzähler, der auf ebenso unterhaltsame wie hoch intelligente, traditionsbewusste wie eigensinnig-tollkühne Weise" seine Leser in grenzenlose Welten entführe, heißt es in der Jury-Begründung. Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert. Köhlmeier schrieb unter anderem die Romane "Abendland" (2007), "Zwei Herren am Strand" (2014) und "Das Mädchen mit dem Fingerhut" (2016). Der Marie-Luise-Kaschnitz-Preis wurde 1984 anlässlich des zehnten Todestages der Schriftstellerin gegründet. Preisträger der vergangenen Jahre waren unter anderen Lutz Seiler, Pascal Mercier und Julia Franck.

Lehrer Opfer von Schülergewalt - "Problem kleingeredet"

Fausthiebe, Tritte, An-den-Haaren-Ziehen

Jeder vierte Lehrer in Deutschland ist schon einmal Opfer psychischer Gewalt von Schülern gewesen. Das teilte der Lehrerverband Bildung und Erziehung (VBE) mit. Grundlage ist eine repräsentative Forsa-Umfrage unter insgesamt fast 2000 Lehrerinnen und Lehrern bundesweit. Demnach hat fast ein Viertel der Befragten bereits Bedrohungen, Beleidigungen, Beschimpfungen oder Mobbing erlitten. 6 von 100 Lehrern sind der Umfrage zufolge sogar schon einmal körperlich von Schülern angegriffen worden. Hochgerechnet seien damit mehr als 45 000 Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen aller Formen bereits Opfer von tätlicher Gewalt geworden. Zu den körperlichen Angriffen gehörten etwa Fausthiebe, Tritte, An-den-Haaren-Ziehen oder das Bewerfen mit Gegenständen. Gewalt gegen Lehrkräfte sei "kein Einzelfall", sagte der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann. "Viel zu oft wird das Problem kleingeredet."

Autor Preisendörfer erhält NDR Kultur Sachbuchpreis

Unterhaltsame Reise zu Martin Luther

Der NDR Kultur Sachbuchpreis geht in diesem Jahr an den Berliner Autor Bruno Preisendörfer. Der Germanist und Politologe erhält die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung für sein Werk "Als unser Deutsch erfunden wurde. Reise in die Lutherzeit". Er führe darin kenntnisreich und unterhaltsam in die Zeit des Kirchenreformators Martin Luther (1483-1546), sagte der Jury-Vorsitzende und NDR-Programmdirektor Joachim Knuth. Die plastischen Schilderungen des Lebens um das Jahr 1500 mit seiner sozialen Struktur, der Wissenschaft und Architektur sowie seiner Mode, Gesundheit und Sitten seien beeindruckend.

"Doctor Strange" bleibt Nr. 1 der US-Kinocharts

Zwei Neulinge auf Platz drei und vier

Der Actionfilm "Doctor Strange" mit dem Briten Benedict Cumberbatch als Superheld hielt sich laut "Hollywood Reporter" mit Einnahmen von 44 Millionen Dollar (40,5 Millionen Euro) auf dem Spitzenplatz der Kinocharts. Ihm folgt, wie am vergangenen Wochenende, der Zeichentrickfilm "Trolls" mit einem Verdienst von 35,1 Millionen Dollar in den USA und Kanada. Die Chartplätze drei und vier gingen an zwei Neulinge - das von der Kritik hochgelobte Science-Fiction-Drama "Arrival" und die fast ausschließlich mit Afroamerikanern besetzte Familienkomödie "Almost Christmas". Mel Gibsons Kriegsdrama "Hecksaw Ridge" schaffte es in der zweiten Woche in nordamerikanischen Kinos nur noch auf Platz fünf.

1.000-ster "Tatort" beschäftigt soziale Netzwerke

Bei Facebook und Twitter halten sich Lob und Kritik die Waage

Die 1.000-ste "Tatort"-Folge ist in den sozialen Medien mit Lob, aber auch mit Kritik bedacht worden. Auf der offiziellen Facebook-Seite der Krimireihe fanden sich bereits um 21.45 Uhr mehr als 3.000 Kommentare. Auch auf Twitter warteten die Zuschauer nicht bis zum Ende der Folge, bevor sie den neuesten Fall mit Kommissar Klaus Borowski (Axel Milberg) und seiner Kollegin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) kommentierten. In "Taxi nach Leipzig" steigen die beiden in ein Taxi, dessen Fahrer gerade die Nerven verliert und sie zu einer Horrorfahrt zwingt. Dass Borowski den bewaffneten Ex-Soldaten ausschalten will, indem er ihm Kekskrümel in die Augen wirft und zwischendurch in Sachsen-Anhalt die Wölfe knurren, fand auf Twitter folgende Würdigung: „Wölfe und die letzten Kekskrümel für den Weg nach Hause! Brüder Grimm Special." Doch auch genau gegenteilige Meinungen sind zu lesen: „Ein spannender Tatort mit zwei Kommissaren in einer Ausnahmesituation, die fern von jeder Ausbildung ins kleinste Detail überlegen müssen, den Täter zu überlisten. Borowski ist besonders hervorzuheben, echt klasse!"

Musiklegende Leon Russell mit 74 Jahren gestorben

US-Singer-Songwriter stand vor vier Monaten das letzte Mal auf der Bühne

Über fünf Jahrzehnte begeisterte er mit von Gospel inspiriertem Rock sowie Blues und Countrymusik seine Fans - nun ist der legendäre US-Sänger und Songwriter Leon Russell tot. Seine Frau Jan Bridges teilte auf der Webseite des Künstlers mit, dass Russell in der Nacht zum Sonntag im Alter von 74 Jahren in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee gestorben sei. Er hatte vor vier Monaten das letzte Mal auf einer Bühne gestanden, sich dann einer schweren Herzoperation unterzogen und wollte im Januar wieder auf Tour gehen. Russell war erst 2011 in die "Rock and Rock Hall of Fame" und die Ruhmeshalle für Songwriter eingeführt worden. Von ihm stammen unter anderen die Hits "A Song For You", "Delta Lady", "Hummingbird", "Lady Blue" und "Tight Rope".

Ewan McGregor kritisiert gegenwärtige Politik

Schottischer Schauspieler gibt Regiedebüt mit Philip-Roth-Verfilmung

Anlässlich seines Regiedebüts von "Amerikanisches Idyll" hat der Schauspieler Ewan McGregor die "gegenwärtige Politiker-Kaste" kritisiert. Die Politiker legten "nur noch den Rückwärtsgang ein. Sie schauen alle nur noch nach innen. Niemand blickt mehr über die Grenzen hinaus", sagte der Schotte in einem Interview mit der "Welt am Sonntag". Bei der Brexit-Kampagne habe sich die hässliche Schattenseite unserer Gesellschaft für alle offen gezeigt, meinte der Schauspieler. Bei Trump sei es genauso - mit seinem Rassismus, seinen Pöbeleien und seiner Haltung gegenüber Frauen. "Trumps Aufstieg hat mich und viele andere zu Tode geängstigt. [...] Die Tatsache, dass jemand wie Trump es so weit bringen konnte, zeigt uns, dass in unserem politischen System etwas verdammt falsch läuft", so McGregor weiter. Seine Verfilmung von Philip Roths Roman "Amerikanisches Idyll" kommt am 17. November in die Kinos. Es ist eine komplexe Geschichte über Rassismus, jüdische Identität, eine Gesellschaft und eine Familie, die auseinanderfallen.

Russischer Regisseur gewinnt Hauptpreis in Cottbus

Feingefühl für menschliche Werte anerkannt

Beim Filmfestival in Cottbus hat der russische Regisseur Ivan Tverdowsky den mit 25.000 Euro dotierten Hauptpreis gewonnen. Die Jury würdigte seinen Film "Zoologie" als eine perfekte Verbindung zwischen künstlerischer Qualität und einem außerordentlichen Feingefühl für menschliche Werte. In dem Film geht es um die Geschichte einer Zoo-Angestellten, die sich plötzlich in ein Tier verwandelt. Bereits 2014 hatte der Regisseur den Hauptpreis für sein Drama "Corrections Class" bekommen. Insgesamt wurden in diesem Jahr Preisgelder in Höhe von 80.000 Euro vergeben. Das Festival besteht seit 1991. Schwerpunkt ist der zeitgenössische osteuropäische Film. Künftig wird sich eine Filmreihe speziell mit dem Thema Sozialismus beschäftigen. Den Anfang machte in diesem Jahr Kuba.

Robert Wilsons "Tower of Babel" ausgezeichnet

Der ARD-Hörspielpreis 2016 verliehen

Der US-amerikanische Theater- und Opernregisseur Robert Wilson hat für "Tower of Babel" den Deutschen Hörspielpreis der ARD erhalten. Wilson verweise in seiner Collage aus Text, Musik und Sprache auf die verbindende Kraft der Kunst, teilte die ARD am Sonntag in Karlsruhe mit. Der Hauptpreis der ARD-Hörspieltage ist mit 5.000 Euro dotiert sowie einer Ausstrahlung des Gewinner-Hörspiels in den Kulturradios der ARD, des ORF (Österreich), des SRF (Schweiz) sowie in Deutschlandradio Kultur verbunden. Die alleinige Jurorin, Schauspielerin Corinna Harfouch, sprach den Preis Birte Schnöink und Christian Löber für ihre Leistung in "Draußen unter freiem Himmel - Manifest 49" von Michaela Falkner zu. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis für das beste Kinderhörspiel ging an die Autorin Silke Seibold für ihr Hörspieldebüt "Gib's zurück", produziert vom SWR.

Kulturnachrichten hören

Dezember 2016
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur