Seit 19:05 Uhr Oper
Samstag, 28.11.2020
 
Seit 19:05 Uhr Oper

Kulturnachrichten

Mittwoch, 25. Dezember 2019

Ägyptischer Verleger zu fünf Jahren Haft verurteilt

Die ägyptische Justiz hat den Verleger Chaled Lotfi zu fünf Jahren Haft verurteilt. Grund ist die Veröffentlichung eines umstrittenen Romans aus Israel. Ein Berufungsgericht bestätigte die Gefängnisstrafe gegen Lotfi, gegen den der Vorwurf der Verbreitung von Militärgeheimnissen erhoben worden war. Lotfi wurde 2018 von der Militärjustiz angeklagt, weil er zwei Jahre zuvor die arabische Fassung eines Buchs des israelischen Schriftstellers Uri Bar-Joseph verlegt hatte. In dem Roman wird der Schwiegersohn des früheren ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser, Aschraf Marwan, als israelischer Spion dargestellt. Marwan war im Jahr 2007 unter bislang ungeklärten Umständen in London gestorben. Die ägyptische Regierung richtete dennoch eine feierliche Beerdigung für Marwan aus und erklärte ihn zum Helden.

Songwriterin Allee Willis gestorben

Die US-amerikanische Songwriterin Allee Willis ist tot. Sie starb im Alter von 72 Jahren nach einem Herzinfarkt. Willis arbeitete als Werbetexterin für eine Plattenfirma, bevor sie 1972 anfing Songs zu schreiben. In ihrer Karriere schrieb sie hunderte Songs, u.a. für die Pet Shop Boys und die Pointer Sisters und auch die Titelmelodie für die Fernsehserie „Friends". Ihr bekanntestes Lied war „September" von Earth, Wind and Fire. Darüberhinaus arbeitete sie mit Herbie Hancock, James Brown und Bob Dylan zusammen und komponierte Filmmusiken, sowie Broadway-Musicals. Zweimal wurde sie mit einem Grammy ausgezeichnet.

Schriftsteller Da Chen stirbt mit 57 Jahren

Der US-Schriftsteller Da Chen ist tot. Er sei bereits am 17. Dezember gestorben, teilte seine Frau in ihrer Wahlheimat Kalifornien mit. Chen, der mit seinem Roman "Colors of the Mountain" seine Kindheit während der chinesischen Kulturrevolution schilderte, wurde 57 Jahre alt. Seine Familie gehörte zur wohlhabenden Schicht, die 1949 nach der kommunistischen Machtergreifung enteignet wurde. Chen wurde aus der Schule geworfen und musste auf Feldern arbeiten. Später durfte er zurück an die Schule und an die Universität. Über ein Stipendium kam er in die USA. 1999 feierte er mit "Colors of the Mountain" seinen literarischen Durchbruch. Das Buch wurde in sieben Sprachen übersetzt und wird an US-Schulen im Unterricht verwendet.

Stiftung hilft bei Rückgabe von Kolonialobjekten

In der Diskussion um die Rückgabe von Objekten aus der Kolonialzeit will sich der vom Investor George Soros gegründete Stiftungsverband Open Society Foundations mit Kompetenz, Kontakten und Finanzmitteln offensiv einbringen. "Das ist ein komplexes Thema und bedarf multilateraler Anstrengungen", sagte die Direktorin für Institutionelle Beziehungen, Selmin Caliskan, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sehen uns dazu in der Lage, weil wir in allen Windrichtungen sitzen, gut vernetzt und vor Ort sind. Durch unsere eigenen Stiftungen haben wir auch gute afrikanische Kontakte." Dafür sollen in den kommenden vier Jahren Aktivisten, Wissenschaftler und Kulturschaffende mit insgesamt 13 Millionen Euro unterstützt werden. Es gebe noch immer viel Ungerechtigkeit in Afrika, die mit der Kolonialherrschaft und ihren Auswirkungen zu tun habe, so Caliskan.

Philologenverband will Lesen ganzer Bücher als Pflicht

In der Debatte über die Lesekompetenz deutscher Schüler fordert der Deutsche Philologenverband die Beibehaltung intensiver Lektüre auch im Unterricht. In manchen Bundesländern sei das Lesen ganzer Bücher gar nicht mehr vorgeschrieben, sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Lin-Klitzing der Deutschen Presse-Agentur. Das gelte beispielsweise für Thüringen, Niedersachsen und auch für Bremen ab der achten Klasse. Das Lesen sogenannter Ganzschriften sei aber wichtig, weil Leser sich dabei gründlich und vertieft auch in andere Charaktere und Lebenswelten hineindenken würden. Dadurch würden sie auch dazu animiert, über sich selbst nachzudenken, so der Philologenverband, der vor allem die Interessen der Gymnasiallehrer vertritt.

Herta Müller erinnert sich an Erschießung Ceaușescus

Am 25. Dezember vor 30 Jahren ist der rumänische Diktator Ceaușescu zusammen mit seiner Ehefrau hingerichtet worden. Die in Rumänien geborene Schriftstellerin und Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller hat den damaligen Umbruch miterlebt und kann sich an das einschneidende Ereignis noch gut erinnern. Die Hinrichtung Ceausescus sei für sie schrecklich gewesen, sagte sie im Deutschlandfunk Kultur. Zuvor habe sie viele Jahre gedacht, sie überlebe Ceaușescu nicht, denn sie sei täglich von Verfolgung und Angst umgeben gewesen. Damals habe sie dem Diktator "theoretisch jeden Tag den Tod gewünscht", andererseits sei sie gegen die Todesstrafe gewesen.

Roland Jahn will Stasi-Doktortitel kennzeichnen

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, will erreichen, dass frühere Stasi-Offiziere mit Doktortitel diesen Titel mit dem Zusatz "Stasi" führen müssen. Auch akademische Titel, die an der Stasi-Hochschule erworben wurden, konnten wegen des Einigungsvertrags nicht aberkannt werden. Daher sollten sie wenigstens mit einem solchen Zusatz versehen werden, sagte der frühere DDR-Oppositionelle der Nachrichtenagentur dpa. Die Doktorarbeiten seien Dokumente des Selbstverständnisses der DDR-Geheimpolizei gewesen. Erörtert worden sei darin zum Beispiel die Zersetzung des persönlichen Lebens von Andersdenkenden oder die Bekämpfung der politischen Opposition.

Disney streicht lesbischen Kuss aus "Star Wars"

Eine Szene mit einem lesbischen Kuss wurde in Singapur aus dem neuen "Star Wars"-Film geschnitten. Wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtet, hat der Disney-Konzern die Verantwortung für das Streichen der Szene übernommen, um die Freigabe des Films für jüngere Zuschauer zu erreichen. Im neunten Teil der "Skywalker-Saga" küssen sich zwei weibliche Nebenfiguren. Es ist die erste gleichgeschlechtliche Liebesszene in der langen Geschichte der "Star Wars"-Filme.

Kulturnachrichten hören

Dezember 2019
MO DI MI DO FR SA SO
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Bruce Lee zum 80.Unbesiegbar mit der Energie einer Katze
Kampfszene aus "Enter the Dragon" von 1973: Kung-Fu-Artist Bruce Lee (links) teilt gegen den Mann mit der Todeskralle aus. Lee starb drei Wochen, bevor der Film in die Kinos kam.  (picture alliance / United Archives)

Die Kampfkunst-Ikone Bruce Lee hat nur vier Spielfilme gedreht und damit eine weltweite Kung-Fu-Welle ausgelöst. "Wenn er in Rage gerät, ist er nicht mehr von dieser Welt", sagt der Filmkritiker Jörg Buttgereit. Vor 80 Jahren wurde Lee geboren.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur