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Kulturnachrichten

Freitag, 11. September 2015

Adorno-Preis für Philosoph Georges Didi-Huberman

Preis ist mit 50.000 Euro dotiert

Der Theodor-Adorno-Preis ist in der Frankfurter Paulskirche an den französischen Kunsthistoriker und Philosophen Georges Didi-Huberman verliehen worden. Huberman beschäftigt sich mit Bildern und ihrer Wirkung auf den Betrachter. Über 50 Bücher hat Huberman schon veröffentlicht. Sein Buch „Bilder trotz allem" über das Konzentrationslager Auschwitz sorgte für heftige Reaktionen. Darin zeigte er Aufnahmen von Exekutionen, die von Häftlingen selbst aufgenommen wurden. Der Theodor Adorno Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und dient der Förderung und Anerkennung hervorragender Leistungen in den Bereichen Philosophie, Musik, Theater und Film. Die Stadt Frankfurt verleiht den Preis seit 1977 alle drei Jahre am 11. September, dem Geburtstag des Philosophen und Kunstkritikers, der zwanzig Jahre an der Goethe-Universität in Frankfurt gelehrt hat.

Medizinischer Notfall bei den Libertines

Konzert musste abgesagt werden

Libertines-Fans in Sorge: Wegen eines medizinischen Notfalls hat die britische Rockband zwei Auftritte in Großbritannien abgesagt. Frontmann Pete Doherty sei aber "sicher", schrieb die Band auf ihrer Facebook-Seite. Fans hatten sich schon vor der Bühne in London versammelt, als ein Sprecher sagte, das Konzert werde wegen eines "Notfalls - eine medizinische Sache" verschoben. Ein in Manchester geplantes Konzert sagten die Musiker ebenfalls ab. Wegen "unvorhergesehener Umstände", wie es auf Facebook hieß. Andere Konzerte seien nicht betroffen. Doherty hat wiederholt mit Drogen- und Alkoholexzessen Schlagzeilen gemacht.

Mirjam Wenzel übernimmt Leitung des Jüdischen Museums Frankfurt

Sie war bisher für die Medienabteilung verantwortlich

Die Literaturwissenschaftlerin Mirjam Wenzel übernimmt zu Beginn des kommenden Jahres die Leitung des Jüdischen Museums in Frankfurt/Main. Bisher war sie für die Medienabteilung im Jüdischen Museum in Berlin verantwortlich und hat deren Digitalisierung vorangetrieben. Der Magistrat der Stadt Frankfurt habe sich für die Berufung der 43-Jährigen ausgesprochen, teilte das Kulturdezernat mit. Die gebürtige Frankfurterin tritt damit die Nachfolge von Raphael Gross an, der nach fast zehn Jahren an der Spitze des Hauses seinen Abschied angekündigt hatte.

Jahrhunderte alte Arp-Schnitger-Orgeln in Gefahr

Untersuchung durch Fraunhofer-Institut deckt Ursachen auf

Die Jahrhunderte alten Arp-Schnitger-Orgeln in Kirchen im Nordwesten Deutschlands drohen durch starke Korrosion und Schimmel gravierend geschädigt zu werden. Man müsse davon ausgehen, dass in absehbarer Zeit ein irreversiblen Verlust der Klangfähigkeit eintreten wird, sagte Andrea Berg vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung. Mit weiteren Experten hatte sie exemplarisch zwei Instrumente untersucht. Essigsäure und eine hohe Luftfeuchtigkeit seien schuld am Verfall der Instrumente. In den vergangenen 30 Jahren seien viele Orgeln mit frischem Eichenholz und handelsüblichen Klebstoffen restauriert worden, sagte Professor Manfred Cordes vom Arp-Schnitger-Institut. Dadurch werde beim Trocknen Essigsäure abgegeben, die dann mit dem Wind in die Pfeifen gelangt. Die hohe Luftfeuchtigkeit ergibt sich den Angaben zufolge aus der veränderten Nutzung des Kirchenraums mit neuen Heizsystemen, einem anderen Heizverhalten und baulichen Veränderungen. Arp Schnitger (1648-1719) gilt als der bedeutendste Orgelbauer des Barocks in Norddeutschland und Nordeuropa.

"Jakarta Disorder" mit Eine-Welt-Filmpreis prämiert

Filmpreis soll für Probleme des Südens sensibilisieren

Der mit 5000 Euro dotierte Eine-Welt-Filmpreis NRW geht in diesem Jahr an "Jakarta Disorder" von Ascan Breuer und Viktor Jaschke. In der Produktion geht es um zwei Frauen, die Slumbewohner in der indonesischen Hauptstadt Jakarta zum Widerstand gegen den Abriss ihrer Wohnungen bewegen, wie das nordrhein-westfälische Medienministerium mitteilte. 3000 Euro gehen an den zweitplatzierten Film "Aus meinem syrischen Zimmer" von Hazem Alhamwi, der sich mit der Rolle der Kunst in einer Diktatur beschäftigt. Ein Preisgeld von 1500 Euro erhält Carl Gierstorfer für "Aids - Erbe der Kolonialzeit". Der Film begleitet Wissenschaftler aus Belgien, den USA und dem Kongo bei ihrer Suche nach den Ursprüngen der Aids-Epidemie. Der Eine-Welt-Filmpreis NRW zeichnet seit 14 Jahren Filme aus, die für Probleme des Südens sensibilisieren, aber auch Lösungsansätze aufzeigen.

Bibliotheken geben Benutzerausweise an Flüchtlinge aus

Ausweise sind auf drei Monate befristet und kostenfrei

Der Verbund Öffentlicher Bibliotheken Berlin (VÖBB) wird als bundesweit erster Bibliotheksverbund auch Flüchtlingen ohne amtliche Meldebescheinigung oder Aufenthaltserlaubnis auf Antrag einen Benutzerausweis ausstellen. Flüchtlinge können somit ab sofort Berlins öffentlichen Bibliotheken nutzen und Bücher sowie Medien ausleihen. Der Benutzerausweis ist auf drei Monate befristet und kostenfrei. Bei Bedarf kann die Gültigkeit um weitere drei Monate verlängert werden. Er gilt für Erwachsene, Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Die Vorlage der Aufenthaltsgestattung oder die Unterbringungsbescheinigung der Erstaufnahmestelle reichen als Nachweis. Es werden zurzeit Informationsblätter/Flyer in mehreren Sprachen erstellt, die Flüchtlinge auf dieses Angebot hinweisen. Dazu erklärt der Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten, Tim Renner: "Eine großartige Idee der Berliner Öffentlichen Bibliotheken und weit mehr als eine schöne Geste. Die unbürokratische Ausstellung eines kostenfreien Benutzerausweises  ist gelebte Willkommenskultur und ein wichtiger Schritt zur sozialen und kulturellen Teilhabe von Flüchtlingen. Dieses Modell hat viele Nachahmer verdient."

Ai Weiwei ist sehr stolz auf Deutschland

Künstler bewertet Umgang mit Flüchtlingen als vorbildlich

Der chinesische Künstler Ai Weiwei bewertet Deutschlands Umgang mit der Flüchtlingskrise als vorbildlich. "Ich bin sehr stolz auf Deutschland", sagte der 58-Jährige in London anlässlich seiner Ausstellung, die am 19. September beginnt. Die Deutsche verhielten sich "sehr kultiviert", indem sie die "verzweifelten Menschen" aufnähmen. In der Massenflucht sieht der Künstler derzeit das drängendste Problem des Westens. Um es zu bewältigen, müssten die Länder an einem Strang ziehen. "Absonderung funktioniert in diesem Fall nicht." Er selbst habe bereits ein Kunstwerk zum Thema Flucht in Arbeit. Ende Juli war der Künstler in Deutschland eingetroffen, sein Sohn lebt in Berlin. Wie lange er in Großbritannien bleiben wird, ist unklar, er hat ein Visum für sechs Monate. Er wolle künftig zwischen China und Berlin "hin und her pendeln", sagte Ai Weiwei in London.

Künstler Daniel Richter interessiert sich nicht für Geld

Fall der Mauer war Auslöser für sein Kunststudium

Der Künstler Daniel Richter hat den Kunstbetrieb kritisiert. "Es ist eine Form von Kriminalität, die ich langweilig finde. Leute mit sehr viel Geld wollen durch Anlagen in die Kunst noch mehr Geld", sagte Richter dem "SZ Magazin". Er selbst habe sich nie für Geld interessiert. Vor seiner Malerkarriere habe er "das Übliche gemacht, um ohne großen Aufwand durch den Tag zu kommen": "Man klaute in einem Delikatessengeschäft vernünftiges Fleisch und teuren Käse, um dann beim Lesen in der Wohnung zu speisen." Den Fall der Mauer bezeichnete Richter als einen Auslöser für sein Kunststudium. Ihm sei klar gewesen, dass sich mit der Vereinigung der Wind drehen und autonome Projekte verschwinden würden. "Ich habe 1989 keine Euphorie empfunden", sagte Richter. "Ostdeutschland war so weit weg wie Albanien." Das Studium selbst habe ihn angestrengt: "Als ich anfing, Kunst zu studieren, bin ich sofort Alkoholiker geworden. Das war nervlich nicht anders durchzuhalten." Inzwischen benötige er Ruhe für sein Seelenheil: "Wer sich für Malerei entscheidet, entscheidet sich für die Einsamkeit."

Kult-Komponist Arvo Pärt wird 80

Einfachheit zeichnet seinen Stil aus

Arvo Part gehört zu den prägenden Komponisten der musikalischen Gegenwart. In seinen Werken reduziert er die Musik auf das Wesentliche und überzeugt mit Schlichtheit und Ausdruck. Oft formt nur ein Dur- oder Moll-Akkord das Klanggebilde eines Stücks. Pärt ist damit zu einem der erfolgreichsten zeitgenössischen Komponisten geworden und zählt zu den bedeutendsten und meistgespielten lebenden Komponisten. Unter Musikern hat er Bewunderer aus verschiedensten Musikszenen. Dazu gehören der Geigenvirtuose Gidon Kremer und Jazzpianist Keith Jarrett, aber auch Pop-Musiker wie Björk oder Nick Cave.1980 zog Pärt nach West-Berlin und kam in Kontakt mit dem deutschen ECM-Label. Dort entstanden viele erfolgreiche Veröffentlichungen seiner Werke. Seit einigen Jahren lebt Arvo Pärt auch wieder in Estland und lässt sich von der Ruhe und Natur am Meer inspirieren. Pärt sagt: "Stille ist immer vollkommener als Musik. Man muss lernen, ihr zuzuhören."

Italien ehrt Hermann Parzinger

Er erhält den Verdienstorden der italienischen Republik

Der italienische Botschafter Pietro Benassi zeichnet den Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit dem Verdienstorden der Italienischen Republik aus. Die Auszeichnung wird im Rahmen einer Feierstunde am 14. September in Berlin überreicht. Wie die Botschaft mitteilte, werde der wichtigste italienische Orden an Persönlichkeiten "zur Würdigung von Verdiensten um das Land, die in den Bereichen Literatur, Kunst, Wirtschaft, bei der Wahrnehmung öffentlicher Ämter und Tätigkeiten mit sozialer und humanitärer Zielsetzung sowie für lange und herausragende Dienste in zivilen und militärischen Laufbahnen erworben wurden", verliehen.

Unbekannte tauschten Warhols gegen Siebdrucke

Tat blieb jahrelang unbemerkt

Unbekannte Täter haben in Los Angeles neun Kunstdrucke von Pop Art-Künstler Andy Warhol gestohlen und durch einfache Siebdrucke ersetzt. Erst als im Juli eines der Bilder neu gerahmt werden sollte, fiel Mitarbeitern des Einrahmungsgeschäfts auf, dass die Drucke nicht nummeriert und von Warhol unterzeichnet waren. Die Polizei suche nun nach den Originalen, berichtete die "Los Angeles Times". Der Zustand der Kopien deute darauf hin, dass der Raub in den vergangenen drei Jahren stattgefunden habe, hieß es in dem Bericht weiter. Einer der verschwundenen Drucke könne möglicherweise aber auch bereits 2011 bei einer Auktion versteigert worden sein. Die Bilder hingen beim Filmunternehmen Moviola und stammten aus zwei Serien Warhols: "Endangered Species" aus 1983 und "Ten Portraits of Jews of the Twentieth Century" aus dem Jahr 1980. Sie sollen rund 350 000 Dollar wert sein.

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