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Fazit | Beitrag vom 26.01.2020

Absage der Perser-Ausstellung in KarlsruheAbhängig von der weltpolitischen Lage

Eckart Köhne im Gespräch mit Britta Bürger

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Eckart Köhne, Präsident des Deutschen Museumsbundes und Leiter des Badischen Landesmuseums Karlsruhe (Uli Deck/dpa)
Museumsleiter Eckart Köhne bedauert es sehr, dass der geplante Kunstaustausch mit dem Iran nicht stattfinden kann. (Uli Deck/dpa)

Eine für Oktober geplante Perser-Ausstellung im Badischen Landesmuseum wurde abgesagt, weil sich aufgrund der politischen Lage kein Versicherer für den Kunstaustausch mit dem Iran fand. Auf beiden Seiten ist die Enttäuschung nun groß.

Auch Museumsmacher sind abhängig von der weltpolitischen Lage. Das zeigt die jüngste Absage einer für den Herbst geplanten großen Perser-Ausstellung im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe.

Bei der Ausstellung hätte es sich um den ersten direkten Austausch zwischen einem deutschen und einem iranischen Museum gehandelt.

Es wären knapp 200 Leihgaben gewesen, die der Iran für die Perser-Ausstellung im Badischen Landesmuseum nach Deutschland geschickt hätte. Die Vorbereitungen vom Konzept bis zum Katalog waren schon weit gediehen, als die Schau abgesagt werden musste.

Kompliziertes Versicherungsprozedere

Man habe auf die Anfragen an mehrere Versicherungsfirmen keine Angebote bekommen, sagt Eckart Köhne, Leiter des Badischen Landesmuseums und Präsident des Deutschen Museumsbundes.

Es seien enorme Risiken gewesen, die hätten abgesichert werden müssen: "Wir hätten ja auch versichern müssen, dass diese Objekte in Teheran vom Museum zum Flughafen bewegt werden, dort verladen werden und in ein startendes Flugzeug gesetzt werden."

Auf beiden Seiten sei die Enttäuschung nun sehr groß. Gerade in Zeiten, die diplomatisch schwierig seien, müsse auch Verbindendes betont werden - "und die Kultur verbindet eben die Völker", sagt Köhne.

Ein Austauschprogramm zwischen Teheran und dem Pariser Louvre hatte in der Vergangenheit sehr gut funktioniert und hunderttausende Besucher in der iranischen Hauptstadt ins Museum gelockt.

"Die Bevölkerung hat hohen Anteil daran genommen, weil der Iran ein sehr europäisch orientiertes Land ist. Man unterschätzt das hier immer", sagt Köhne und fürchtet, dass sich die Iraner "von Europa sehr im Stich gelassen" fühlen.

Für die Kunst etwas riskieren

Eckart Köhne glaubt aber nicht, dass es sich um ein Iran-spezifisches Problem handelt. "Es ist eben so, dass die politische Gesamtlage stimmen muss."

Oft könne die Zusammenarbeit in der Kunst auch noch fortgeführt werden, wenn die politischen Verhandlungen schon gescheitert seien. Daher: "Man muss es von Fall zu Fall prüfen und dann auch gegebenenfalls mal etwas riskieren und versuchen, so ein Projekt noch durchzukriegen."

(kpa)

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