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Kulturnachrichten

Mittwoch, 1. März 2017

Abraham Poincheval verlässt Mini-Höhle im Felsbrocken

Künstler beendet nach einer Woche spektakuläre Performance

Der französische Extremkünstler Abraham Poincheval hat sich nach einer Woche aus einem zwölf Tonnen schweren Felsbrocken befreien lassen. Der 44-Jährige verließ unter ärztlicher Aufsicht im Pariser Museum Palais de Tokyo die von zwei Kalksteinhälften gebildete Höhle, in der er sieben Tage lang eingeschlossen war. Er sei "ein bisschen groggy", sagte Poincheval zu Journalisten, bevor er sich einer medizinischen Untersuchung unterzog. Der für extreme Kunstprojekte bekannte Franzose hatte sich vor einer Woche in eine Mini-Höhle in dem Felsbrocken einschließen lassen, ausgestattet mit Wasser, Suppe, Trockenfleisch und ein paar Büchern. Die Höhle zeichnete in leicht vergrößerter Form Poinchevals Sitzhaltung nach, seine Nahrung befand sich in kleinen Nischen. Als Toilette diente ein kleiner Container, der unter ihm eingebaut war. Eine Infrarotkamera filmte den Künstler. Besucher des Museums für moderne und zeitgenössische Kunst konnten die Performance so auf einem Bildschirm verfolgen. Ein Spalt zwischen den beiden Felsbrocken erlaubte ihm eine Kommunikation mit der Außenwelt. Besucher sprachen die Woche über mit ihm, lasen ihm Gedichte vor, ein junger Mann spielte ihm sogar mit einer Gitarre ein Lied vor.

Pritzker-Architektur-Preis geht nach Spanien

Architekten-Trio bekommt weltweit wichtigsten Architekturpreis

Der renommierte Pritzker-Preis für Architektur geht dieses Jahr an die drei spanischen Architekten Rafael Aranda, Carme Pigem und Ramon Vilalta. Das Trio arbeitet seit fast 30 Jahren zusammen und schaffe "emotionale und auf Erfahrung beruhende" Bauten, sagte Stiftungs-Präsident Tom Pritzker zur Entscheidung der Jury. Es ist das erste Mal, dass die mit 100 000 Dollar dotierte, weltweit wichtigste Architektur-Ehrung an drei Architekten vergeben wird. Grund für die Entscheidung sei die intensive, gemeinschaftliche Art der Zusammenarbeit, hieß es in der Mitteilung der Stiftung. Zu den bekanntesten Projekten von Aranda, Pigem und Vilalta zählen das La Cuisine Art Center im französischen Nègrepelisse, das Soulages Museum im französischen Rodez und der Kindergarten El Petit Comte im spanischen Besalú.

Twitter setzt Algorithmen gegen Hasskommentare ein

Netzaktivisten warnen aber vor Zensur

Im Kampf gegen Hasskommentare und Belästigungen setzt der Kurznachrichtendienst Twitter künftig auch auf Computerprogramme statt nur auf Meldungen anderer Nutzer. Durch spezielle Algorithmen ermittelte Accounts könnten vorübergehend eingeschränkt werden, schrieb der zuständige Manager Ed Ho im Firmenblog. So könnten Tweets der automatisch erkannten Nutzer für eine bestimmte Zeit nur für Follower sichtbar sein - und nicht mehr für die Allgemeinheit. Die Technik werde wohl manchmal Fehler machen, aber Twitter arbeite täglich an Verbesserungen, erklärte Ho. Der Kurznachrichtendienst steht wie sein größerer Rivale Facebook unter Druck, mehr gegen Volksverhetzung, Schikanierungen und gefälschte Nachrichten (Fake News) zu tun. Netzaktivisten warnen aber vor Zensur. Twitter hat sich bislang auf Meldungen von Nutzern verlassen, um gegen einen Missbrauch des Dienstes vorzugehen. Entsprechende Accounts wurden gesperrt oder gelöscht.

Trier stellt Dummy von geplantem "Riesen-Marx" auf

China will der Stadt zum 200. Geburtstag von Marx eine Statue schenken

China will der Stadt Trier zum 200. Geburtstag von Karl Marx im Jahr 2018 eine Riesen-Statue schenken. Damit sich die Bürger einen ersten Eindruck von der geplanten Bronze-Skulptur machen können, hat die Stadt Trier einen Dummy aufgestellt. Es handelt sich um einen hölzernen Schattenriss in Originalgröße: Inklusive Podest soll der späterere Marx 6,30 Meter hoch werden. "Das hat nichts mit Verherrlichung zu tun. Die Zeiten sind vorbei", sagte Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe. Natürlich sei das Denkmal groß. Dahinter stehe aber die Idee des chinesischen Künstlers Wu Weishan, der mit der Figur eine Sichtachse zum langjährigen Wohnhaus der Familie Marx in der Nähe herstellen wolle. Größe und Standort auf dem Simeonstiftplatz nahe der Porta Nigra lösten bei Bürgern teils heftige Kritik aus. Der Trierer Stadtrat wird voraussichtlich am 13. März über die Annahme des Riesen-Geschenks aus China entscheiden. Marx wurde am 5. Mai 1818 in Trier geboren und verbrachte die ersten 17 Jahre seines Lebens in der Moselstadt.

Radionutzung weiter auf hohem Niveau

Hörfunk erreicht 78,1 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung

Die Nutzung des Hörfunks in Deutschland bleibt auf hohem Niveau. Von Montag bis Freitag hört jeder Bürger ab zehn Jahren im Schnitt 189 Minuten Radio. Dies geht aus den in Frankfurt veröffentlichten Eckdaten der neuen Media-Analyse (MA) hervor. Bei der letzten Erhebung im Juli vergangenen Jahres waren es 190 Minuten gewesen. Allerdings ist die Gesamtzahl der werktäglichen Radio-Hörer leicht auf 56,627 Millionen zurückgegangen. Bei der vorangegangenen MA waren es 370 000 Hörer mehr. Der Hörfunk erreicht damit 78,1 Prozent (Juli 2016: 78,7 Prozent) der deutschsprachigen Bevölkerung. Medien- und Werbewirtschaft ermitteln zweimal im Jahr die Reichweiten der Sender - auf UKW, DAB+ und im Internet. Die MA 2017/I basiert auf fast 70 000 Interviews. Die detaillierten Hörerzahlen für öffentlich-rechtliche und private Wellen werden am 8. März veröffentlicht.

Brecht-Forscher Werner Hecht gestorben

Hecht war Leiter des Brecht-Zentrums der DDR

Der Brecht-Forscher und -Herausgeber Werner Hecht ist vorgestern in Berlin im Alter von 90 Jahren gestorben, das meldet die Berliner Zeitung. Hecht war Mitarbeiter von Helene Weigel während ihrer Zeit als Intendantin des Berliner Ensemble und Berater bei der Leitungsarbeit. In Weigels Auftrag gab er zahlreiche Schriften Bertolt Brechts heraus, bearbeitete und dokumentierte den Nachlass. Bis 1990 war er Leiter des Brecht-Zentrums der DDR und verantwortete zahlreiche kulturpolitische Aktivitäten zum Werk Brechts. Sein erstes Brecht-Buch kam 1962 heraus, die 33-bändige kommentierte Gesamt-Ausgabe erschien 1998 anlässlich Brechts 100. Geburtstag.

Zusätzliche Mittel zur Erhaltung schriftlichen Kulturguts

Kulturstaatsministerin folgt der Empfehlung der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK)

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat für das Jahr 2017 zusätzliche Fördermittel in Höhe von einer Million Euro zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts in Archiven und Bibliotheken Deutschlands ausgeschrieben. Mit der Ausschreibung folgt die Kulturstaatsministerin den "Bundesweiten Handlungsempfehlungen" der von Bund und Ländern finanzierten Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK). Von den Mitteln in Höhe von einer Million Euro wird ein Teil den betroffenen Archiven und Bibliotheken des Bundes zur Verfügung gestellt. Ein weiterer Teil soll an die Länder und Kommunen zur finanziellen Unterstützung geeigneter Projekte ihrer Einrichtungen gehen. Einzelheiten zu den Förderanträgen und zur Einreichungsfrist für die Projekte können der Ausschreibung und den beigefügten Formularen entnommen werden unter: www.kulturstaatsministerin.de

Harry Belafonte feiert 90. Geburtstag

Stadtteil-Bibliothek in Harlem wird künftig seinen Namen tragen

US-Schauspieler und Musiker Harry Belafonte feiert seinen 90. Geburtstag. Das größte Geschenk kommt von seiner Heimatstadt New York: Gleich eine ganze Stadtteil-Bibliothek wird künftig seinen Namen tragen, natürlich in Harlem, da wo er vor 90 Jahren geboren wurde. Mehr als 100 Millionen Platten mit Songs wie "Banana Boat", "Island in the Sun" und "Matilda" verkaufte Belafonte, spielte in mehr als 40 Filmen mit und engagierte sich immer auch politisch. An der Seite von Martin Luther King Jr. kämpfte er für schwarze Bürgerrechte in den USA, mit Nelson Mandela gegen die Apartheid in Südafrika und als Unicef-Botschafter für Kinder auf Haiti und im Sudan. Mit Kritik sparte er nicht - ob an Präsidenten wie George W. Bush, Barack Obama und Donald Trump, oder auch an seinen Musikkollegen, denen er vorwarf, sich nicht mehr um ihre "gesellschaftlichen Pflichten" zu kümmern. Nun sei er an einem Punkt in seinem Leben angelangt, an dem er auf alles noch einmal zurückblicke, sagte Belafonte jüngst der "New York Times". "Als ich 20 oder 30 war dachte ich, alles auf der Welt ist möglich. Jetzt wache ich mit 90 auf, schaue mich um und sage: "Was brauchen wir jetzt?" Wir brauchen jetzt die selben Dinge wie zuvor. Die Bewegung stirbt nicht, weil der Kampf nicht stirbt."

Hass und Aggression behindern Arbeit von Journalisten

Uni Bielefeld veröffentlicht Studie zu Journalismus und "Hate Speech"

Jeder zweite Journalist empfindet die zunehmende Aggression gegen seine Berufsgruppe als Belastung. Das geht aus einer heute veröffentlichten Studie unter Leitung des Konfliktforschers Andreas Zick von der Universität Bielefeld hervor, die auf Initiative des Mediendienstes Integration erstellt worden war. Bei der Erhebung im vergangenen November und Dezember gaben 66,5 Prozent der dazu befragten 549 Journalisten an, hasserfüllte Reaktionen auf journalistische Beiträge hätten in den letzten zwölf Monaten zugenommen. Gut 27 Prozent der Journalisten hatten dies auch in Bezug auf eigene Beiträge erlebt. Ein Viertel der Betroffenen wurde in diesem Zeitraum auf Demonstrationen oder in Interviewsituationen verbal oder körperlich attackiert. 38 Prozent der Journalisten, die Zielscheibe von "Hate Speech" wurden, erreichten die Angriffe über soziale Netzwerke oder über die Kommentarfunktionen ihres Mediums. Ein Journalist gab an, er sei schon mehrfach aus Recherchen ausgestiegen, weil er seine persönliche Sicherheit gefährdet sah "und die Angst zu groß war". Ein Teilnehmer der Studie sagte: "Publizieren wird zur Mutprobe."

Barenboims Berliner Konzertsaal wird eröffnet

Er trägt den Namen seines Freundes Pierre Boulez

Berlin bekommt einen neuen Konzertsaal - aus der Feder eines Stararchitekten und mit edlem Holz vertäfelt: Der von Daniel Barenboim erdachte und vom Amerikaner Frank Gehry entworfene Saal soll von diesem Samstag an eine regelmäßige Konzertsaison anbieten. Der nach dem französischen Komponisten und Dirigenten Pierre Boulez (1925-2016) benannte Saal bietet Platz für 680 Zuhörer und ist Teil der von Barenboim gegründeten Musikakademie seines West-Eastern Divan Orchestra. Für die Akademie hat das Land Berlin einen Teil des früheren Kulissendepots der Staatsoper Unter den Linden zur Verfügung gestellt, finanziert wird sie mit 21,4 Millionen Euro vom Bund, den Rest der Gesamtkosten von 35,1 Millionen Euro steuern Sponsoren bei. Gehry, der unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao und den Facebook-Campus im Silicon Valley entwarf, hat seinen Entwurf unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Für die Akustik sorgte der Japaner Yasuhisa Toyota, der unter anderem den Klang der Hamburger Elbphilharmonie einstellte.

Sohn von Nazi-Funktionär gibt geraubte Kunst zurück

Kunstwerke werden voraussichtlich in Krakau ausgestellt

Der Sohn des einstigen hochrangigen Nazi-Politikers Otto von Wächter hat drei von seiner Familie geraubte Gemälde an Polen zurückgegeben. Die im Zweiten Weltkrieg entwendeten Kunstwerke würden von Experten untersucht und anschließend voraussichtlich in Krakau ausgestellt, teilte die Regionalbehörde der südpolnischen Stadt mit. Dort waren sie von der Familie des aus Österreich stammenden NS-Politikers und SS-Führers Otto von Wächter, der unter dem Nazi-Regime zeitweise Gouverneur in Krakau war, mitgenommen worden. Freiwillig hatte sein Sohn Horst von Wächter das Diebesgut am Wochenende den polnischen Behörden übergeben und an andere deutsche und österreichische Nachfahren von Nazis appelliert, seinem Beispiel zu folgen. Dass ein Nachkomme Raubkunst zurückgebe, sei in der südpolnischen Region ein Präzedenzfall, hieß es von der polnischen Behörde. Bei den Gemälden handelt es sich den Angaben zufolge um eine Landkarte Polens aus dem 18. Jahrhundert sowie ein Aquarell des Krakauer Potocki-Palasts "Pod Baranami" aus dem 19. Jahrhundert, auf dessen Rückseite die Ehefrau Charlotte von Wächter handschriftlich vermerkt hatte: "Blick auf Potocki-Palast - mitgenommen aus Krakau 1939".

Jupiter für "Willkommen bei den Hartmanns"

Ausgezeichnet als "bester Film national"

Simon Verhoevens Komödie "Willkommen bei den Hartmanns" wird mit dem Jupiter Award als "bester Film national" ausgezeichnet. Leser und Internetnutzer der Medienmarken "Cinema" und "TV Spielfilm" haben für die Ehrung abgestimmt, wie die Veranstalter des Verlagshauses Burda mitteilten. Die Geschichten, die Verhoeven als Regisseur erzähle, seien "originell, humorvoll, spannend und begeisternd", sagte Cinema-Chefredakteur Artur Jung. Der Film sei unterhaltsam und "gleichzeitig von hoher gesellschaftlicher Relevanz". Als bester internationaler Film ausgezeichnet wird "Independence Day: Die Wiederkehr" von Regisseur Roland Emmerich. Zum besten Fernsehfilm wählten die Zuschauer "Winnetou" (RTL). Der Publikumsfilmpreis Jupiter Award zeichnet jährlich die besten Filme und Stars aus Fernsehen und Kino aus. Am 29.März wird er in Berlin zum 38. Mal verliehen.

Pussy Riot tritt bei New Yorker Festival auf

Sie steht mit autobiographischem Theaterstück auf dem Programm

Die russische Frauen-Punkband Pussy Riot tritt beim New Yorker Festival Spring Revolution auf. Das Stück "Revolution", das am 17. März an der neuen Spielstätte National Sawdust im Stadtteil Brooklyn aufgeführt werden soll, ist eine Adaption der Autobiographie der Sängerin Maria Alechina. Die Sängerin wird in dem Theaterstück auch selbst auf der Bühne stehen. Beteiligt ist zudem die ebenfalls aus Russland stammende Punkband Asian Women on the Telephone. Die Veranstalter des Festivals wären für jede Art von Performance seitens Pussy Riot offen gewesen, sagte die Direktorin Paola Prestini. Die Hinwendung zum Theater sei aber eine "natürliche Entwicklung" für eine Künstlerin, die sich mit hochpolitischen Themen befasse. Im Oktober brachte Pussy Riot einen Video-Clip mit dem Titel "Make America Great Again" heraus, in dem mit schockierenden Mitteln mögliche Fehlentwicklungen in der heraufziehenden Ära des neuen US-Präsidenten Donald Trump dargestellt werden.

Ottifant als Briefmarke

Auf der 70-Cent Sondermarke ist auch der Leuchtturm von Pilsen zu sehen

Ein Ottifant von Komiker Otto Waalkes schmückt jetzt eine Briefmarke der Deutschen Post. Der Comic-Elefant - seit mehr als 40 Jahren eines der Markenzeichen des norddeutschen Blödel-Barden - ist Motiv einer 70-Cent-Sondermarke, die ab heute ausgegeben wird. Im Hintergrund ist der Leuchtturm im ostfriesischen Pilsum zu sehen. Der rot-gelb-gestreifte Turm an der Nordseeküste wurde durch den Komiker bekannt, unter anderem durch den Film "Otto - Der Außerfriesische". Zu der Marke gibt es in Ottos Heimatstadt Emden auch einen Postsonderstempel, kündigte eine Sprecherin der Post in Hamburg an.

Direktor des New Yorker Metropolitan Museum tritt zurück

Thomas Campbell soll seinen Posten Ende Juni räumen

Der Direktor des New Yorker Metropolitan Museum tritt zurück. Der gebürtige Brite Thomas Campbell werde seinen Posten Ende Juni nach dann achteinhalb Jahren an der Spitze des renommierten Kunstmuseums räumen, teilte das Met mit. Met-Präsident Daniel Weiss soll den Posten übergangsweise besetzen, bis ein neuer Direktor gefunden ist. Einem Bericht der "New York Times" zufolge stand der 54-Jährige trotz hoher Besucherzahlen zunehmend unter Druck. So seien viele seiner Modernisierungspläne wegen finanzieller Probleme rückgängig gemacht worden, darunter der Bau eines neuen Gebäudeflügels für moderne Kunst. Im Februar hatte die Zeitung von einem Defizit von bald 40 Millionen Dollar (38 Mio Euro) sowie Dutzenden Entlassungen berichtet und gefragt, ob das Museum sich im Niedergang befinde.

Lambrecht-Sammlung für Millionen versteigert

Verkaufte Kunst zugunsten Siegen

Die Versteigerung der 13 Hauptwerke aus der privaten Kunstsammlung der Mäzenin Barbara Lambrecht hat in London alle Erwartungen übertroffen. Die Gemälde - unter anderem von Claude Monet, Berthe Morisot, Auguste Renoir und Pablo Picasso - erlösten bei Christie's gestern abend bereits insgesamt knapp 16 Millionen Pfund (18,6 Mio Euro) mit Aufgeld. Heute sollten weitere rund 30 Bilder aus der Sammlung der Krombacher-Gesellschafterin in London unter den Hammer kommen. Der komplette Erlös aus dem Verkauf der Privatsammlung soll der ebenfalls von Lambrecht finanzierten Sammlung im Museum für Gegenwartskunst in Siegen zugute kommen. Die Werke aus der Lambrecht-Sammlung waren allerdings nicht die teuersten bei der Abendauktion von Christie's. So wurde das Gemälde "Te Fare (La Maison)" von Paul Gauguin für umgerechnet fast 24 Millionen Euro versteigert und war damit Spitzenreiter des Abends.

Rihanna als "Menschenfreund" geehrt

Harvard-Universität würdigt Engagement in Entwicklungsländern

Die Elite-Universität Harvard hat Sängerin Rihanna als «Menschenfreund des Jahres 2017» ausgezeichnet. Grund für die Ehrung ist unter anderem Rihannas Engagement in ihrer Heimat Barbados. Dort hat sie ein Onkologie- und Nuklearmedizin-Zentrum für die Behandlung von Brustkrebs errichtet hat. Außerdem würdigte die Stiftung Rihannas Stipendienprogramm für Studenten aus der Karibik, die in den USA studieren, und ihren Einsatz für weltweite Bildungsprojekte.

Obama schließt Rekord-Buchvertrag ab

Penguin Random House sichert sich Rechte an den Biografien

Das in New York ansässige Verlagshaus Penguin Random House hat einen der derzeit begehrtesten Buchverträge abgeschlossen. In einer Erklärung teilte das Unternehmen mit, man die weltweiten Rechte für die gemeinsamen Memoiren des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama und seiner Ehefrau Michelle erworben. Einzelheiten des Deals wurden nicht mitgeteilt. Doch nach Informationen der "Financial Times" überstiegen die Gebote für das Memoiren-Doppelpack zuletzt 60 Millionen Dollar.

Verschollene Bronzestatuette zurück in Berlin

Etruskische Bronzestatue war über 30 Jahre lang in privater britischer Sammlung

Ein seit dem Zweiten Weltkrieg verschollener Bronzekrieger ist in die Berliner Antikensammlung zurückgekehrt. Das etruskische Kunstwerk war nach Angaben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mehr als 30 Jahre lang in einer englischen Privatsammlung und wurde erst 2015 versteigert. Über einen britischen Kunsthändler sollte es erneut verkauft werden. Dieser kontaktierte eine Expertin des British Museum, die die Herkunft des 17 Zentimeter hohen Kriegers erkannte. Der Verkäufer habe sich dann zur Rückgabe bereit erklärt, als er von der Geschichte der Statuette erfahren habe. Sie gehörte nach Angaben des Museums seit 1869 zur Antikensammlung. Der speerschleudernde Krieger mit Helm stammt aus der Zeit zwischen dem späten 6. und dem frühen 5. Jahrhundert vor Christus.

Leipziger Bach-Medaille geht an Reinhard Goebel

Musiker prägte Entwicklung der historischen Aufführungspraxis

Der Dirigent und Geiger Reinhard Goebel erhält die diesjährige Bach-Medaille der Stadt Leipzig. Die Auszeichnung werde dem 64-jährigen Musiker am 17. Juni im Rahmen des Bachfestes übergeben, teilte das Bacharchiv Leipzig mit. Goebel leitete viele Jahre das Ensemble Musica Antiqua Köln und gilt als "Ikone der Alten Musik". Kein anderer deutscher Musiker habe "einen derart hohen Einfluss auf die Entwicklung der historischen Aufführungspraxis gehabt wie Reinhard Goebel", hieß es. Weltweit begeistere er "mit seinem Feuer und seiner unersättlichen Neugier Kenner wie Liebhaber, Musiker wie Zuhörer für die Klangwelt um Johann Sebastian Bach". Goebel habe mit dem von ihm 1973 gegründeten Ensemble Musica Antiqua Köln und dessen preisgekrönten Einspielungen neue Maßstäbe gesetzt, hieß es weiter. Der Musiker ist seit 2010 Professor für historische Aufführungspraxis am Mozarteum in Salzburg. Zugleich ist er als Dirigent weltweit gefragt. Die Bach-Medaille wird für besonderer Verdienste um die Pflege des Erbes von Johann Sebastian Bach (1685-1750) verliehen. Vorjahrespreisträger war der Sänger Peter Kooij.

Ruhrfestspiele-Intendant Hoffmann hört 2018 auf

Unter Hoffmanns Leitung stieg Zuschauerzahl des Festivals auf über 80 000

Der Intendant der Ruhrfestspiele Recklinghausen, Frank Hoffmann, hört nach 14 Jahren auf. Mit seiner 14. Spielzeit im Mai/Juni 2018 werde er sich als Intendant des traditionsreichen Theaterfestivals verabschieden, erklärte Hoffmann. "Das Ende des Steinkohlebergbaus im Jahr 2018 bedeutet auch eine wichtige Zäsur in der Geschichte der Ruhrfestspiele", sagte der 63-Jährige. Deshalb sei es auch für ihn persönlich der richtige Zeitpunkt, "einen Schnitt zu machen und zu neuen Horizonten aufzubrechen". Eine neue Führung werde gesucht, hieß es bei den Ruhrfestspielen. Der Luxemburger Hoffmann hatte das vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) mitfinanzierte Festival 2005 in einer Krise übernommen. Hoffmann leitet sowohl die Ruhrfestspiele als auch das Théâtre National du Luxembourg. Neben den Festivals in Avignon und Edinburgh gehören die Ruhrfestspiele mit ihrer 70-jährigen Geschichte heute zu den prägenden europäischen Theaterfestivals.

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