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Samstag, 07.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 15. November 2019

Landesmuseum in Halle wird ausgebaut

Das Landesmuseum für Vorgeschichte, in dem unter anderem die Himmelsscheibe von Nebra ausgestellt wird, soll für drei Millionen Euro ausgebaut werden. Geplant ist unter anderem, die Dauerausstellung zu erweitern, die Barrierefreiheit zu verbessern und die Sicherheitstechnik zu modernisieren. Das Geld kommt aus EU-Mitteln, wie Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) am Freitag mitteilte. "Durch die einzelnen Teilprojekte des Vorhabens soll die Zukunftsfähigkeit des Hauses gesichert werden", heißt es in der Mitteilung. Zu seinem 100-jährigen Bestehen im vergangenen Jahr lagen mehr als 16,5 Millionen Einzelfunde im Depot des Museums. In das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle sind laut Landesarchäologe Harald Meller im vergangenen Jahr rund 75.000 Besucher gekommen und damit rund 12.000 mehr als 2017. Es gehört eigenen Angaben zufolge zu den wichtigsten archäologischen Museen in Mitteleuropa.

20 neue Stellen gegen Verfall von Kulturbauten

Für die Umsetzung dringend notwendiger Sanierungsarbeiten an Gebäuden der Stiftung Preußischer Kulturbesitz stehen im kommenden Jahr 20 neue Stellen beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung zur Verfügung. Stiftungs-Präsident Hermann Parzinger sieht darin ein wichtiges Zeichen für den Erhalt bestehender Gebäude. Es solle nun umgehend ein Plan für die Instandhaltung umgesetzt werden, hieß es am Freitag bei der Stiftung in Berlin. Der Bundesrechnungshof hatte zuletzt wichtige Kulturbauten der Hauptstadt in ihrem Bestand gefährdet gesehen. Über viele Jahre hinweg sei ein erheblicher Bauunterhaltsstau entstanden, hieß es in einem Bericht des Rechnungshofes an den Haushaltsausschuss des Bundestages. Die von Bund und Ländern getragene Stiftung begegne dem nicht effektiv, kritisieren die Prüfer. Die Stiftung zählt mit mehr als 20 Museen, Sammlungen, Bibliotheken, Instituten und Archiven zu den weltweit größten Kultureinrichtungen.

Katharina Wagner bleibt Festspiel-Chefin in Bayreuth

Katharina Wagner bleibt Chefin der Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele. Die Gesellschafter-Versammlung der Festspiele beschloss in Nürnberg eine Vertragsverlängerung um fünf Jahre bis 2025. Der Vertrag soll in Kürze unterzeichnet werden, wie das bayerische Kunstministerium mitteilte. Die Urenkelin des Komponisten Richard Wagner (1813-1883) hatte die Festspielleitung im Jahr 2008 gemeinsam mit ihrer Halbschwester Eva Wagner-Pasquier übernommen, seit 2015 ist sie alleinige Chefin auf dem Grünen Hügel. Wagner dankte den Gesellschaftern der Festspiele für ihre Vertrauen und sagte: "Es freut mich sehr, in den nächsten fünf Jahren meine Arbeit für die Bayreuther Festspiele kontinuierlich fortsetzen und weiterentwickeln zu können."

Eigentümer der "Berliner Zeitung" war bei der Stasi

Der neue Besitzer des Berliner Verlags, Holger Friedrich, ist in der DDR zeitweise Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi gewesen. Nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" war er unter dem Decknamen "Peter Bernstein" für das Ministerium für Staatssicherheit tätig. Demnach berichtete er während seines Wehrdienstes bei der Nationalen Volksarmee über Kameraden und belastete diese dem Bericht zufolge teilweise schwer. Wie Friedrich selbst "in eigener Sache" in der "Berliner Zeitung" erklärte, habe er eine handschriftliche Verpflichtungserklärung bei der Stasi aus einer Notsituation nach einer Verhaftung heraus verfasst, um einer befürchteten Gefängnisstrafe zu entgehen. Nach den Worten Friedrichs endete die Zusammenarbeit mit der Stasi, weil er sich als Mitarbeiter öffentlich zu erkennen gab.

China droht Schweden wegen Ehrung von Minhai

China hat Schweden mit Repressalien gedroht. Grund ist die Ehrung des inhaftierten Hongkonger Buchhändlers und Publizisten Gui Minhai durch den schwedischen PEN. Minhai soll am Abend den Tucholsky-Preis für verfolgte Schriftsteller in Abwesenheit verliehen bekommen. China sei gegen die Ehrung eines "Lügners" und noch viel mehr gegen die Anwesenheit von Regierungsmitgliedern bei der Preisvergabe. Der chinesische Botschafter in Stockholm sagte, dass sich Sbestimmte Personen in Schweden nicht mehr sicher fühlen sollten, nachdem sie die Gefühle des chinesischen Volkes verletzt hätten. Die Entscheidung würde die Beziehungen der beiden Länder beeinträchtigen, so der Botschafter.
Schwedens Premierminister Löfven erklärte, Stockholm lasse sich durch Drohungen nicht beeindrucken.
Der in China geboren Publizist Minhai, der heute nur noch die schwedische Staatsbürgerschaft besitzt, werde für seine "unermüdliche Arbeit für das freie Wort" geehrt, hieß es. Seit Jahren wird Gui Minhai in China festgehalten. Er ist einer von fünf Buchhändlern aus Hongkong, die politisch heikle Bücher über China herausgegeben hatten, bis sie 2015 unter merkwürdigen Umständen verschwanden. Alle fünf tauchten in China auf. Bis auf Gui Minhai sind alle wieder auf freiem Fuß.

Entschuldigung von Nobelpreisträger Handke gefordert

Dreieinhalb Wochen vor der Vergabe der Nobelpreise hat die Gesellschaft für bedrohte Völker eine Entschuldigung von Literaturnobelpreisträger Peter Handke bei bosnischen Kriegsopfern gefordert. Das Nobelkomitee der Schwedischen Akademie solle den Österreicher dazu bringen, dass dieser sich öffentlich bei den Opfern des Völkermordes von Srebrenica und Bosnien entschuldige. Wenn Handke nicht zu einer Entschuldigung bereit sei, solle das Komitee darauf bestehen, dass er auf den Preis verzichte. Handke hatte sich während der Kriege im ehemaligen Jugoslawien stark mit Serbien solidarisiert und nach Ansicht von Kritikern die von Serben begangenen Kriegsverbrechen bagatellisiert oder geleugnet. Die Bekanntgabe der Verleihung des Nobelpreises für 2019 an ihn hatte weltweit Kritik ausgelöst. Der Literaturnobelpreis wird am 10. Dezember in Stockholm verliehen. Die Organisation "Mütter von Srebrenica" plant nach Medienangaben eine Demonstration in Stockholm gegen Handke.

Möglicher Sensationsfund im Wiener Stephansdom

Eine großformatige Wandmalerei im Wiener Stephansdom stammt wahrscheinlich von Albrecht Dürer. Das vermuten Experten nach der Untersuchung eines Wandbildes im gotischen Bischofstor an der Nordseite des Doms. Wie österreichische Medien berichten, wurde bei Restaurierungsarbeiten auch die sogenannte Unterzeichnung untersucht. Die aus dem frühen 16. Jahrhundert stammende Wandmalerei zeigt einen reich verzierten Flügelaltar mit den beiden Heiligen Katharina und Margarethe. Dürer-Experte Erwin Pokorny wird mit den Worten zitiert, die virtuose Pinselführung lasse eindeutig die Handschrift des Renaissance-Genies erkennen. Dürer lebte von 1471 bis 1528. Seine Werke machten ihn in ganz Europa bekannt. Belegt sind mehrere Reisen. Zentrum seines Wirkens war sein Geburts- und Sterbeort Nürnberg.

Journalisten fordern besseren Schutz der Pressefreiheit

Hunderte Journalisten, Medien und Verbände haben sich mit Kollegen solidarisiert, die von Rechtsextremen bedroht werden. Zum Schutz der Pressefreiheit haben sie einen Aufruf verfasst, der sich gegen rechtsextreme Hetze richtet. Anlass ist der Aufruf der NPD zu einer Demonstration für Ende November in Hannover gegen den Journalisten Julian Feldmann und gegen den Rundfunkbeitrag. Julian Feldmann arbeitet unter anderem für das NDR-Fernsehmagazin "Panorama". Er berichtet regelmäßig über die rechte Szene. Bekannt wurde er durch ein Interview, das er im November 2018 mit dem ehemaligen SS-Mann Karl Münter führte. Münter hatte in dem Gespräch den Holocaust relativiert und die Opfer eines SS-Massakers in Frankreich verhöhnt. Die Unterzeichner des Aufrufs fordern die demokratischen Parteien dazu auf, Gesetze auf den Weg bringen, die Journalistinnen und Journalisten bei ihrer Arbeit besser schützen.

Weitere Millionenspritze für Deutsches Museum

Das Deutsche Museum in München erhält für seine Generalsanierung weitere 300 Millionen Euro vom Freistaat Bayern und vom Bund. Die Mittel werden nach Auskunft des bayerischen Wissenschaftsministeriums zu gleichen Teilen bereitgestellt, zusätzlich zu den bereits geflossenen 445 Millionen Euro. Das Deutsche Museum habe mit dem zusätzlichen Geld weiteren Spielraum gewonnen, sich räumlich und konzeptionell neu aufzustellen, so das Ministerium. 1903 gegründet, zählt es mit 66.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche zu den größten Wissenschafts- und Technikmuseen der Welt. Das Deutsche Museum befindet sich nicht in staatlicher Trägerschaft, sondern wird als rechtlich selbstständige Einrichtung vom Freistaat sowie Bund und Ländern gemeinschaftlich gefördert. Die Modernisierung begann 2015 und soll bis 2025 abgeschlossen sein.

Kunst in Venedig durch Hochwasser bedroht

Nach dem schweren Hochwasser in Venedig ist die Lage erneut kritisch. Der Markusplatz wurde wegen Überflutung und starken Windes gesperrt. Für 11.20 Uhr war ein Wasserstand von 160 Zentimeter über dem normalen Meeresspiegel vorhergesagt. Schulen waren genauso wie der Dogenpalast geschlossen. Der öffentliche Verkehr wurde eingestellt. Kulturminister Dario Franceschini sprach von einem "Notfall". Kulturdenkmäler seien durch salziges und schmutziges Wasser in Mitleidenschaft gezogen worden. Kunstwerke in Sammlungen oder Material in Archiven und Bibliotheken seien aber nach ersten Erkenntnissen nicht beschädigt worden. Die Oper La Fenice sagte Aufführungen ab. Die Kunst-Biennale erklärte dagegen, wieder zu öffnen, nachdem das Gelände am Mittwoch gesperrt war und die Kunstwerke auf Schäden überprüft wurden. Viele Venezianer werfen der Politik vor, die Stadt an Tourismus- und Kreuzfahrtunternehmen verkauft zu haben und sich nicht wirklich um den Schutz zu kümmern. Bürgermeister Brugnaro dringt darauf, das skandalgeplagte Flutschutz-Vorhaben fertigzustellen. Regierungschef Conte erklärte, der Bau sei zu "92 bis 93 Prozent" fertig. "Venedig ist ein Kulturerbe Italiens und der Menschheit. Es ist notwendig, dass eine Serie von historischen Problemen gelöst wird."

Zentrales Migrationsmuseum entsteht in Köln

Ein seit Jahren geplantes Migrationsmuseum soll in Köln realisiert werden. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat dafür nach Angaben des Trägervereins DOMiD gut 22 Millionen Euro bewilligt. Auch das Land NRW habe Unterstützung zugesagt. Der SPD-Bundestagsfraktionschef Rolf Mützenich sagte, er habe sich für das geplante "Haus der Einwanderungsgesellschaft" eingesetzt, um einen Ort der Erinnerungskultur zu ermöglichen. Köln sei dafür ein guter Ort. Die Stadt sei seit über 2000 Jahren von Migration geprägt, so Mützenich. In Köln werden mehr als 180 Nationen und 150 Religionen gezählt. Das Museum soll in einer ehemaligen Industriehalle auf der rechten Rheinseite entstehen. Geplante Exponate sind Erinnerungsstücke von Migranten wie Tagebücher, Reisepässe, Flüchtlingsausweise, Koffer, Kochbücher mit Rezepten aus der Heimat oder die Haube einer koreanischen Krankenschwester, die in den 1960er Jahren angeworben wurde, weil in Deutschland schon damals ein Pflegenotstand herrschte.

E-Book-Verkäufe rückläufig

Das Interesse an E-Books ist 2019 leicht zurück gegangen. In den ersten drei Quartalen gingen bundesweit 23,5 Millionen E-Books über die digitale Ladentheke. Das waren 3,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt mitteilte. Der Umsatz fiel um 0,6 Prozent auf 147,3 Millionen Euro. Er liegt damit bei knapp 6 Prozent aller Buchmarkt-Umsätze. Dagegen stieg den Angaben zufolge die Zahl der Käufer um 0,8 Prozent auf nun 3,1 Millionen. Ein digitales Buch kostete durchschnittlich 6,28 Euro.

2,3 Millionen Euro für Gemälde von Leonardo-Schüler

In Paris ist ein Gemälde eines der wichtigsten Schüler von Leonardo da Vinci für 2,3 Millionen Euro versteigert worden. Das Ölbild von Bernardino Luini "Madonna mit Kind und dem Heiligen Georg" aus dem 15. Jahrhundert ging an einen anonymen Bieter, wie das Auktionshaus mitteilte. Luini lebte von 1480 bis 1532 und wird auch als "Raphael der Lombardei" bezeichnet. Einige Experten schreiben ihm Leonardos Meisterwerk "Salvator Mundi" zu, das als das teuerste Bild der Welt gilt. Es war 2017 für den Rekordpreis von 450 Millionen Dollar veräußert worden.

40 Millionen für Fotoinstitut in Düsseldorf

Das neue Deutsche Fotoinstitut wird in Düsseldorf angesiedelt. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat rund 40 Millionen Euro Förderung für den Neubau bewilligt, Stadt und Land wollen die Kofinanzierung stemmen. Das Institut soll nach dem Willen der Bundesregierung das "nationale fotografische Kulturerbe" bewahren. Ministerpräsident Armin Laschet sagte, Düsseldorf sei ein "lebendiges Zentrum der Fotografie und damit ein hervorragender Standort für das bundesweit bedeutsame Projekt". Das neue Fotozentrum soll laut Staatskanzlei am Düsseldorfer Ehrenhof entstehen, in dessen Bereich bereits mehrere Museen angesiedelt sind. Stadt und Land wollen nach Informationen der "Rheinische Post" weitere 40 Millionen Euro in das Projekt stecken. Bislang gibt es in Deutschland kein zentrales Archiv für Fotokunst.

"Schindlers Liste"-Produzent Branko Lustig gestorben

Er war Holocaust-Überlebender und Oscar-Preisträger: Heute ist Branko Lustig in Zagreb im Alter von 87 Jahren gestorben. Als Kind jüdischer Eltern im Juni 1932 in Kroatien geboren, wurde er in die Konzentrationslager Auschwitz und Bergen-Belsen deportiert und verlor den Großteil seiner Familie. Später wanderte er in die USA aus. Es sei ein langer Weg von Auschwitz auf diese Bühne, hatte Lustig gesagt, als er 1993 den renommiertesten Filmpreis der Welt für seine Produktion von Steven Spielbergs "Schindlers Liste" entgegennahm. Vor zehn Jahren war Lustig in seine Heimat zurückgekehrt und zum Ehrenbürger der Hauptstadt ernannt worden.

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