Das Feature, vom 10.03.2020, 19:15 Uhr

75 Jahre nach Kriegsende Bomben unter Oranienburg

Von Ulrike Bajohr und Mario Bandi

Am 15. März 1945 warf die 8. US Air Force 5.690 Großbomben auf Oranienburg. Das war der schwerste aller Angriffe auf die Kleinstadt nördlich Berlins. Noch heute lauern über 200 Blindgänger unter den Straßen und Häusern. Oranienburg bombenfrei zu machen, kann noch Generationen dauern.

Ein Feuerwehrmann auf einer Hebebühne vor einem Wohnhaus. (Deutschlandradio / Mario Bandi)
Die Feuerwehr kontrolliert vor einer Bombenentschärfung, ob alle Bürger den Sperrkreis verlassen haben. (Deutschlandradio / Mario Bandi)

Die Stadt hatte eine beachtliche Rüstungsindustrie - aber die Rote Armee stand schon an der Oder. Was veranlasste die Westalliierten im Frühjahr 1945 noch zu so massiven Bombardements?

Die Amerikaner wollten den Russen den Zugriff auf die Uranoxid-Produktion der Auer-Werke versperren, sagen viele Historiker. Am Ende des Heißen Krieges habe der Kalte Krieg um die Atombombe begonnen. Im Gegenteil, widersprechen andere Experten, die Amerikaner hätten mit der Zerstörung des Verschiebebahnhofs den Abtransport des letzten Nazi-Aufgebots an die Ostfront verhindern wollen. Nur habe man nicht so genau zielen können.

75 Jahre nach Kriegsende sind die Debatten in Oranienburg längst nicht tot - aber inzwischen haben Hobbyhistoriker Dokumente gefunden, die die Diskussion versachlichen können.

Jürgen und Erich Nitschmann haben als Kinder die Bombardements miterlebt - und müssen als alte Herren ihre Wohnugnen verlassen, wenn mal wieder eine "Kampfmittelentschärfung" ansteht.

Bomben unter Oranienburg
75 Jahre nach Kriegsende
Von Ulrike Bajohr und Mario Bandi

Redaktion: Wolfgang Schiller
Produktion: Dlf 2020

Ulrike Bajohr, Jahrgang 1954. Seit 1994 Redakteurin beim Deutschlandfunk, Autorin zahlreicher Features.

Mario Bandi, geb. 1963, St. Petersburger und Wahlberliner, Theaterregisseur und Filmemacher. Er ist seit 20 Jahren freier Radiofeature-Autor.

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