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Einstand | Beitrag vom 16.12.2019

70 Jahre Akkordeon an der Musikhochschule "Franz Liszt" WeimarMehr als eine Quetschkommode

Von Elisabeth Hahn

Musikerin spielt Knopfakkordeon in einem schwarzen Raum (HfM Weimar/ Guido Werner )
70 Jahre Fachrichtung Akkordeon (HfM Weimar/ Guido Werner )

In Weimar haben Musikstudierende eine Mission: sie wollen die Menschen von der Vielfalt und Faszination des Akkordeons überzeugen. In diesem Jahr feierte die kleine Fachrichtung Akkordeon ihren 70.Geburtstag.

"Es würde nie jemand auf die Idee kommen zu fragen, wie es ist, für Geige zu komponieren", sagt der Komponist Steffen Schleiermacher und fügt hinzu, auch wenn das Akkoreon "einen komischen Ruf hat, als ob es nicht so ganz seriös ist, so semibanal und profan kann auch das Akkordeon grauenhaft schlechte Musik spielen."

Jede Falte zählt

Der Leipziger Komponist gehörte zu den vielen Gästen, die Ende November den 70. Geburtstag der Fachrichtung Akkordeon an der Hochschule für Musik "Franz Liszt" in Weimar feierten. Im Festkonzert spielten die Studierenden u.a. Schleiermachers "Kammermusik mit Finale 2019".

Ausbildung mit langer Tradition

Die Fachrichtung Akkordeon gehört zu den ältesten und traditionsreichsten in Deutschland. Seit 2007 unterrichtet Claudia Buder in Weimar. Da das Akkordeon im Klang wandlungsfähig wie ein Chamäleon sein kann, will die Professorin und Musikerin, die selbst sehr erfolgreich konzertiert und schon viele Uraufführungen gespielt hat, ihren Studierenden tagtäglich vermitteln.

Klänge ausreizen

Der kastenförmige Balg wurde im Mai 1829 von dem Klavier- und Orgelbauer Zyrill Demian in Wien gebaut. Kaum war die geniale Erfindung gemacht, eroberte sie auch schon die Welt.  
Natürlich ist der Tango ohne das Akkordeon nicht denkbar. Auch außerhalb dieser Szene, gab es immer schon Komponisten, die für das Akkordeon komponierten: 1927 schriebe Hugo Hermann die erste Originalkomposition für Akkordeon "Sieben neue Spielmusiken".

Quell für neue Kompositionen

Die Einführung des Einzeltonakkordeons in den 1960er Jahre eröffnete den Musikern dann ganz neue klang- und spieltechnische Möglichkeiten. Die "Akkordeonliteratur sei damit regelrecht explodiert", sagt die Weimarer Professorin Claudia Buder. "Seitdem sprudelt es. Man kommt gar nicht mehr hinterher, alles zusammenzufassen."

Wer glaubt, dass das Akkordeon noch immer auf den hinteren Rängen der Beliebtheitskala rangiert, der sollte nach Weimar an die Musikhochschule fahren. Die Hörprobe von Deutschlandfunk Kultur wird am 17. Dezember LIVE aus dem Fürstensaal der Musikhochschule senden. Und selbstverständlich wird das Akkordeon im Programm auftauchen - mit dem Akkordeon-Duo con:trust

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