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Konzert / Archiv | Beitrag vom 11.07.2017

70. Aldeburgh FestivalMarschland weltoffen

Aufzeichnungen aus Suffolk

Das Belcea Quartett (Marco Borggreve/Agentur Simmenauer)
Das Belcea Quartett gastiert seit vielen Jahren beim Aldeburgh Festival (Marco Borggreve/Agentur Simmenauer)

Zum 70. Mal fand gerade das Aldeburgh Festival in Ostengland statt, das eng mit Leben und Schaffen des Komponisten Benjamin Britten verbunden ist. Aber nicht nur Musik des Gründers steht auf dem Programm, sondern auch Musik aller anderen Epochen und Regionen. Wir bieten hier Ausschnitte aus den Konzerten des Pianisten Pierre-Laurent Aimard, des Ensembles Vox Luminis und des Belcea Quartetts.

In seiner Heimatregion, in Suffolk, initiierte Benjamin Britten zusammen mit seinem Lebenspartner, dem Tenor Peter Pears, vor siebzig Jahren ein Musikfestival. Das Aldeburgh Festival gehört heute zu den Perlen der Szene. Es macht musikalische Weltliteratur in einer idyllischen Atmosphäre kleiner Kirchen, Hallen, Scheunen und in der weiträumigen Marschlandschaft Ostenglands auf sehr sinnlich Weise erlebbar. Viele seiner Freunde und Kollegen konnte Benjamin Britten zu Besuchen in Aldeburgh und Umgebung gewinnen. Diese weltoffene Stimmung prägt das Festival noch heute.

Eine Verbindung alter und gegenwärtiger Musik lag Benjamin Britten immer sehr am Herzen. Das dokumentieren auch die Mitschnitte dieser Jubiläumsfestivalsaison, die wir im Rahmen der Europäischen Rundfunkunion EBU von der BBC bekommen haben. Passend zum 500. Geburtstag der evangelischen Reformation, die ja auch für England eine gewisse Rolle spielt, führte das Ensemble Vox Luminis Musik von Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach auf. Der ehemalige Festivalleiter Pierre Laurent Aimard kombinierte eine der Französischen Suiten Bachs mit ebenso tänzerischen Klavierwerken Franz Schuberts, die sympathische Bezüge zwischen Österreich (Walzer und Ländler) und Schottland (Ecossaisen) herstellen.

Seit Jahren spielt und unterrichtet das renommierte Belcea Quartett beim Aldeburgh Festival. Intensiv und tiefschürfend haben sich die vier Musiker dabei mit dem drei Stücke umfassenden Oeuvre Benjamin Brittens beschäftigt. Das dritte Streichquartett ist der Schwanengesang des Komponisten, der mit seiner humanen und kreativen Energie auch heute noch in Aldeburgh und der Landschaft Suffolks präsent ist.

In unserem Pausenbeitrag berichtet Julia Kaiser über die Schwerpunkte der 70. Festivalausgabe, die Vorzüge der seit 50 Jahre existierenden Konzerthalle Snape Maltings, die in einer ehemaligen Mälzerei erbaut wurde, und über die Erinnerungen Clive Suttons, des Hausfotografen des Festivals und engen Freundes seiner Gründer Benjamin Britten und Peter Pears.

Aldeburgh Festival
Snape Maltings, Aldeburgh
Aufzeichnung vom 20. Juni 2017

Johann Sebastian Bach
Französische Suite in c-Moll BWV 813

Franz Schubert
"Letzte Walzer” D 146 (Auszüge)
Sechzehn Ländler D 366 (Auszüge)
Walzer, Ländler und Ecossaisen D 145 (Auszüge)

Pierre-Laurent Aimard, Klavier

Blytheburgh Church, Aldeburgh
Aufzeichnung vom 22. Juni 2017

Johann Sebastian Bach
Kantate "Christ lag in Todesbanden" BWV 4
Kantate "Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit" BWV 106

Heinrich Schütz
Musikalische Exequien SWV 279-281

Vox Luminis
Leitung: Lionel Meunier

Snape Maltings, Aldeburgh
Aufzeichnung vom 27. Juni 2017

Benjamin Britten
Streichquartett Nr. 3 op. 94

Belcea Quartet

Konzert

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Der Dirigent Ariel Zuckermann (Felix Broede/Agentur Harrison Parrott)

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