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Kulturnachrichten

Samstag, 1. März 2014

59-Stunden-Woche: Britische Grundschullehrer klagen über Arbeitslast

Schon mittags Feierabend und jeden Sommer große Ferien – dieses Bild vom Lehrer stimmt immer seltener.

In Großbritannien haben Gewerkschaften jetzt eine Umfrage unter Grundschullehrern veröffentlicht. Das Ergebnis: Die Pädagogen arbeiten nach eigenen Angaben gut 59 Stunden in der Woche. Die zusätzliche Belastung ensteht nach Aussage der Lehrer vor allem durch bürokratischen Papierkram sowie durch größere Klassen bei geringerer Personalausstattung. - Die Gewerkschaften reagieren mit dieser Veröffentlichung auf eine Aussage des britischen Bildungsministers, Michael Gove. Dieser hatte erklärt, die Bildung im Land könnte deutlich besser sein – wenn nur die Lehrer länger arbeiteten.

Weitere Einzelheiten enthält dieser Bericht des britischen Guardian

"Mama und ich" großer Gewinner der César-Verleihung

Fünf Césars für die französische Komödie "Mama und ich" - damit ist Regisseur und Darsteller Guillaume Gallienne der Gewinner der vergangenen Nacht.

In Paris wurde er für seine One-Man-Show geehrt, in der er sowohl sich selbst spielt als auch seine Mutter. Die Geschichte geht so: Die Mutter erzieht den Jungen als Mädchen, dieser hat dann sein Coming-Out als Heterosexueller. - Für den Kritiker der Zeitung "Libération" ist der Erfolgsfilm "eine perfekte Gelegenheit zur nationalen Versöhnung". In Frankreich wird seit Monaten heftig über die Rechte von Homosexuellen gestritten.

Den César für die beste Regie erhielt Roman Polanski für "Venus im Pelz". Als bester ausländischer Film wurde die belgische Produktion "The Broken Circle Breakdown" ausgewählt.

Enzensberger ruft zum Handy-Verzicht auf

"Wer ein Mobil-Telefon besitzt, werfe es weg."

Mit diesem Satz beginnt eine Art Manifest, das der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger heute in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veröffentlicht. Unter dem Titel "Wehrt Euch" wendet sich der 84-jährige Autor gegen die Technisierung des Alltags und die damit verbundenen Möglichkeiten der Überwachung. Weitere Ratschläge Enzensbergers lauten: "Wer immer einem ein kostenloses Angebot macht, ist verdächtig" und "Sender, die einen durch Werbung terrorisieren, sollte man ein für alle Mal abschalten".

Wer hat Schuld am Ersten Weltkrieg?

Wer war schuld am Ersten Weltkrieg?

Über diese Frage lässt die "Süddeutsche Zeitung" heute zwei Historiker und bekannte Autoren streiten. Der Australier Christopher Clark betont, die Deutschen sollten ruhig ihren Anteil an der Verantwortung tragen. Aber sie hätten nicht die Alleinschuld. Dem entgegnet der Düsseldorfer Gerd Krumeich, Deutschland und Österreich hätten den Krieg ausgelöst, weil man lieber jetzt als später zuschlagen wollte. Russland dagegen habe den Krieg verhindern wollen. Einig sind sich die beiden Historiker darin, dass sich letztendlich auf allen Seiten eine "generalisierte Dummheit" durchgesetzt hat, oder auch ein "politischer Autismus" - worauf das Unheil seinen Lauf nahm.

Anne-Frank-Film im ZDF nach Streit abgesagt

Das ZDF hat ein groß angekündigtes Spielfilm-Projekt über Anne Frank zurückgezogen.

Der Sender teilte mit, dass die Verfilmung für das Gedenkjahr 2015 nicht zu realisieren sei. Der Tod des jüdischen Mädchens im Konzentrationslager Bergen-Belsen jährt sich dann zum 70. Mal.

Vorausgegangen war ein Streit mit dem Anne-Frank-Fonds. Er vertritt die Erben und hat die Rechte am berühmten Tagebuch. Der Fonds hatte sehr verärgert reagiert, weil das ZDF und die Constantin Film ihre Pläne im Januar öffentlich gemacht hatten, ohne die Vertreter der Erben einzubeziehen.

Crowdfunding in Spanien begrenzt

Wer heute einen Film finanzieren will oder ein Buchprojekt, kann sich an Produzenten und Verlage wenden – oder an die breite Öffentlichkeit.

Das so genannte Crowdfunding – eine Vorfinanzierung von Projekten durch interessierte Einzelpersonen – ist ein wachsender Sektor. Inzwischen interessiert sich auch die Politik dafür, und versucht diese Art des Spendensammelns zu regulieren. Die spanische Regierung hat dazu jetzt einen Gesetzentwurf beschlossen. Pro Projekt soll ein einzelner Investor künftig maximal 3.000 Euro beisteuern dürfen. Ziel ist es, die Geldgeber vor sich selbst zu schützen – denn ein Totalverlust der Investition ist immer möglich. Auch auf EU-Ebene wird bereits an der Regulierung gearbeitet.

"El Pais" mit Einzelheiten über den Gesetzentwurf: Spanisch , Englisch

Theater- und Tanzfestival in Abidjan beginnt

Nach Jahren der Krise in der Elfenbeinküste versucht ein Theater- und Tanz-Festival ab heute einen Neubeginn.

Der "Markt der darstellenden Künste", kurz MASA, soll es afrikanischen Künstlern ermöglichen, sich international zu profilieren. Mehr als 60 Bands und Ensembles treten in der kommenden Woche in Abidjan und weiteren Städten des Landes auf. Das Festival wird von der ivorischen Regierung und von der Gemeinschaft der französischsprachigen Staaten unterstützt. Das MASA war eigentlich als Biennale angelegt, fand wegen der Unruhen im Land aber zuletzt vor 7 Jahren statt.

Mafia-Experte: "In Deutschland werden prima Geschäfte gemacht"

"Die Mafia braucht die Demokratie und den freien Markt."

Das erklärt der Buchautor und Experte für Organisiertes Verbrechen, Roberto Saviano, in einem Interview der "Frankfurter Rundschau". Gerade in Deutschland mache die Mafia prima Geschäfte, vor allem im Bereich Geldwäsche, betont Saviano. Eine brummende Wirtschaft und funktionierende demokratische Institutionen seien dafür beste Voraussetzungen. Leider interessierten sich die Deutschen zuwenig für diese Machenschaften - so lange es keine Toten gebe. Roberto Saviano hat gerade sein neues Buch "Zero Zero Zero" veröffentlicht und dafür auch in Deutschland recherchiert.

Fotokünstler JR über Street Art und Illegalität

"Illegalität ist kein Ziel für mich."

Dieser Satz stammt von einem, der seine Kunst regelmäßig an Gebäuden, Brücken und sogar Baudenkmälern platziert. Der französische Fotograf mit dem Kürzel JR sagte dem Magazin "Monopol", er sei kein Street Artist, sondern ein Künstler, der die Straße nutze. In manchen Ländern sei Illegalität aber ein Mittel, um ohne Zensur arbeiten zu können. - JR wurde durch seine Fotos von Menschen in Slums bekannt. Er plakatierte die Bilder großformatig an Orten, wo teure Neubauten geplant wurden. In Baden-Baden beginnt heute eine Retrospektive seiner Arbeiten.

FAZ rückt das Feuilleton nach vorn

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung rückt die Kultur nach vorne.

Das Feuilleton erscheint von heute an als zweites Buch der Zeitung, also direkt nach der Politik und vor der Wirtschaft. Bisher lag es hinter Wirtschaft und Finanzen. Wie der Verlag mitteilt, sind die Gründe für den Wechsel rein technischer Natur. Es gehe um eine Optimierung des Herstellungsprozesses in der Druckerei. Womit dann also die Wirtschaft doch wieder vorne läge.

Bayern: Freie Wähler beantragen Volksbegehren über G8

In anderen Bundesländern gibt es bereits die Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 - in Bayern wollen die Freien Wähler das jetzt auch durchsetzen.

Die Partei reichte ihren Antrag auf ein Volksbegehren ein. 27.000 Unterstützer haben unterschrieben. Gefordert wird, dass jedes bayerische Gymnasium selbst entscheiden kann, ob es das Abitur in acht Jahren, neun Jahren oder beide Möglichkeiten anbieten will. Das Innenministerium prüft den Antrag noch.

Verbotene Filme der Nationalsozialisten auf YouTube zu sehen

Verbotene Propaganda ist in Zeiten des Internets schwer zu kontrollieren.

Die Firma Youtube will jetzt dagegen vorgehen, dass Nazi-Filme wie "Jud Süß" über ihre Plattform verbreitet werden. Eine Sprecherin des Unternehmens sagte, man sei deswegen bereits seit längerem mit der Wiesbadener Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in Kontakt. Die Stiftung hält die Rechte an den Filmen. Nach Angaben der Stiftung ist für April ein Termin mit Youtube geplant, um über eine dauerhafte Lösung zu sprechen. So genannte Vorbehalts-Filme mit volksverhetzenden oder kriegsverherrlichenden Inhalten dürfen in Deutschland nur gezeigt werden, wenn es vorher eine wissenschaftliche Einführung und nachher eine Diskussion gibt.

Rauswurf oder Kündigung? Streit im Burda-Verlag

Im Hubert-Burda-Verlag gibt es Streit über eine Kündigung - oder war es ein Rauswurf?

Ein Mitarbeiter in Russland hatte sich auf Facebook kritisch über die Regierung des Landes geäußert und dem Staat faschistische Tendenzen vorgeworfen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, endete das Arbeitsverhältnis nach einem Kritikgespräch, ob freiwillig oder nicht, ist nun umstritten. Der Journalist Dmitry Schulgin war Redakteur bei der russischen Variante der "Computerbild", die der deutsche Burda-Verlag in Moskau herausgibt. Er wirft seinem Arbeitgeber vor, ihm Gewalt angedroht zu haben.

Münchner Zeitung führt Dialekt-Seite ein

Bairisch zieht.

Diese Erfahrung will sich die Münchner Zeitung "tz" jetzt zunutze machen. Das Blatt hatte zum "Tag der Muttersprache" eine Mundart-Ausgabe herausgebracht. Diese war so erfolgreich, dass die Zeitung jetzt angekündigt hat, regelmäßig eine Seite im Dialekt zu schreiben.

Karnevalsfeiern in Rio de Janeiro eröffnet

Auch in Rio de Janeiro regiert wieder der Karneval.

Bürgermeister Eduardo Paes überreichte "König Momo", dem Sinnbild des Karnevals, symbolisch den Schlüssel der brasilianischen Stadt. Der König sprach: "Ich verfüge Frohsinn!" Er und seine Karnevals-Königin werden jährlich in einem Wettbewerb ausgewählt. Während der 5 Festtage erwartet Rio gut 900.000 Touristen. Der Höhepunkt der offiziellen Feiern ist morgen die Parade der Samba-Schulen im Sambodrom.

Tausende Spanier nehmen Abschied von Paco de Lucía

"Mit seiner Musik hat er es geschafft, dass wir uns eine bessere Welt vorstellen können."

Mit diesen Worten würdigte Spaniens Kronprinz Felipe den verstorbenen Gitarristen Paco de Lucía. Der Leichnam des Musikers wurde nach Spanien überführt und dort aufgebahrt. Zur Totenwache im Nationalen Auditorium von Madrid kamen mehrere tausend Menschen. Paco de Lucía war am Dienstag im Urlaub in Mexiko im Alter von 66 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Er soll heute in seiner Heimatstadt Algeciras in Süd-Spanien beigesetzt werden.

Philip Seymour Hoffman starb an versehentlicher Überdosis

Ein Mix aus Drogen und Tabletten wurde ihm zum Verhängnis.

Der Tod des Schauspielers Philip Seymour Hoffman war nach Einschätzung der Gerichtsmedizin die Folge einer versehentlichen Überdosis. Er hatte Heroin, Kokain sowie Beruhigungs- und Aufputschmittel genommen. Hoffman war Anfang Februar im Alter von 46 Jahren in New York gestorben. Er hatte seit über 20 Jahren Probleme mit Rauschgift und Alkohol. 2006 erhielt er für seine Darstellung des Autors Truman Capote einen Oscar.

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