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Kulturnachrichten

Mittwoch, 16. Dezember 2020

5000 Jahre altes Holzstück aus Cheops-Pyramide wiederentdeckt

In einer Zigarrenkiste in einer schottischen Universität ist ein 5000 Jahre altes Holzstück aus der Cheops-Pyramide in Ägypten gefunden worden - aus Zufall. Es handele sich um eines von nur drei Teilen, die jemals aus der sogenannten Königinnenkammer hervorgeholt wurden, teilte die Universität von Aberdeen mit. Das Fragment ist aus Zedernholz und stammt schätzungsweise aus der Zeit zwischen 3341 und 3094 vor Christus. Es wird vermutet, dass es beim Bau der Grabstätte eingesetzt wurde. Entdeckt wurde das archäologisch bedeutsame Artefakt von einer ägyptischen Mitarbeiterin, als sie die Asien-Kollektion der Museumssammlung prüfte. Ihr war aufgefallen, dass die Schachtel aus dem nordafrikanischen Ägypten stammen musste und also nicht in die Asien-Sammlung passte. Als sie die Seriennummern prüfte, merkte die Kuratorin, dass es sich um das vermisste Stück handelte.

Das Humboldt Forum ist eröffnet

Mit einer Online-Zeremonie ist nach acht Jahren Bauzeit das Humboldt Forum in Berlin eröffnet worden. Generalintendant Hartmut Dorgerloh begrüßte die Zuschauer im Foyer des neuen Zentrums für Kultur, Kunst und Wissenschaft und lud sie zu einem virtuellen 360-Grad-Rundgang ein. Kulturstaatsministerin Monika Grütters bezeichnete das für knapp 700 Millionen Euro wiederaufgebaute Hohenzollern-Schloss als Ort für einen "gleichberechtigten Dialog der Kulturen". Dorgerloh sagte, das Humboldt Forum fühle die Verpflichtung, "sich für demokratische Werte, Meinungsfreiheit und Toleranz einzusetzen". Es solle eine internationale Dialogplattform für globale kulturelle Fragen entstehen, ein Ort des Verstehens, des gemeinsamen Nachdenkens und des gemeinsamen Handelns. Kritiker hatten zuvor betont, ohne die Rückgabe hunderter Benin-Bronzen an Nigeria seien solche Aussagen Lippenbekenntnisse. Raubkunst müsse restituiert werden.

Kultusminister vertagen Beschluss zur Kulturhauptstadt Chemnitz

Die Kulturminister der Länder werden erst im kommenden Jahr entscheiden, ob sie die Entscheidung der internationalen Auswahljury mittragen und für Chemnitz als Europäische Kulturhauptstadt 2025 stimmen. Bis dahin soll ein Gesprächsangebot der Jury über das in Medien in die Kritik geratene Vergabeverfahren wahrgenommen werden. Nach Informationen der Deutschen Presseagentur würde diese Entscheidung die Chancen der sächsischen Stadt auf ein einstimmiges Ja wahren. Bei einem sofortigen Votum habe Bayern eine Enthaltung angekündigt. Gleichzeitig betonten die Kultusminister, Chemnitz sei "zweifelsohne die Siegerstadt". Damit es keine keine Zweifel an der Ernennung gebe, nehme man sich die Zeit bis Anfang Januar um zu entscheiden.

Chorleiter Gotthilf Fischer ist tot

Der Chorleiter Gotthilf Fischer ist tot. Er starb bereits am Freitag im Alter von 92 Jahren, wie seine Managerin in Stuttgart bestätigte. Fischer begann seine Karriere als Leiter des Concordia Gesangsvereins, später firmierten die Chöre unter seinem Namen. Mit den Fischer Chören bekam er zahlreiche Goldene Schallplatten. Auch im Fernsehen war Fischer aktiv, so zum Beispiel als Initiator der Serie "Straße der Lieder" in der ARD. Obwohl Fischer dem volkstümlichen Schlager zuzuordnen war, guckte er oft über seinen Tellerrand hinaus. So nahm er als 72-Jähriger an der Berliner Loveparade teil.

Gitte Zschoch wird neue Generalsekretärin des ifa

Gitte Zschoch übernimmt ab 1. Oktober 2021 das Amt der Generalsekretärin des Instituts für Auslandsbeziehungen e.V. (ifa). Sie wurde vom Präsidum einstimmig zur Nachfolgerin von Ronald Grätz gewählt, der das ifa nach mehr als zwölf Jahren auf eigenen Wunsch verlässt, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Zschoch ist seit 2018 Geschäftsführerin von EUNIC (European Union National Institutes for Culture), dem Netzwerk der europäischen Kulturinstitute mit Sitz in Brüssel. Das ifa ist Deutschlands älteste Mittlerorganisation für Kultur- und Bildungspolitik mit Schwerpunkten in der Bildenden Kunst.

Studie: 33 Prozent genervt von Weihnachtshits

Die diesjährige "Weihnachtsstudie" der Münchner Universität der Bundeswehr zeigt regionale Unterschiede auf: Während im Norden und Osten Deutschlands 80 Prozent den Weihnachtsmann erwarten, warten im Süden und Westen 60 Prozent auf das Christkind. Über das Geschlecht des letzteren herrscht Uneinigkeit: 51 Prozent betrachten das Christkind als weiblich, 25 Prozent als männlich und 24 Prozent als geschlechtslos. Auch Weihnachtshits wie "In der Weihnachtsbäckerei" oder "Last Christmas" stoßen auf geteiltes Echo: Fast die Hälfte der Befragten ist begeister, ein Drittel nur genervt.

Max Ophüls Preis wird digital

Das 42. Filmfestival Max Ophüls Preis präsentiert vom 17. bis 24. Januar 98 Filme auf seiner Streaming-Plattform. Seit Sommer habe die Festivalleitung sich mit verschiedenen Corona-Szenarien auseinandergesetzt und dann Anfang November endgültig entschieden, auf eine digitale Ausgabe umzuschwenken, sagte Festivalleiterin Svenja Böttger. Insgesamt treten 50 Filme im Wettbewerb um 16 Preise mit einem Gesamtwert von 118.500 Euro an - darunter zwölf Spielfilme, zehn Dokus, zehn mittellange Filme und 18 Kurzfilme.

Schillerstiftung ehrt Lyrikerin Dagmara Kraus

Die Lyrikerin Dagmara Kraus erhält die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung 2021. Kraus sei eine der originellsten und klügsten lyrisch-essayistischen Stimmen der Gegenwartsliteratur, betonte die Jury in Marbach: "Ihre Texte sind dort zu Hause, wo die Sprachen driften, Worte übersiedeln und sich verfremden." Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro verbunden. Zwei weitere mit je 7.500 Euro verbundene "Ehrengaben" gehen an den Autor Andre Schinkel und an die Übersetzerin Karin Fellner. Die Literaturpreise sollen erst im November 2021 im Deutschen Literaturarchiv Marbach überreicht werden.

Museum muss Kandinsky-Gemälde nicht zurück geben

Im Raubkunst-Prozess um ein Gemälde von Wassily Kandinsky hat ein Amsterdamer Gericht die Ansprüche der Erben der ursprünglichen jüdischen Eigentümer zurückgewiesen. Das Amsterdamer Stedelijk Museum für moderne Kunst müsse das "Bild mit Häusern" von 1909 nicht an die Erben zurück geben, urteilte das Gericht. Damit bestätigte es die Entscheidung der staatlichen Rückgabe-Kommission. Die Erben kündigten Berufung an. Das Gemälde gehörte dem jüdischen Ehepaar Lewenstein und war im Oktober 1940 auf einer Versteigerung von dem Museum gekauft worden. 2018 hatte die Rückgabe-Kommission aber Ansprüche der Erben zurückgewiesen und das Interesse des Museums höher bewertet. Dagegen hatten die Erben geklagt.

Zentralrat der Juden begrüßt "Digital Services Act"

Der Zentralrat der Juden unterstützt die Vorschläge der EU-Kommission, große Internet-Konzerne wie Amazon, Apple und Facebook stärker zu regulieren. Es sei unerlässlich, dem Kampf gegen Hasskriminalität eine gewichtige Stellung einzuräumen, teilte Zentralratspräsident Josef Schuster mit. Die EU-Kommission hatte gestern den "Digital Services Act" vorgestellt. Dieser sieht vor, dass Anbieter von Online-Plattformen mehr zum Kampf gegen Hass- und Falschnachrichten, terroristische Inhalte, Kinderpornographie und den Verkauf gefälschter und gefährlicher Produkte beitragen. Firmen, die dem nicht nachkommen, drohen Bußgelder in Höhe von bis zu sechs Prozent ihres Umsatzes. In Extremfällen sollen sie auch vom europäischen Markt ausgeschlossen werden können.

Kunstwerk in Schwäbisch Gmünd erinnert an Corona-Tote

Im Münster von Schwäbisch Gmünd erinnert ein Kunstwerk aus Tausenden Nägeln an die Verstorbenen in der Corona-Pandemie. In kleine Blöcke aus Holz sind im Heilig-Kreuz-Münster rund 13 000 Nägel eingeschlagen und auf Treppenstufen in der Kirche aufgereiht. Ein Teil der Nägel bildet zudem den Schriftzug "Fürchtet euch nicht". Verwirklicht hat das Werk der Künstler Anthony Di Paola mit Hilfe des Jugendreferenten des Kirchenbezirks, Marios Pergialis. Pergialis betont, mit dem Kunstwerk wolle er keine Angst schüren, sondern vielmehr die Realität aufzeigen. So werde es auch von den meisten aufgenommen. Viele seien beim Anblick des Kunstwerks ergriffen und gleichzeitig erschrocken, da so die schiere Menge an Einzelschicksalen sichtbar werde, sagte Pergialis. Das Werk soll noch bis 21. Dezember im Heilig-Kreuz-Münster zu sehen sein.

Sundance-Festival startet mit Film über schwarze Kultur

Das Sundance-Filmfestival hat das Programm für seine erste größtenteils im Internet übertragene Ausrichtung vorgestellt. Eröffnet werden soll es am 28. Januar mit Filmen über die Corona-Pandemie und schwarze Kultur. "Wir starten das Festival mit einem Knall, so viel ist klar", sagte Programmdirektorin Kim Yutani. Die Dokumentation "Summer of Soul (...Or, When The Revolution Could Not Be Televised)" erzählt die Geschichte des Harlem Cultural Festival im Sommer 1969. Es lockte mehr als 300 000 Besucher an, die schwarze Musik und Kultur feierten. Daneben haben sich die Veranstalter für die Doku "In the Same Breath" von Nanfu Wang als Eröffnungsfilm entschieden. Darin setzt sich der Filmemacher mit Propaganda und der Corona-Pandemie in China auseinander. Insgesamt feiern 72 Filme 2021 beim Sundance-Festival Premiere.

Condé Nast macht Wintour zur Content-Chefin

Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour (71) wird als weltweite Chefin für redaktionelle Inhalte eine globale Umstrukturierung beim Verlag Condé Nast steuern. Das Unternehmen teilte in New York mit, dass Wintour als "Chief Content Officer" die Führung über alle Medienmarken wie GQ, Vanity Fair und New Yorker übernehme. Sie soll die Neugestaltung redaktioneller Abläufe des gesamten Verlages verantworten, zum Beispiel wie die Kreativ-Teams über Plattformen hinweg Inhalte erstellen, teilen, übersetzen, anpassen und verteilen. Die seit 1988 amtierende Vogue-Chefredakteurin soll ihre bisherige Position als weltweite Markenverantwortliche beibehalten.

Augsburger Brechtfestival erstmals digital

Das Augsburger Brechtfestival zu Ehren des Stadtsohnes Bertolt Brecht (1898-1956) findet 2021 coronabedingt erstmals digital statt. Vom 26. Februar bis 7. März soll es rund 20 Netzpremieren und Abruf-Kunstprojekte geben, wie die Veranstalter ankündigten. Geplant sind demnach etwa Kurzfilme, Konzerte, Theaterstücke und Live-Talks. Beteiligen würden sich Künstler wie die Schauspieler Corinna Harfouch und Charly Hübner. Am Eröffnungsabend zeigt das Staatstheater Augsburg die Premiere von Heiner Müllers "Medeamaterial" in der Regie der beiden Festivalleiter im Live-Stream. Die "Brechtnacht", die traditionell Brecht mit zeitgenössischer Popkultur zusammenbringt, soll über diverse Konzertübertragungen das häusliche Wohnzimmer, Bad und Wohnküche zur Tanzfläche machen.

Schlösser-Stiftung bekommt verlorenes Gemälde

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) hat ein durch den Zweiten Weltkrieg verloren gegangenes Gemälde zurückbekommen. Das Gemälde "Lagerszene mit Soldaten und Frauen" von Johannes Lingelbach (1622-1674) sei durch das großzügige Entgegenkommen des Sammlers Thomas Rusche und die freundliche Vermittlung des Kölner Auktionshauses Van Ham in die Sammlung zurückgekehrt, teilte die Stiftung in Potsdam mit. Die SPSG verzeichnet nach eigenen Angaben seit 1945 fast 2.000 Gemälde als Kriegsverluste. Nach dem Erscheinen eines ersten Verlustkatalogs im Jahr 2004 konnten demnach knapp 40 Gemälde über den Kunsthandel und aus Privatsammlungen in den Bestand zurückgeführt werden. Sie werden seitdem unter anderem in der Bildergalerie von Sanssouci, im Neuen Palais, im Schloss Charlottenburg und im Neuen Pavillon, im Jagdschloss Grunewald sowie im Schloss Caputh präsentiert.

Beethoven-Programm soll trotz Corona stattfinden

Das Konzert-Programm zu Ehren des vor 250 Jahren geborenen Komponisten Ludwig van Beethoven in dieser Woche soll trotz der harten Corona-Maßnahmen stattfinden. Das bestätigte der Veranstalter des Jubiläumsjahres. Am Donnerstag soll Dirigent Daniel Barenboim mit seinem West-Eastern Divan Orchestra ein Konzert in der Bonner Oper geben - ohne Saalpublikum. Die Aufführung wird übertragen sowie gestreamt. An dem Tag jährt sich der in einem Kirchenbuch eingetragene Tauftag von Beethoven zum 250. Mal. Morgen spielt das Beethoven-Orchester unter anderem ein Stück des US-amerikanischen Jazztrompeters und Musikproduzenten Quincy Jones mit dem Titel "Ode to Joy" als Uraufführung - sowie das Orchesterwerk "Opus 2020" des britischen Komponisten Max Richter.

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