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Samstag, 22.02.2020
 
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50 Jahre nach dem Biafra-Krieg

Die historische schwarz-weiß-Aufnahme vom 1. Januar 1969 zeigt einen Offizier beim Fronteinsatz in Biafra/Nigeria mit einer Panzerfaust im Pflanzendickicht. Auf dem Ärmel ist die Flagge Biafras aufgenäht. ( Getty Images / Romano Cagnoni)
Veranstaltung "Humanitäre Hilfe 50 Jahre nach Biafra" im Auswärtigen Amt in Berlin (Caritas International / Philipp Spalek)

50 Jahre nach BiafraHumanitäre Hilfe auf dem Prüfstand

Vor 50 Jahren endete der sogenannte Biafra-Krieg in Nigeria. Der damalige Konflikt löste eine der größten humanitären Hilfsaktionen nachdem 2. Weltkrieg aus. Wie sieht Entwicklungszusammenarbeit heute aus? Welche Hilfe macht Sinn?

Nigerianische Regierungssoldaten laufen nach einem Kampf über ein Feld, auf dem tote Rebellen liegen. (imago / United Archives International)

Wie der Biafra-Krieg die Welt bewegteDie Macht der Bilder

Mit drastischen Bildern von hungernden Kindern warben Aktivisten 1968 um Unterstützung für Biafra. Geliefert wurden sie größtenteils von einer PR-Agentur. Und so ist die Geschichte Biafras auch ein Lehrstück über die Macht der PR in Krisen und Konflikten.

Auf dem Bild sind drei Männer und eine Frau zu sehen. Alle vier haben Gläser in der Hand.  (Privat)

Katastrophenhelferin Hannelore Hensle"Ohne Bilder keine Hilfe"

Hannelore Hensle hat ihr Leben denen gewidmet, die in Not sind. Sie half Kriegsgefangenen, Flut- und Erdbebenopfern. Jahrelang leitete sie die Katastrophenhilfe der evangelischen Diakonie. Während des Biafra-Krieges organisierte sie eine Luftbrücke.

Ein unterernährtes kleines Kind sitzt mit verdecktem Gesicht auf sandigem Boden, daneben eine geöffnete Box, die "Kinder-Grießbrei" der deutschen Marke Aurora beinhaltet. (laif/Camera Press/David Robinson)

Handel statt Hilfe"Afrika braucht keine Babysitter"

Etwa zwei Billionen Dollar Entwicklungshilfe hat Afrika in den letzten Jahrzehnten erhalten. Gebracht hat sie nichts, meinen afrikanische Ökonomen. Sie machen Entwicklungshilfe sogar dafür verantwortlich, dass Afrika immer ärmer wird.

Zwei kleine afrikanische Jungen halten die Hand eines Weißen fest.  (imago / Thomas Frey)

Kulturwandel in AfrikaKeine weißen Retter mehr

Große Kulleraugen und Hungerbäuche: Jahrzehntelang warben Hilfsorganisationen mit Bildern notleidender Kinder um Spenden für Afrika. Doch dieses Stereotyp wollen sich viele Afrikaner nicht mehr gefallen lassen. Und auch die Hilfsorganisationen denken um.

Eine Afrikanerin im geblümten Kleid trägt einen riesigen knallblauen Plastikrucksack voller Biogas auf dem Rücken. (Katrin Pütz)

Geschäftsmodell für AfrikaBiogas aus dem Rucksack

Billig, einfach und profitabel - das ist die Biogasanlage, die eine deutsche Agraringenieurin für Afrika entwickelt hat. Die Idee dahinter: Anlagenbesitzer füllen ihr überschüssiges Biogas in Rucksäcke und bringen es so auf den Markt.

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