Seit 23:05 Uhr Fazit

Dienstag, 21.08.2018
 
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50 Jahre 68er

Aufbruch und Rebellion

Demonstranten am 03.02.1968 auf dem Kurfürstendamm. Nach einer genehmigten, zunächst gewaltlosen Demonstration gegen die Militärdiktatur in Griechenland zogen mehrere hundert Demonstranten auf den Kurfürstendamm und errichteten Barrikaden. Die Polizei setzte mehrfach Wasserwerfer ein. (dpa)
Ein Panzer der Sowjetunion vor dem Rundfunkgebäude in Prag am 21.08.1968 (picture alliance/dpa/)

Ende des Prager FrühlingsTage der Okkupation

In der Nacht vom 20. auf den 21. August 1968 marschierten Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei ein. Ihr Ziel: Sturz der reformkommunistischen Führung. Zeitzeugen erinnern sich an die gewaltsame Niederschlagung des Prager Frühlings.

Ein französische "Ente" mit Anti-Atomkraft-Aufkleber. (imago / Gerhard Leber)

KonsumverhaltenWie die 68er das Kaufen moralisierten

Ob Fairtrade, Hybridauto oder Bio-Eier – Moral ist zum integralen Bestandteil des Konsums geworden. Den Anfang dieser Entwicklung sieht der Philosoph Wolfgang Pauser bei den 68ern und deren Faszination für die "Ente" als Anti-Konsum-Konsumgut.

Demonstrationen der APO gegen den Auftritt von Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger am 22. April 1968 auf dem Biberacher Marktplatz. (Volkhart Müller/Museum Biberach)

1968 im schwäbischen BiberachAufruhr in der Provinz

Studentenrevolte, lange Haare, laute Musik. Auch im schwäbischen Biberach sorgten die 68er für Unruhe. Der Besuch von Bundeskanzler Kiesinger eskaliert und Gymnasiasten müssen sich in einem Porno-Prozess verantworten. Die damals Beteilgten erzählen.

Rolling-Stones-Gitarrist Brian Jones, Künstlerin Yoko Ono, "The Who"-Sänger Roger Daltrey und Beatles-Gitarrist John Lennon mit seinem Sohn Julian im Dezember 1968 in den Internel-Studios in Wembley. Alle tragen Kleidung, die man Hippies assoziiert. (imago stock&people)

1968 und die PopmusikDer Sound der Revolte

Welche Rolle spielt die Popmusik in der Revolte von 1968? Befeuert sie den Aufstand? Oder ist sie bloß sein Echo? Und was hörten eigentlich die deutschen Jugendlichen im Wendejahr 1968?

Die "Ente" von August und Barbara Marten aus Wetter/Ruhr (Nordrhein-Westfalen) mit dem Kennzeichen "EN - TE 13" steht am 23.07.2014 in Hofheim-Diedenbergen (Hessen) beim 6. Deutschlandtreffen der Freunde des 2CV auf dem Campingplatz. (picture alliance / dpa / Arne Dedert)

Kultauto der 68erLiebeserklärung an die "Ente"

Philosophenauto, Entschleunigungsschleuder, stets unterwegs im Geist der Weltrevolution: Ein gewöhnliches Fahrzeug war die "Ente" nie. Jetzt wird das Kultauto der 68er 70 Jahre alt. Der Schriftsteller Ulrich Land gratuliert mit seiner persönlichen Enten-Geschichte.

Fans beim Konzert der Rolling Stones im Londoner Hyde Park im Juli 1969. (imago/United Archives)

Vor 50 Jahren in LondonErstes Rockkonzert im Hyde Park

15.000 Menschen waren am 29. Juni 1968 bei schönstem Sommerwetter gekommen, um Bands wie "Tyrannosaurus Rex", "Jethro Tull" und "Pink Floyd" zu sehen. Über dem ersten kostenlosen Rockkonzert im Londoner Hyde Park schwebte ein Hauch von Anarchie.

"Zur Sache Schätzchen"  (picture alliance/dpa/Foto: Brix)

Sexuelle Revolution Liebe und (Un-) Treue nach 68

1968 erodiert die alte Ordnung. Uschi Glas sorgte in "Zur Sache Schätzchen" für Verwirrung und Oswalt Kolle erklärte "Das Wunder der Liebe". Bei der sexuellen Befreiung wurde die Verantwortung aber hauptsächlich auf die Frauen abgeschoben.

Die österreichischen Aktionskünstler Otto Mühl, Oswald Wiener und Günter Brus müssen sich am 31.07.1968 in Wien wegen ihrer provokativen Aktion Kunst und Revolution ( "Uni-Ferkelei" ) am 07.06.1968 an der Universität in Wien vor Gericht verantworten (von links nach rechts).  (dpa / picture alliance / Votava)

50 Jahre Wiener "Uni-Ferkelei"Radikal die Kleinbürger provozieren

Verrichten der Notdurft, Masturbation, Auspeitschen - und alles splitternackt vor 300 Zuschauern im Hörsaal: Die Wiener Aktion Kunst und Revolution vor 50 Jahren war ein Tabubruch und hatte Folgen. Der Künstler Peter Weibel ärgerte damals seine Professoren mit Nazi-Vergangenheit.

Der Sprecher im Stück, Charles Regnier (M), diskutiert mit Zuhörern. Die Uraufführung des Oratoriums "Das Floß der Medusa" von Hans Werner Henze am 09.12.1968 in der Halle B von Planten und Blomen in Hamburg musste abgebrochen werden.  (picture alliance / dpa)

1968 und die Neue MusikHeiliger Ernst und teuflischer Spaß

Im Konzert still zuhören müssen, ohne laut mitsingen zu können: Das ist eindeutig autoritär, ebenso die Noten einer Partitur oder die Anweisungen eines Dirigenten. Der weltweite Kampf gegen Herrschaft und Autorität hatte in den Jahren nach 1968 auch die Neue Musik erfasst.

Der Revoluzer und Eierschmeißer Dieter Kunzelmann war am 25.01.2000 Gast in der SFB-Talkshow "Alex". (picture-alliance / ZB / Klaus Franke)

Historiker über Dieter KunzelmannTod eines radikalen Aktionisten

Dieter Kunzelmann, Kommunarde, 68er, später Terrorist, lebte bis zu seinem Tod in dieser Woche in Berlin-Kreuzberg. Zwar radikalisierte er sich, doch seine Bedeutung für die Studentenbewegung Ende der 60er-Jahre könne man trotzdem kaum überschätzen, meint der Historiker Detlef Siegfried.

Der Schriftsteller Heinrich Böll spricht zu den Teilnehmern der Kundgebung im Bonner Hofgarten. Am 11. Mai 1968 fand in Bonn eine Großdemonstration gegen die Notstandsgesetze statt. Nach einem Sternmarsch versammelten sich die Demonstranten zu einer Kundgebung im Bonner Hofgarten.  (dpa)

50 Jahre NotstandsgesetzeWas ist von der Aufregung geblieben?

Einer der Mobilisierungsfaktoren der 68er waren die Notstandsgesetze. Damals ein Skandal, erscheinen sie heute offenbar ziemlich normal. "Wahrscheinlich hat jeder Staat Gesetze für solche Ausnahmesituationen", meint der Historiker und frühere SDS-Aktivist Gerd Koenen.

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