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Fazit | Beitrag vom 23.09.2021

50. Art BaselEin nachgeholtes Jubiläum und mehr Ruhe

Elke Buhr im Gespräch mit Marietta Schwarz

Auf zwei Holzbooten sind übergroße schwarz-weiß Porträts angebracht. (Art Basel)
Derzeit auf der Art Basel: Braco Dimitrijević mit "Sailing to Post History". (Art Basel)

Die 50. Art Basel hätte eigentlich letztes Jahr stattfinden sollen. Nun läuft sie, und immer noch ist Corona ein Thema: Nur wenige Sammler aus Amerika und Asien sind zugegen. Die Messe fühle sich an wie vor 15 Jahren, so die Kritikerin Elke Buhr.

Es war ein Jubiläum mit Hindernissen: Eigentlich hätte die 50. Ausgabe der Art Basel im vorigen Jahr gefeiert werden sollen. Dann kam Corona und damit die Absage.

Nach einer abermaligen Verschiebung hat die Kunstmesse jetzt ihre Türen geöffnet und es sieht auf den ersten Blick alles aus wie immer. Nur daran, dass viele Taschen zu sehen sind, auf denen "Art Basel 1970-2020" steht, erkenne man den runden Geburtstag der Messe, sagt die Kunstkritikerin Elke Buhr

Zu wenig übergroße Kunst

"Die finanziellen Mittel fehlen ein bisschen nach diesem schrecklichen Jahr", sagt Buhr. Normalerweise kann in den riesigen Messehallen auch übergroße Kunst gezeigt werden. In diesem Jahr merke man aber, dass die Galerien sich nicht trauten, da wirklich etwas Teures hinzustellen, bedauert die Kritikerin.

Auch die Internationalität der Messe habe gelitten, berichtet Buhr: "In diesem Jahr konnten die Amerikaner nicht anreisen und auch nur sehr wenige Käuferinnen und Käufer aus Asien, es waren eigentlich nur die Europäer da."

Einige Sammler hätten gesagt, die relative Ruhe sei eigentlich ganz schön für die Käuferseite, sagt Buhr: "Es war so wie vor 15, 16 Jahren."

In späteren Boom-Zeiten habe man sich sofort für oder gegen den Kauf eines Werkes entscheiden müssen, "weil schon 30 Leute hinter einem standen, die es auch kaufen wollten". Jetzt könne man auch noch am nächsten Tag wiederkommen und das Werk sei immer noch da.

Die junge Generation kauft auch online

Das außereuropäische Publikum könne sich die Kunst in sogenannten Online-Viewing-Rooms anschauen, so Buhr. Während die älteren Sammler zögerten, diese Möglichkeit zu nutzen, sei das für die junge Generation kein Problem.

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Doch für die Chefin des Kunstmagazins "Monopol" steht auch fest, dass die entscheidenden Sachen immer noch analog laufen: "Der Witz auf so einer Messe ist natürlich auch, dass man sich wiedertrifft", sagt Buhr. Und diesen Austausch könne man noch nicht simulieren: "So kriegt man den Tag sehr schön rum. Und dann gibt es noch ein Raclette, besser kann es eigentlich nicht laufen."

(beb)

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