Dienstag, 15.10.2019
 

Kulturnachrichten

Montag, 25. März 2019

3sat-Preis für Theaterregisseur Ersan Mondtag

Ersan Mondtag erhält den 3sat-Preis für seine Inszenierung "Das Internat". Der Theaterregisseur zeige sich in der Inszenierung für das Schauspiel Dortmund als "bildmächtiger Regisseur, der gekonnt mit den Ängsten der Zuschauer spielt", zitierte das ZDF aus der Begründung der Jury. "Kongenial" verknüpfe er Märchen- und Horrormotive durch Regie, Bühne und Kostüm zu einer "Installation der Angst". Mondtag arbeitet zwischen Theater, Musik, Performance und Installation. Er inszenierte unter anderem am Thalia Theater Hamburg, am Berliner Ensemble, und an den Münchner Kammerspielen. Der 3sat Preis wird jährlich für eine künstlerisch innovative Leistung vergeben. Unter den bisherigen Preisträgern waren u.a. Milo Rau, Sandra Hüller und Christoph Schlingensief. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird am 4. Mai beim 56. Berliner Theatertreffen verliehen.

Grab mit Wikingerschiff in Norwegen entdeckt

In Norwegen haben Forscher ein vergrabenes Schiff entdeckt, das vermutlich aus der Wikingerzeit stammt. Es liegt nach Angaben der Provinz Vestfold im Gräberfeld von Borre rund 70 Kilometer südlich von Oslo. Auf Radaraufnahmen sei eindeutig eine Bootsform zu erkennen, erklärte die Verwaltung. "Das ist ein historischer Tag, der uns bezüglich der historische Funde einen Schritt weiterbringt, die wir in Norwegen haben", sagte Klima- und Umweltminister Ola Elvestuen auf einer Pressekonferenz. Die Entdeckung werde weltweit Aufsehen erregen. Das Gräberfeld von Borre ist einer der wichtigsten Begräbnisorte Skandinaviens. Manche Gräber reichen bis ins Eisenzeitalter zurück. Gräber mit Schiffen sind allerdings äußerst selten.

Thomas Köhler bleibt bei Berlinischer Galerie

Der Chef der Berlinischen Galerie, Thomas Köhler, bleibt der Kultureinrichtung für weitere fünf Jahre als Direktor an der Spitze des Hauses erhalten. Das teilte das Museum am Montag in Berlin mit. Der 52 Jahre alte Köhler stehe weiter für Internationalität, Verjüngung und stetige Erhöhung der Besucherzahlen mit einem Programm, das zeitgenössische Künstler und Bewegungen der klassischen Moderne umfasse. Seit 2010 leitet Köhler das Landesmuseum für moderne Kunst, Fotografie und Architektur. Die Berlinische Galerie versteht sich als eines der besonders experimentierfreudigen Museen der Hauptstadt. Schwerpunkt ist Kunst, die von 1870 bis heute in Berlin entstand.

Berliner Kultursenator ficht Gerichtsbeschluss an

Die Berliner Kulturverwaltung will einem Gerichtsbeschluss nicht nachkommen, der die Behörde zur Auskunft über Details der Entlassung des ehemaligen Direktors der Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, verpflichtet. Mitte März hatte das Verwaltungsgericht die Behörde angewiesen, einem Journalisten die Höhe der Abfindung sowie mögliche sexistische Verhaltensweisen Knabes mitzuteilen. In seiner Beschwerde gegen die einstweilige Verfügung betonte Kultursenator Klaus Lederer (Linke), seine Behörde müsse auch die Interessen Dritter und Persönlichkeitsrechte wahren, die von einer Veröffentlichung betroffen wären. Konkret gehe es um die zugesicherte Vertraulichkeit der Einigung mit Knabe. Zum anderen gebe es das Recht der Frauen auf Wahrung ihrer Privatsphäre und der Anonymität.

Hollywood-Filmemacher Larry Cohen gestorben

Der US-Regisseur und Drehbuchautor Larry Cohen ist am vergangenen Freitag im Alter von 77 Jahren gestorben. Cohen begann als TV-Schreiber und war unter anderem an den Drehbüchern zur Kultserie "Dr. Kimble auf der Flucht" (1963 bis 1967) beteiligt. In den 1970-ern wurde er mit dem Blaxploitation-Film "Der Pate von Harlem" (1973) und dem Kult-Horror-Streifen "Die Wiege des Bösen" (1974) auch als Regisseur berühmt. Ab Mitte der 90er-Jahre trat Cohen nur noch als Drehbuchautor in Erscheinung. Einen großen Erfolg er noch einmal mit dem Skript zu Joel Schumachers "Nicht auflegen!". In der Doku "King Cohen: The Wild World Of Filmmaker Larry Cohen" von 2017 zollten Kollegen wie Martin Scorsese, J.J. Abrams, Joe Dante und John Landis der Filmikone ihren Respekt.

Zwei von fünf Internetnutzern nutzen Streamingdienste

Etwa 37 Prozent der Internetnutzer haben im vergangenen Jahr Filme und Serien über ein Streamingportal wie Netflix, Amazon Prime, Sky Ticket oder Maxdome geschaut. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Die Zahl ist demnach stark gewachsen: 2017 waren es erst 29 Prozent der Internetnutzer. Die Angebote sind laut Umfrage vor allem bei Jüngeren beliebt. Fast jeder Zweite der 14- bis 29-Jährigen schaut nach eigenen Angaben hin und wieder Serien und Filme über kostenpflichtige Portale. Im kalifornischen Cupertino will der Technologieriese Apple heute seinen eigenen Streamingdienst vorstellen.

Katholischer Mönch ist "bester Lehrer der Welt"

Der Lehrer und Franziskanermönch Peter Tabichi aus Kenia ist offiziell "bester Lehrer der Welt". Am Sonntagabend erhielt der 36-jährige Mathematik- und Physiklehrer in Dubai den diesjährigen "Global Teacher Award", der mit einer Million US-Dollar dotiert ist. Damit wurde der Einsatz des Lehrers für benachteiligte Schüler gewürdigt. Tabichi habe sein Leben der Hilfe für seine Mitmenschen verschrieben, erkläte die Varkey Foundation, die gemeinnützige Organisation des indischen Geschäftsmanns Sunny Varkey, die den Preis vergibt. Rund 80 Prozent seines Lehrergehalts spendete Tabichi bisher an Projekte, die den Bewohnern seines Dorfes zugutekommen.

Musiker Scott Walker mit 76 Jahren gestorben

Der US-amerikanisch-britische Sänger und Musiker Scott Walker ist tot. Er wurde 76 Jahre alt, teilte sein Label 4AD mit. Walker war Teil der Popband The Walker Brothers, die in den 60er Jahren mit Songs wie "The Sun Ain't Gonna Shine (Anymore)" und "Make It Easy on Yourself" vor allem in Großbritannien große Erfolge feierte. Als Solokünstler veröffentlichte er später eine Reihe von zunehmend experimentellen Alben. Der in den USA geborene Musiker lebte seit Jahrzehnten in Großbritannien.

Bild unbemerkt in Moskauer Museum aufgehängt

In Moskau hat es binnen weniger Tage erneut einen Zwischenfall in einem Museum gegeben. Fünf Unbekannte hätten ein Porträt von Alexandra Fjodorowna, der Ehefrau des letzten Zaren Nikolaus II, ins Staatliche Historische Museum direkt am Kreml mitgebracht und es dort unbemerkt aufgehängt, meldete die Nachrichtenagentur Interfax. Das Museum geht davon aus, dass die Aktion im Vorfeld geplant war: Einige aus der Gruppe hätten am Samstag den Hausmeister abgelenkt, andere das Bild aufgehängt. Um wen es sich bei der Gruppe handelt, war zunächst unklar. Erst am Mittwoch war die weltbekannte Moskauer Tretjakow-Galerie in die Schlagzeilen geraten. Ein Mann hatte sich mitten in einer Ausstellung ausgezogen und im Tanga die Bilder angeschaut. Danach entkam er unerkannt. Im Januar war dort das Bild des berühmten russischen Landschaftsmalers Archip Kuindschi aus dem 19. Jahrhundert vor den Augen von Besuchern gestohlen worden.

Regierung der VAE dementiert R. Kelly-Konzert

Die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate hat dementiert, dass der angeklagte R&B-Sänger R. Kelly zu Konzertauftritten nach Dubai kommt. Kelly hatte bei Gericht um Erlaubnis für eine Reise nach Dubai gebeten und diese mit dort geplanten Auftritten begründet. Die Pressestelle der Regierung erklärte jedoch, ihre Behörden hätten keine entsprechende Anfrage erhalten, noch gebe es dafür gebuchte Veranstaltungsorte. Auch der Aussage von Kellys Anwalt, dass der Sänger geplant habe, die Herrscherfamilie Al Maktum zu treffen, widersprach die Regierung. R. Kelly ist angeklagt, minderjährige Mädchen sexuell missbraucht zu haben, was er bestreitet.

Lesefest "Halle liest mit" verzeichnet Besucherrekord

Das Lesefest "Halle liest mit" hat in diesem Jahr nach Veranstalterangaben so viele Gäste begrüßt wie nie zuvor. Zu den Lesungen der diesjährigen 9. Auflage wurden mehr als 2300 Zuhörer begrüßt, wie Isabel Hermann vom Stadtmarketing am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur sagte. In den Vorjahren seien jeweils um die 1000 Besucher gezählt worden. Für den deutlichen Anstieg machen die Organisatoren das diesjährige Programm verantwortlich. Zudem habe sich das Festival bei den Hallensern etabliert. Zu den ausverkauften Höhepunkten zählte laut Hermann etwa der Auftritt des Soziologen und Buchautors Harald Welzer. Der Krimi-Autor hinter dem TV-Erfolg "Babylon Berlin", Volker Kutscher, bescherte dem Literaturhaus Halle den Angaben zufolge die erfolgreichste Veranstaltung überhaupt seit Bestehen.

Takis Würger sucht Wohnung in New York

Takis Würger, Autor des umstrittenen Romans "Stella", sucht eine Wohnung in New York. Das bestätigte der Hanser-Verlag. Würgers Buch erscheine demnächst in den USA und dazu sei eine Lesereise geplant. In diesem Zusammenhang ziehe Würger vorübergehend nach New York, hieß es vonseiten des Verlags. Im Internet machte das Foto einer kuriosen englischsprachigen Zeitungsanzeige die Runde, wonach ein deutscher Schriftsteller ein Zimmer in New York City suchte. "Mein Roman verursachte einen Skandal in Deutschland", heißt es darin und weiter: "NYC ist mein Exil." Ob diese Anzeige ein Scherz war oder tatsächlich von Würger aufgegeben wurde, blieb zunächst unklar. Der 33-jährige Autor verarbeitet in seinem Roman die Geschichte der jüdischen Kollaborateurin Stella Goldschlag. In Kritiken wurden dem Autor ein leichtfertiger Umgang mit dem Holocaust vorgeworfen.

Mehr Besucher bei der Leipziger Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse hat mehr Besucher angezogen als im Vorjahr. Wie die Messe mitteilte, kamen insgesamt 286 000 Gäste auf das Messegelände und das dazugehörige Festival "Leipzig liest". Das waren 15 000 mehr als 2018. Damals hatte ein Wintereinbruch und Bahnchaos die Besucherzahl auf 271 000 gedrückt. Seit Donnerstag hatten 2547 Aussteller auf 46 Ländern Neuheiten rund ums Buch präsentiert. Das Gastland war diesmal Tschechien. 2020 wird die Leipziger Buchmesse vom 12. bis 15. März veranstaltet. Die diesjährige Buchmesse geht heute zuende.

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