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Konzert / Archiv | Beitrag vom 19.05.2019

394. Wartburgkonzert Barocke Liebesbotschaften

Moderation: Ulrike Jährling

Die Wartburg im Sonnenuntergang. (Wartburg Stiftung)
Die Wartburg im passenden Licht für einen Abend, der sich um Liebe dreht. (Wartburg Stiftung)

Die barocke Musikwelt hat natürlich auch die Liebe thematisiert. Und wer es sich damals leisten konnte, bestellte bei Georg Philipp Telemann persönlich ein Werk für die eigene Hochzeit. Musikalische Überraschungseffekte garantiert.

Die Liebe durchzieht den Werkkatalog aller Komponisten auch in der Barockzeit. Ein besonders produktiver Komponist war Georg Philipp Telemann, der mit einem Eigenverlag dafür sorgte, dass seine Werke in ganz Europa gespielt und gehört wurden. Und so kam es nicht selten vor, dass Telemann Bestellungen zu besonderen Festen erhielt.

Musik für die High Society

Brautpaare aus der Oberschicht bestellten sich ihre ganz persönliche Hochzeitskantate, gern auch beim Star der Szene. Und so entstand auch "Liebe, was ist schöner als die Liebe", eine Hochzeitskantate, die damals möglicherweise auch eine szenische Umsetzung erfuhr. Auf der Wartburg erlebt dieses Werk seine moderne Erstaufführung. Telemann brilliert hier mit seiner Kunst des Komponierens. Kaum ein Werk ist instrumental schillernder als dieses.

Porträt der Sängerin. (Julia Kirchner / Guido Werner)Julia Kirchner ist spezialisiert auf Alte Musik, also auch auf die von Telemann. (Julia Kirchner / Guido Werner)

Auch die beiden anderen Kantaten des Abends kreisen um die Liebe. Der Jubel einer jungen Frau, endlich in den Ehestand treten zu können, um dann bald ein Kind wiegen zu dürfen, erlebt der Zuhörer in der Kantate "Der Weiberorden". Der abgewiesene Liebhaber tritt in der Kantete "Liebe will ich, doch binden lässet sich mein Herze nicht" auf und erhält eine Stimme. 

Der Dirigent lachend vor einem Tisch mit seinen Flöten. (Michael Schneider / Patricia Truchsess)Michael Schneider ist Flötist und Leiter des Ensembles La Stagione, das in Frankfurt am Main beheimatet ist. (Michael Schneider / Patricia Truchsess)

Dazwischen Musik des nahen Telemann-Freundes Georg Friedrich Fasch. Beide verbrachten eine gemeinsame Studienzeit in Leipzig, bevor Fasch an den Hof von Zerbst ging, wo er auch die spätere Katharina II. als Prinzessin unterrichtete. 

(cdr)

Aufzeichnung des Konzertes vom 11. Mai 2019 im Palast der Wartburg, Eisenach

Georg Philipp Telemann
"Der Weiberorden", Kantate

Johann Friedrich Fasch
Concerto F-Dur für Blockflöte, Streicher und Basso continuo

Georg Philipp Telemann
"Lieben will ich", Kantate

Georg Philipp Telemann
"Liebe, was ist schöner als die Liebe", Hochzeitskantate

Julia Kirchner, Sopran
Georg Poplutz, Tenor
Michael Schneider, Solo-Blockflöte

La Stagione Frankfurt
Leitung: Michael Schneider

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