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Freitag, 15.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 20. Oktober 2019

30 neu entdeckte Sarkophage mit Mumien präsentiert

In Ägypten ist ein seltener Fund von 30 Sarkophagen vorgestellt worden. Die rund 3.000 Jahre alten Holzsärge wurden in Luxor gezeigt. Die Särge wurden den ägyptischen Angaben zufolge für männliche und weibliche Priester und Kinder angefertigt. Sie waren in der Grabstätte Al-Asasif im Tal der Könige am Nil ausgegraben worden. Antikenminister Chaled al-Enani kündigte an, die Sarkophage werden vom kommenden Jahr an im neu eröffneten Großen Ägyptischen Museum ausgestellt. Solche Entdeckungen seien "von unschätzbarer Bedeutung für den Ruf Ägyptens". Die Sarkophage stammen aus der 22. Dynastie, also aus der Zeit von 945 bis 715 vor Christus.

Karl-Sczuka-Preis für Ulrike Janssen und Marc Matter

Die Regisseurin Ulrike Janssen und der Klangkünstler Marc Matter sind mit dem Karl-Sczuka-Preis 2019 des Südwestrundfunks (SWR) ausgezeichnet worden. Sie wurden für ihr Hörstück "Meerschallschwamm und Schweigefang" geehrt, teilte der SWR in Baden-Baden mit. Der Preis ist mit 12.500 Euro dotiert. In der Begründung der Jury heißt es, das Hörstück entwerfe mit subtilem Humor eine Führung durch ein imaginäres Museum kurioser Apparaturen zur Schallaufzeichnung und Klangwandlung. "In poetisch fragmentierter Phantasiesprache stellt uns ein Audioguide Instrumente wie den Auralisator, den Sprachklangemulgator und den Schallfrierapparat vor." Die Autorenproduktion wurde am 16. November 2018 von Deutschlandfunk Kultur urgesendet.

Berliner Fotografin Fritz gewinnt ersten Friedenspreis für Fotografie

Die Berliner Fotografin Johanna Maria Fritz hat den erstmals verliehenen Deutschen Friedenspreis für Fotografie gewonnen. Die 25-jährige Fritz wurde für ihre Fotoserie "Like a Bird" geehrt. Dabei zeigt sie Zirkus-Aufnahmen aus mehreren krisengeschüttelten Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. Der Preisträgerin sei es gelungen, mit ihren Bildern eine universelle Lebensfreude darzustellen, die sich auch von Konflikten und Gewalt nicht ersticken lasse, heißt es in der Begründung der Jury. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert und wurde Samstagabend im Museumsquartier Osnabrück verliehen.

Meldepflicht für Hasspostings gefordert

Die Unionsfraktion im Bundestag fordert eine Meldepflicht für Hassbotschaften im Internet. Bei kriminellen Hasspostings im Netz müsse man die Provider verpflichten, diese Postings als Beweismittel zu speichern und Informationen zu den Urhebern zur Verfügung zu stellen, sagte der innenpolitische Sprecher der Union, Middelberg der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er pochte auch auf Fortschritte bei der Reform des Verfassungsschutzes. Ein Gesetzentwurf von Bundesinnenminister Seehofer sieht unter anderem mehr Kompetenzen für den Inlandsgeheimdienst bei der Überwachung verschlüsselter Kommunikation und bei Online-Durchsuchungen vor. Wenn man rechtsterroristische Netzwerke aushebeln wolle, müsse man deren Kommunikation erfassen dürfen. Die Möglichkeit der Telefonüberwachung helfe im digitalen Zeitalter nicht mehr weiter, so Middelberg.

Fotograf Sebastião Salgado mit Friedenspreis ausgezeichnet

Der Fotograf Sebastião Salgado ist mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. Der Brasilianer "schieße und stehle nicht und er stelle keine Fallen", so der Regisseur Wim Wenders in der Laudatio. Salgados "Bilder entwaffnen, sie stiften Verbindung, Nähe und Empathie". Der renommierte Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse in der Frankfurter Paulskirche verliehen. Für seine eindrücklichen Fotoreportagen reiste Salgado in mehr als 120 Länder. Mit seinen sozialfotografischen Werken machte er etwa auf die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in Goldminen oder den Völkermord in Ruanda aufmerksam.

Roland-Berger-Stiftung sagt Preisverleihung ab

Nach der Ablehnung des Roland-Berger-Preises für Menschenwürde durch zwei Preisträger hat die Stiftung die für Montag geplante Festveranstaltung abgesagt. Damit wolle der Kuratoriumsvorsitzende, Roland Berger, weiteren Schaden von seiner Stiftung abwenden, erklärte er in München. Hintergrund der Ablehnung ist ein Bericht des "Handelsblattes", wonach Georg Berger, der Vater des Stifters, Profiteur des NS-Regimes gewesen sein soll. Der polnische Bürgerrechtler Adam Bodnar und die Initiative "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" hatten daraufhin den Preis abgelehnt. In einer Erklärung der Stiftung heißt es, Berger sei bereit, das Bild seines Vaters zu revidieren, falls das erforderlich sei. Zwei Historiker sollen nun ein Gutachten erstellen.

Film über IS-Radikalisierung gewinnt dokumentART

Der Film "Auf den Spuren von Addai" hat am Samstagabend den Hauptpreis des Europäischen Filmfestivals dokumentART 2019 gewonnen. Der Film von Esther Niemeier thematisiert die Gefühle einer Mutter, die ihren Sohn an die Terrororganisation IS verliert, erklärte die internationale Jury in Neubrandenburg. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Drei weitere Auszeichnungen verlieh die Jury an Filme, die sich mit der Flüchtlingsthematik beschäftigen. Den erstmals vergebenen "Nachhaltigkeitspreis" bekam der Schweizer Andreas Muggli, der zwei afrikanische Flüchtlinge in einer Zeltstadt in Norditalien traf und mit der Kamera über Wochen in der Schweiz begleitete.

Solidaritätskonzert für Terror-Opfer von Halle

Zehn Tage nach dem Terroranschlag von Halle ist dort am Samstagabend mit einem Solidaritätskonzert an die Opfer erinnert worden. Zum Auftakt erklang das Glockenspiel vom Roten Turm im Zentrum der Stadt. Im weiteren Verlauf traten Künstler wie Alice Merton, Max Giesinger, Joris, Mark Forster und Michael Schulte auf. Die Organisatoren wollten nach eigenen Angaben ein Zeichen für mehr Toleranz und ein friedliches Miteinander setzen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff erklärte, der rechtsextreme Terror sei nicht nur in Sachsen-Anhalt zu lange unterschätzt worden. Der CDU-Politiker erinnerte an die Mordserie des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und an den Mord am CDU-Politiker Walter Lübcke. Zugleich beklagte Haseloff die zunehmende Verrohung der Sprache im politischen Diskurs, die inzwischen auch oft zu Gewalt führe.

Schauspielerin Lotte Tobisch ist tot

Die österreichische Schauspielerin Lotte Tobisch ist tot. Wie der Verein "Künstler helfen Künstlern" mitteilte, starb sie am Samstagmorgen im Alter von 93 Jahren in einem Badener Künstlerheim. Bereits in frühen Jahren gab Lotte Tobisch-Labotyn, wie sie mit vollem Namen hieß, ihr Debüt am Wiener Burgtheater. Es folgten Engagements an allen Bundestheatern. Außerdem wirkte sie in zahlreichen Produktionen des österreichischen Fernsehens mit. Einer breiten Öffentlichkeit war sie aber vor allem als langjährige Organisatorin des "Wiener Opernballs" bekannt. Von 1981 bis 1996 prägte sie Österreichs größtes Society-Event. Bis zu ihrem Tod fungierte sie zudem als Präsidentin des Vereins "Künstler helfen Künstlern", der in Baden jenes Alterswohnheim betreibt, in dem sie verstorben ist.

Kulturpreis Deutsche Sprache an Peter Eisenberg

Der Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg ist in Kassel mit dem Kulturpreis Deutsche Sprache ausgezeichnet worden. Er erhalte die Auszeichnung für seine herausragenden Leistungen zur Erforschung der deutschen Grammatik, begründete der Vorsitzende der Jury, Helmut Glück, die Wahl. Eisenbergs Grammatik des Deutschen und sein Buch über die Fremdwörter im Deutschen hätten Maßstäbe gesetzt. An vielen Universitäten seien Generationen von Deutschlehrern an seiner Grammatik ausgebildet worden, in der Germanistik weltweit sei sie ein Standardwerk. Den mit 5.000 Euro dotierten Initiativpreis Deutsche Sprache erhielt die Musikgruppe "Tonbandgerät" aus Hamburg. Damit werde deren Einsatz gewürdigt, sich als Botschafter für die deutsche Sprache zu engagieren. Der nicht dotierte Institutionenpreis Deutsche Sprache ging an die "Kaukasische Post", die einzige deutschsprachige Zeitung im Kaukasus. Sie sei ein Medium, das die deutsche Sprache im Ausland vorbildlich pflege und stelle einen Aktivposten in den deutschen Außenbeziehungen dar, so die Jury.

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