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Interview | Beitrag vom 03.12.2019

25 Jahre Playstation Legende der Gamer

Andreas Lange im Gespräch mit Dieter Kassel

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Ein Junge sitzt im Wohnzimmer und spielt ein Playstation-Videospiel mit der typischen Spielekonsole. (picture alliance/dpa/Lehtikuva Saukkomaa)
Die erste Playstation 1994 wurde mit mehr als 100 Millionen verkauften Exemplaren zu einer der erfolgreichsten Spielkonsolen überhaupt. (picture alliance/dpa/Lehtikuva Saukkomaa)

Heute vor 25 Jahren brachte Sony die erste Playstation auf den Markt. Eine gigantische Erfolgsgeschichte, sagte der Präsident des Verbands der Europäischen Computerspielmuseen - doch sie geht in naher Zukunft womöglich zu Ende.

Am 3. Dezember 1994 kam in Japan die erste Sony PlayStation auf den Markt, die PS1. Allein am ersten Tag verkaufte sie sich an die 100.000 mal und wurde später mit mehr als 100 Millionen verkauften Exemplaren zu einer erfolgreichsten Spielkonsolen überhaupt. Auch weil Sony damals clever agiert habe, sagt Andreas Lange, Gründungsdirektor des Computerspielmuseums Berlin und Präsident des Verbands der Europäischen Computerspielmuseen EFGAMP e.V..

Der Einstieg zum Aufstieg

Zunächst sei die Playstation technisch gut gemacht gewesen, sagt Lange - mit 3D-Grafik und CD-Rom-Laufwerk. Auf die CD-Roms habe man eine Menge Daten packen können, "richtiges Video, aber auch richtige Musik". Mit den damals neuen Brennern habe man sie auch leicht raubkopieren können, womit sich für die Spieler kosten sparen ließen. Nicht zuletzt sei Sony sehr offen auf die Spieleindustrie zugegangen und habe ihr sehr niedrigschwellig die Erlaubnis eingeräumt, für die neue Playstation zu programmieren. "Insofern waren gleich von Anfang an tolle und auch sehr innovative Spiele da."

Cloud-Gaming auf dem Vormarsch

Inzwischen wird die 5. Generation der Playstation erwartet, so der Computerspiele-Experte. "Was das Konsolen-Geschäft angeht, so sind das eigentlich eingeführte Marktzyklen, die sich immer wiederholen." Allerdings geht der Trend inzwischen zunehmend weg von der PlayStation in Richtung Cloud-Gaming, wo das Spiel "in der Cloud gerendert, berechnet, gespielt wird und dann nur ein Videostream zurückgegeben wird." So ließen sich die Spiele auch mit wenig leistungsfähigen Geräten wie Handys spielen. "Das heißt also, ich kann mit Cloud-Spielen viel mehr Leute erreichen."

Wie das Buchregal für den Literaturfreund

Ob das Cloud-Gaming die Playstation überflüssig machen könnte, ist laut Lange eine "spannende Frage, die in der Branche diskutiert wird". Seiner Einschätzung nach seien die Zielgruppen momentan noch sehr unterschiedlich: "Cloud-Gaming ist dann doch eher was für den casual gamer, wo dann nicht die ganz großen Spiele berechnet werden in der Cloud." Der Hardcore-Gamer hingegen, "der wirklich auch an technisch innovativen und immer den neuesten Spielen interessiert ist, der hat dann so was auch ganz gerne zu Hause - so ein bisschen wie der Literaturliebhaber dann auch sein Buchregal hat."

(ckü)

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