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Konzert / Archiv | Beitrag vom 23.10.2018

100 Jahre polnische WiedererstehungPhilharmonie Poznań live aus Berlin

Die Philharmonie Poznań/Filharmonia Poznańska in der Aula der Adam- Mickiewicz-Universität Poznań (Piotr Skórnicki/Filharmonia Poznańska)
Die Philharmonie Poznań/Filharmonia Poznańska in der Aula der Adam- Mickiewicz-Universität Poznań (Piotr Skórnicki/Filharmonia Poznańska)

Ein Festkonzert zum 100. Jubiläum der Wiedererlangung der polnischen Unabhängigkeit spielt die Philharmonie Poznań im Berliner Konzerthaus. Natürlich gibt es polnische Musik - von Paderewski, Tansman, Wieniawski und Kilar - Beethoven zu Beginn.

Das Philharmonische Orchester aus Poznań ist nicht das älteste Orchester Polens, aber es hat doch schon in den 70 Jahren seiner Existenz einen beträchtlich guten Ruf erworben. Nun spielt es auf Einladung der Polnischen Botschaft in Deutschland das Festkonzert zum 100. Jubiläum der Wiedererlangung der polnischen Staatlichkeit in der deutschen Bundeshauptstadt. Und höchster Besuch hat sich angesagt zu diesem festlichen Abend im Konzerthaus am Gendarmenmarkt - die beiden Staatspräsidenten Duda und Steinmeier.

Selbstbewusste Metropole

Das Orchester aus der selbstbewussten zentralpolnischen Metropole wäre nicht die Filharmonia Poznańska, wenn sie nicht höchste Qualitätsmaßstäbe anlegen würde an das Programm und an das Renommee der Interpreten. Chefdirigent Marek Pijarowski hat zwei außerordentlich große Talente für zwei wunderschöne Solokonzerte gewinnen können.

Hervorragende junge Solisten

Szymon Nehring ist ein junger polnischer Nachwuchsstar, der einige Anerkennung beim letzten Chopin-Wettbewerb in Warschau und zuletzt den Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv gewonnen hat und als Schüler von Krystian Zimerman und Krzysztof Penderecki namhafte Fürsprecher besitzt. In Berlin spielt er das einzige (!) Klavierkonzert des Pianisten und ersten Ministerpräsidenten der vor 100 Jahren proklamierten Polnischen Republik, von Ignacy Jan Paderewski, eine also auch historisch bedeutsame Programmwahl.

Bomsori Kim ist die aktuelle Solistin in Residenz bei der Filharmonia Poznańska und ist als Gewinnerin des 2. Preises und mehrerer Sonderpreise beim 15. Wieniawski-Violinwettbewerb dem Orchester und der Stadt aufs Engste verbunden. Bereits 2013 hatte sie am ARD-Musikwettbewerb als beste Spielerin und einem von zwei zweiten Preisen teilgenommen. Natürlich interpretiert sie jetzt im Berliner Konzerthaus ein Solokonzert des polnischen Komponisten Henryk Wieniawski, und zwar das besonders lyrische und schöngeistige zweite Konzert in d-Moll.Ein Bild von der Geigerin Bomsori Kim (picture alliance / dpa / Jakub Kaczmarczyk)Bomsori Kim im Einsatz: Wird sie es unter die großen Geigerinnen schaffen? (picture alliance / dpa / Jakub Kaczmarczyk)

Erfrischende Volksmusik

Die beiden "kleineren" Orchesterwerke in diesem Festkonzert beschreiben ein besonders originelles Verhältnis zur polnischen Volksmusik und stammen aus dem von Krieg, Flucht und Völkermord geprägten 20. Jahrhundert. Aleksander Tansman kam aus Lodz und ging wie viele polnische Komponisten nach Paris, um dort zu studieren und sich eine künstlerische Existenz aufzubauen. Der Kultur seiner Heimat blieb der aus einer jüdischen Familie stammende Musiker verbunden. Nie das Land verlassen hat dagegen der aus Lemberg gebürtige Wojciech Kilar. Als Modernist startete er wie seine Zeitgenossen Górecki und Penderecki in den 1950er Jahren, um später mit neoromantischen Wohlklang und als erfolgreicher Filmkomponist zu reussieren. Sowohl Tansmans "Vier Polnische Tänze" als auch Kilars "Krzesany" (wörtlich Bergsteigen) zeigen den originellen und immer wieder erfrischend unkonventionellen Zugang zur autochthonen Musik unseres Nachbarlandes.

Beethoven und Fürst Radziwiłł

Der Abend beginnt mit einer selten zu hörenden Ouvertüre von Ludwig van Beethoven, die einen polnischen Hintergrund hat. Komponiert hat sie der Bonner Meister für den polnisch-preußischen Fürsten Anton Heinrich Radziwiłł. Der war nicht nur ein Musikmäzen, sondern auch ein Symbol für einen dritten Weg zwischen preußisch-germanischer Dominanz und polnisch-katholischem Nationalismus. Welch ein Ausrufezeichen in unserer heutigen Zeit!

Live aus dem Konzerthaus Berlin
Festkonzert 100 Jahre Wiedererlangung der Unabhängigkeit Polens

Ludwig van Beethoven
Ouvertüre "Zur Namensfeier" op. 115

Ignacy Jan Paderewski
Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 17

ca. 20.50 Uhr Konzertpause

Aleksander Tansman
Vier polnische Tänze

Henryk Wieniawski
Violinkonzert Nr. 2 d-Moll op. 22

Wojciech Kilar
"Krzesany"

Szymon Nehring, Klavier
Bomsori Kim, Violine
Filharmonia Poznańska
Leitung: Marek Pijarowski

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