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Lakonisch Elegant | Beitrag vom 07.01.2021

100 Jahre Joseph BeuysJajaja oder neeneenee?

Von Johannes Nichelmann und Christine Watty

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Joseph Beuys steht regunglos, mit Hut auf dem Kopf, vor einer Filzwand auf der 4. documenta in Kassel, 1968. (picture alliance / IMAGNO / Christian Skrein )
Alles ist Kunst: Joseph Beuys 1968 auf der 4. documenta in Kassel. (picture alliance / IMAGNO / Christian Skrein )

Joseph Beuys hat den traditionellen Kunstbegriff herausgefordert: Alles kann Kunst sein. Warum sollen wir uns heute noch an ihn erinnern? Wir sprechen mit Filmemacher Andres Veiel und Beuys-Weggefährtin Rhea Thönges-Stringaris.

Fettecke, Filzpiano, Eichen, Kojoten, Performances und Politik: Joseph Beuys‘ künstlerisches Wirken könnte man heutzutage in ein paar Hashtags zusammenfassen – und viele würden sich sofort an die dazugehörigen Werke erinnern.

Seine Botschaft dahinter war für die 1960er und 1970er-Jahre geradezu bewusstseinserweiternd: Demokratie kann Wirklichkeit werden –  und zwar durch Kunst. Beuys entzog sich dem Feuilleton und ließ selbst gestandene Kunstkritiker die hilflose Frage stellen, was das alles eigentlich soll.

Alle Menschen sind Künstler

Beuys versuchte, die Kunst "sozial" zu machen, alle Menschen sollten teilhaben können. Oder noch einfacher: Beuys wollte sich selbst nur als Künstler verstehen, wenn auch folgende These anerkannt ist: Alle Menschen sind Künstler.

Für seine Arbeiten und seine Haltung wurde Beuys bewundert und verachtet; er empörte und begeisterte. Und gab seine Ideen weiter – als Professor der Kunstakademie Düsseldorf, wo er kurzerhand das Bewerbungsverfahren boykottierte und alle Bewerberinnen und Bewerber eines Jahrgangs aufnahm. Oder auch als Gründungsmitglied der Grünen.

Ein für immer moderner Künstler?

Es geht aber auch um die Abgründe, die in Erzählungen über ihn immer wieder im Dunklen bleiben – wenn es zum Beispiel um eine mögliche Verstrickung in der NS-Zeit geht. Das thematisiert auch der Filmemacher Andres Veiel in "BEUYS" aus dem Jahr 2017 nicht. Ein Dokumentarfilm, der für diese Lücke kritisiert wurde, zugleich aber für die Annäherung an Beuys' künstlerischen Ansatz viel Beachtung fand.

Wir fragen Veiel nach den unklaren Momenten im Leben von Beuys, aber vor allem: Warum sollte man heute noch an Beuys erinnern? Passt er noch - oder sogar vielleicht besonders gut - in die heutige Zeit?

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