Das Feature, vom 08.03.2019, 20:10 Uhr

100 Jahre Bauhaus Weimar: Der Mann mit dem Schlüssel

Jahrzehntelang tat sich die DDR-Führung in ihrem "Kampf gegen den Formalismus" auch mit dem Bauhauserbe schwer. Bauhaus-Ideen an den Akademien wurden boykottiert, regelrechte Kampagnen gegen "dekadente kosmopolitische" Konzepte geführt. Das änderte sich, als Bernd Grönwald 1971 den Schlüssel zu seinem künftigen Wohnhaus umdrehte.

Ein Portrait von Bernd Grönwald vor dem Musterhaus "Am Horn" in Weimar. (privat/Marlis Grönwald)
Der Architekt und Architekturtheoretiker Bernd Grönwald vor dem 'Haus Am Horn' in Weimar. (privat/Marlis Grönwald)

Mit seiner Familie zog Grönwald nach eigenhändiger Renovierung ins "Musterhaus am Horn" - jenen Prototypen, den Walter Gropius 1923 nach einem Entwurf von Georg Muche als erste Architektur im Sinne des Bauhauses überhaupt errichten ließ.

Grönwald war nicht nur Architekturwissenschaftler, sondern gut vernetzter Parteifunktionär. Allem Anschein nach brachte er zusammen, was nicht zusammengehören sollte.

Er öffnete die Türen, machte das Haus interessierten Besuchern aus dem In- und Ausland zugänglich und belebte die Bauhausforschung in der DDR neu. Durch Grönwald wurde der Name Bauhaus in Weimar erst wieder lebendig.

Kurz nach dem Mauerfall fand sein Leben ein jähes Ende. Warum?




100 Jahre Bauhaus (2/2)
Der Mann mit dem Schlüssel
Von Marietta Schwarz

Regie: Friederike Wigger
Es sprachen Maximilian Held, Sebastian Schwarz und die Autorin
Ton: Alexander Brennecke
Redaktion: Ulrike Bajohr

Produktion: Dlf 2019

Der Mann mit dem Schlüssel (PDF)

Der Mann mit dem Schlüssel (Textversion)