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Kulturnachrichten

Sonntag, 6. Juni 2021

100 Jahre alter Wein für 5000 Euro versteigert

Eine 100 Jahre alte Flasche Wein aus Rheinhessen ist in Bremen für 5000 Euro versteigert worden. Dies teilte der Bremer Ratskellers mit, in dem die Online-Auktion stattfand. Die 0,7 Liter-Flasche Wein ist ein "1921-er Niersteiner Pettental Riesling - 2. Terrasse allerfeinste Goldbeerenauslese aus Rheinhessen". Das Mindestgebot lag bei 500 Euro. Der Sommer 1921 gilt neben dem Sommer 1959 als einer der Topjahrgänge im deutschen Weinanbau. Zwei weitere exklusive Weine wurden außerdem zusammen für rund 2000 Euro versteigert. Die Erlöse gehen an das Unesco-Welterbe Bremer Rathaus & Roland.

Papst umgeht Abbitte für inidigene Kinder in Kanada

Papst Franziskus hat der auf dem Gelände einer ehemaligen katholischen Schule in Kanada entdeckten 215 toten Kinder gedacht, eine Entschuldigung aber vermieden. Er fühle sich den Opfern nahe, sagte der Papst in Rom. Politik und Kirche müssten diese traurige Geschichte aufklären, damit Heilung möglich werde. Die von Premierminister Justin Trudeau verlangte Bitte um Vergebung vermied der Papst. Auf dem Gelände eines Internats für Angehörige von Indigenen in Kamloops in British Columbia waren im Mai Überreste von 215 Kindern entdeckt worden. In der Einrichtung wurden wie in vielen weiteren bis in die 1970er Jahre Kinder von Indigenen untergebracht und umerzogen mit dem Ziel, dass sie ihre Religion, Sprache und Kultur aufgeben. Die kanadische Regierung hat weit verbreitete körperliche Misshandlungen und sexuellen Übergriffe in den Schulen eingeräumt und 2008 um Verzeihung gebeten. Trudeau kritisierte, er habe Franziskus 2017 um eine Entschuldigung, um eine Entschädigung und die Freigabe einschlägiger Dokumente gebeten. Dennoch erlebe man vonseiten der Kirche noch immer Widerstand und Schweigen. Als Katholik sei er tief enttäuscht.

Nora Bossong hat Thomas-Mann-Preis 2020 erhalten

Die Schriftstellerin Nora Bossong ist mit dem Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste ausgezeichnet worden. Die mit 25 000 Euro dotierte Auszeichnung war der Autorin bereits 2020 zuerkannt worden, die Übergabe des Preises musste wegen der Corona-Pandemie allerdings verschoben werden. In ihrer Begründung würdigte die Jury die 1982 in Bremen geborene Bossong als eine der vielseitigsten deutschsprachigen Autorinnen der Gegenwart. Seit ihrem Debütwerk "Gegend" 2006 habe sie neben einigen Gedichtbänden und Essays vier Romane vorgelegt, hieß es weiter. Die führten in schmerzhaft relevante Problemfelder der Gegenwart und zeichneten sich durch große sprachliche Virtuosität aus. Der Thomas-Mann-Preis ist aus dem seit 1975 verliehenen Thomas-Mann-Preis der Stadt Lübeck und dem Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste hervorgegangen und wird seit 2010 abwechselnd in München und Lübeck vergeben. Bisherige Preisträger waren unter anderem Christa Wolf und Juli Zeh.

Neue D-Day-Gedenkstätte in Frankreich eröffnet

77 Jahre nach der Landung der Alliierten in der Normandie ist in Nordfrankreich eine neue Gedenkstätte für getötete britische Soldaten eröffnet worden. In dem Ort Ver-sur-Mer wird an fast 22.500 Männer und Frauen erinnert, die 1944 gegen die Nazis kämpften. Die Gedenkstätte befindet sich oberhalb des "Gold Beach" - einem von drei französischen Stränden am Ärmelkanal, die die Alliierten am 6. Juni 1944 nutzten, um mit mehr als 150.000 Soldaten in der Normandie zu landen. Die Offensive trug maßgeblich zur Niederlage Nazi-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg bei. Die offene Säulenhalle ist der Kreuz-Form der britischen Flagge nachempfunden, die Namen der Getöteten sind auf Steinsäulen eingraviert. Die Gedenkstätte geht auf die Initiative des britischen Veteranen George Batts zurück. Die Kosten in Höhe von fast 35 Millionen Euro wurden durch die Regierung in London und private Spender aufgebracht.

USA will Zugriff auf Journalisten-Daten beenden

Die US-Regierung will nach eigenen Angaben während laufender Untersuchungen zu medialen Enthüllungen nicht mehr eine umstrittene Rechtspraxis anwenden, mit der Journalisten zur Herausgabe ihrer Telefon- und E-Mail-Daten gebracht werden sollten. Versuche von US-Regierungen, Zugriff auf Telekommunikationsdaten von Journalisten zu bekommen, lösten in der Vergangenheit immer wieder Kritik von Pressefreiheits-Aktivisten aus. Das Justizministerium erklärte, eine Untersuchung zu allen bisherigen Fällen abgeschlossen zu haben. Alle betroffenen Reporter seien informiert worden. Die "New York Times" hatte kürzlich von einem verdeckten Rechtsstreit berichtet, bei dem das Justizministerium versucht habe, an E-Mail-Daten von vier seiner Reporter zu gelangen. Der Rechtsstreit hatte demnach bereits während der Amtszeit von Ex-US-Präsident Donald Trump begonnen und war nach Bidens Amtsantritt zunächst fortgesetzt worden. Bereits im Mai hatte der Sender CNN berichtet, dass die Trump-Regierung auf die umstrittene Weise an Telefon- und E-Mail-Daten von einem ihrer Reporter gelangt sei.

Tom Hanks kritisiert "Weißwaschen" von Geschichte

US-Schauspieler Tom Hanks hat die Rolle der Unterhaltungsindustrie beim "Weißwaschen" von Geschichte anerkannt. Der Darsteller hatte dies in einem in der "New York Times" veröffentlichten Essay geschrieben und darauf gedrängt, dass es mehr schulische Aufklärung über das Massaker von Tulsa brauche. Während seiner schulischen Laufbahn und auch beim Studium der Amerikanischen Geschichte habe er nie auch nur eine Seite über das Massaker gelesen, so Hanks. Geschichte sei hauptsächlich von weißen Menschen über weiße Menschen geschrieben worden. Bis vor kurzem sei das in der Unterhaltungsbranche ebenfalls der Fall gewesen, auch in Filmen, in denen er mitgespielt habe. Bei dem Massaker von Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma vor 100 Jahren - vom 31. Mai bis 1. Juni 1921 - hatte ein weißer Mob in der Stadt Tulsa im Viertel Greenwood Häuser abgebrannt, geplündert und 300 Schwarze getötet und Tausende verjagt. Überlebende des Anschlags und Angehörige der Opfer kämpfen immer noch um Entschädigung.

Leibniz-Medaille für Drosten und Nguyen-Kim

Der Virologe Christian Drosten und die Chemikerin und Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim sind mit der Leibniz-Medaille 2021 der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet worden. Sie wurden damit in Berlin nach Angaben der Akademie für ihre Verdienste in der Wissenschaftskommunikation im Allgemeinen sowie in der Covid-19-Pandemie im Besonderen geehrt. Beide hätten auf dem Gebiet der Kommunikation von Wissenschaft in der Gesellschaft Herausragendes geleistet. Die undotierte Leibniz-Medaille wird seit 1907 an Einzelpersonen oder Arbeitsgruppen als Anerkennung für die Verdienste um die Förderung der Wissenschaften verliehen. Sie erinnert an den Akademie-Gründer Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716).

Centre Pompidou plant Außenstelle in New Jersey

Nicht in, sondern direkt neben der Millionenmetropole New York will das renommierte Pariser Museum Centre Pompidou eine Außenstelle eröffnen. Die Ausstellungshalle in der Stadt Jersey City im US-Bundesstaat New Jersey - nur durch den Hudson River getrennt von New York - solle 2024 eröffnen, teilten Vertreter des Centre Pompidou und des Bundesstaats mit. Ein altes Industriegebäude solle dafür umgebaut werden. Das Centre Pompidou in Paris wurde 1977 eröffnet. Die Sammlung des Kunst- und Kulturzentrums umfasst nach Angaben der Einrichtung mehr als 120 000 Werke moderner und zeitgenössischer Kunst. Unter anderem im spanischen Malaga, in Brüssel und in Shanghai unterhält das Museum, das zwischen 2023 und 2027 für eine umfassende Renovierung schließen soll, bereits Außenstellen.

Ungarn demonstrieren gegen chinesisches Uni-Projekt

Tausende Ungarn haben am Samstag gegen die von der rechtsnationalen Regierung geplante Einrichtung eines ungarischen Ablegers der chinesischen Fudan-Universität demonstriert. Sie kritisierten, dass damit eine von der Kommunistischen Partei Chinas kontrollierte Einrichtung aus ungarischen Steuergeldern finanziert werden solle. Empörung löste zudem aus, dass die Fudan-Uni auf einem Gelände in Budapest errichtet werden soll, das ursprünglich für den Bau von billigen Studentenheimen vorgesehen war. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban, Vorsitzender der Partei Fidesz, pflegt sehr gute Beziehungen zu Peking und hat bereits gegen china-kritische EU-Beschlüsse Vetos eingelegt. Die von der Opposition geführte Stadt Budapest ist gegen das Projekt.

Auschwitz-Komitee verurteilt Anschlag auf Synagoge

Das Internationale Auschwitz-Komitee hat den Brandanschlag auf eine Synagoge in Ulm verurteilte. Mit jedem Anschlag auf jüdische Gebäude und jüdisches Leben wachse die Angst der Holocaust-Überlebenden, dass die Schlacht gegen den Antisemitismus längst verloren ist, sagte der geschäftsführende Vizepräsident des Komitees, Heubner. Die Frage, ob jüdische Einrichtungen nicht nur in Baden-Württemberg besser geschützt werden sollten, wirke nach den Erfahrungen der letzten Monate und Jahre in Deutschland nur noch hilflos und ignorant. Ein Unbekannter hatte gestern früh an der Ulmer Synagoge eine Flüssigkeit auf den Boden gegossen und angezündet. Die Feuerwehr konnte die Flammen schnell löschen.

Kindermedienfestival "Goldener Spatz" startet

Mit dem Animationsfilm "Peterchens Mondfahrt" startet heute das Kindermedienfestival "Goldener Spatz". Normalerweise findet es in Kinos in Erfurt und Gera statt. Wegen der Corona-Pandemie wird ein Großteil der Veranstaltung ins Internet verlegt. Zwei Jurys mit insgesamt 33 Kindern sichten die 40 Film- und Fernsehbeiträge und bewerten sie. Sie entscheiden auch allein über die Gewinner. Verliehen werden die Preise am kommenden Freitag. Der "Goldene Spatz" gilt als größtes Festival für Kinderfilme in Deutschland und wird seit 1979 von der gleichnamigen Kindermedienstiftung veranstaltet.

Pandemie hinterlässt im Kultursektor große Schäden

Die Umsätze der Kultur- und Kreativwirtschaft sind wegen der Corona-Krise um insgesamt 22,4 Milliarden Euro zurückgegangen. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), das sich auf ein Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages beruft. Demnach hat die Pandemie vor allem die Filmwirtschaft, die Darstellende Kunst und den Kunstmarkt getroffen. Diese Bereiche fielen laut der Untersuchung auf das Umsatzniveau von vor 17 Jahren zurück. Angesichts der Zahlen kritisierte der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, das Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung. "Kultur ist nach 16 Monaten ein blinder Fleck in der Pandemiebekämpfung", sagte er dem RND. Trotz der Hilfen stünden viele vor einem Scherbenhaufen. Es brauche eine bessere soziale Absicherung, um die Branche krisenfest zu machen, so Bartsch.

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