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Interview | Beitrag vom 02.01.2020

100. Geburtstag von Isaac AsimovAls der erste Moralkodex für Roboter verfasst wurde

Jürgen Schmidhuber im Gespräch mit Nicole Dittmer

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Ein Robotor vor Skyline: Buchcover von "I, Robot" von Isaac Asimov, erschienen 1958. (picture alliance / Mary Evans Picture Library)
So stellte man sich 1958 Roboter vor: Buchcover von "I, Robot" von Isaac Asimov. (picture alliance / Mary Evans Picture Library)

Der Schriftsteller Isaac Asimov habe als erster versucht, "eine Roboterethik niederzuschreiben", sagt der Informatiker Jürgen Schmidhuber. Und er tat dies lange bevor es KI gab. Vor hundert Jahren wurde der bekannte Science-Fiction-Autor geboren.

Wie müssen selbstfahrende Autos im Straßenverkehr reagieren? Nach welchen Kriterien müssen und dürfen Algorithmen bei einem Bewerbungsverfahren eine Auswahl treffen? Dürfen autonome Waffen eingesetzt werden? Je mehr Algorithmen und Künstliche Intelligenz unseren Alltag prägt, desto deutlicher wird: Wir benötigen ethische Regeln für sie.

Einer, der sich über einen solchen Moralkodex Gedanken gemacht hat, lange bevor es Roboter überhaupt gab, ist Isaac Asimov. Der vor 100 Jahren geborene Autor gilt als einer der wichtigsten Science-Fiction Autoren des 20. Jahrhunderts.

Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen

Asimovs Roboter-Geschichten unterscheiden sich dabei von denen seiner Zeitgenossen dadurch, dass die Roboter sich eher positiv gegenüber der Menschheit verhalten. Dies soll durch drei Gesetze erreicht werden, die kein Roboter brechen kann:

1. Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen.

2. Ein Roboter muss den Befehlen eines Menschen gehorchen, es sei denn, solche Befehle stehen im Widerspruch zum ersten Gesetz.

3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange dieser Schutz nicht dem Ersten oder Zweiten Gesetz widerspricht.

"Seine drei Gesetze sind der erste Versuch, eine Roboterethik niederzuschreiben", sagt der Informatiker Jürgen Schmidhuber. "Auch wenn diese drei Gesetze in sich nicht konsistent sind." Bereits das erste Gesetz sei nicht verwirklichbar. "Denn das würde bedeuten, dass so ein Roboter in jedem kleinen Teil die Konsequenzen seines Handelns abschätzen kann."

Porträt des Science-Fiction-Autors Issac Asimov (etwa 1970). (picture alliance/ AP / Everett Collection)Zeichnete ein freundliches Bild von Robotern: Isaac Asimov (etwa 1970). (picture alliance/ AP / Everett Collection)

Er selbst habe "als kleiner Bub" all die Romane Asimovs gelesen – heute ist er einer der Pioniere und weltweit führenden Forscher im Bereich neuronale Netze und Leiter des Schweizer KI-Forschungsinstituts IDSIA. "Ich vermute, dass etliche Forscher von ihm inspiriert sind, insofern als dass sie sich für KI interessieren." Eine direkte Innovation habe Asimov aber nicht geliefert.

Zu Asimovs bekanntesten Werken zählt der Foundation-Zyklus, bei dem ein Zukunftsforscher und ein paar Roboter das Schicksal eines intergalaktischen Imperiums verbessern wollen. Seine Roboter-Kurzgeschichten gelten als Meilensteine der Science Fiction. Asimov prägte den Begriff Robotik.

(lkn)

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