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Kulturnachrichten

Freitag, 9. Dezember 2016

100 000 Euro für Raubkunst-Geige

Instrument gehörte jüdischen Händler Felix Hildesheimer aus Speyer

Nach einer entsprechenden Empfehlung will eine Nürnberger Stiftung 100 000 Euro an die Erben des früheren Besitzers einer möglicherweise von den Nazis geraubten Geige zahlen. Die Franz Hofmann und Sophie Hagemann Stiftung teilte mit, sie werde alles daran setzen, die Summe aufzubringen. Das Instrument des italienischen Geigenbaumeisters Giuseppe Guarneri hatte dem jüdischen Instrumentenhändler Felix Hildesheimer aus Speyer gehört. Er und seine Familie seien durch die rassistische Verfolgung während des Nationalsozialismus in den Tod beziehungsweise in die Emigration getrieben worden, hieß es vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste. Daher hätten die Erben Hildesheimers Anspruch auf Entschädigung. Die beratende Kommission hatte einen Ausgleich von 100 000 Euro vorgeschlagen. Trotz intensivster Nachforschungen gebe es bis heute keine Belege dafür, dass die Geige tatsächlich Raubkunst sei, teilte die Stiftung mit. Dennoch wolle sie der Empfehlung der Kommission folgen.

21st Century Fox will Bezahlsender Sky kaufen

Fox will 21,8 Milliarden Euro zahlen

Der US-Konzern 21st Century Fox des Medienmoguls Rupert Murdoch will den europäischen Bezahlsender Sky übernehmen. Sky hat nach eigenen Angaben ein informelles Übernahmeangebot des US-Unterhaltungskonzerns erhalten. Die Gespräche dauerten an. Weitere Ankündigungen würden zu gegebener Zeit gemacht. Der US-Konzern müsse sich zum 6. Januar entscheiden, ob er ein bindendes Angebot vorlegen oder von einer Übernahme Abstand nehmen wolle. Fox hält bereits 39 Prozent an Sky. Bei Sky-Anlegern kam die Nachricht gut an. Die Aktien schossen in London 30 Prozent in die Höhe auf 10,23 Pfund.

Kunstwerke aus Millionen von Legosteinen in Rom

"The Art of the Brick" kehrt in Heimatstadt zurück

Lebensgroße Figuren, klassische Meisterwerke der Kunstgeschichte - und alles gebaut aus bunten Legosteinen. Die Erfolgsausstellung "The Art of the Brick", die bis Mitte August auch in Hamburg Halt gemacht hatte, ist nach Rom zurückgekehrt. Von heute an sind in der italienischen Hauptstadt das abstrakte Abbild von Leonarda da Vincis Mona Lisa und andere Werke des amerikanischen Künstlers Nathan Sawaya zu sehen. Im vergangenen Jahr sei die Ausstellung bereits ein Publikumserfolg gewesen, teilte das Auditorium Parco della Musica mit, wo die Kunswerke noch bis Ende Februar 2017 ausgestellt sind.

Heine-Preisträgerin kritisiert den "Sieg der Lügen"

A.L. Kennedy erhält als erste Britin am Wochende den Heine-Preis der Stadt Düsseldorf

In Zeiten zunehmender Lügen und Emotionen in der Gesellschaft ärgert sich die schottische Schriftstellerin A. L. Kennedy über Konkurrenz von ungewöhnlicher Seite. "Geschichten zu erfinden ist die Aufgabe von Autoren, nicht die der Politik", sagte sie in Düsseldorf. Die 51-Jährige, die für ihren Galgenhumor bekannt ist, bezog sich damit auf ein zunehmend von Emotionen und Lügen statt Fakten geprägtes Politklima. Zwar sei Politik seit jeher ein Kampf verschiedener Storys gewesen, sagte Kennedy. "Die Menschen aber fühlen sich vom Siegeszug der Fantasie erschlagen, dabei geht es gar nicht um Fantasie, sondern schlicht um schlechte Lügen." Gerade Großbritannien leide unter den Konsequenzen einer Politik, für die Tatsachen keine Rolle spielten. Die Stadt Düsseldorf verleiht Kennedy am Sonntag den renommierten Heine-Preis. Sie ist die erste Britin, die die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung erhält.

Israelischer Geigenbauer erhält Bundesverdienstkreuz

Amnon Weinstein sammelt und restauriert Geigen jüdischer Opfer des Holocausts

Der israelischer Künstler, Geigenbauer und Sammler von Violinen ehemaliger KZ-Häftlinge, Amnon Weinstein, erhält das Bundesverdienstkreuz. Außenminister Frank-Walter Steinmeier wird Weinstein die Auszeichnung nach Angaben des Ministeriums am kommenden Mittwoch bei einem Empfang im Jüdischen Museum in Berlin überreichen. Der Künstler sammelt und restauriert Geigen jüdischer Opfer des Holocausts. Er stellt sie dann jungen Musikern auch aus Deutschland für Konzerte zur Verfügung. Weinstein wurde 1939 als Sohn europäischer Flüchtlinge in Palästina geboren. Nach 1945 sammelte Weinsteins Vater, der Geigenbauer war, Violinen, die aus Europa geflohene Juden nicht mehr spielen wollten.Später kamen Geigen jüdischer Familien dazu, die von den Nazis beschlagnahmt worden, oder Instrumente, die vom Lager-Orchester im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gespielt worden waren. Weinstein nennt dieses Projekt "Violins of Hope" (Geigen der Hoffnung).

Paul Verhoeven wird Jury-Präsident der Berlinale

Das Filmfestival findet vom 9. bis 19. Februar 2017 statt

Regisseur Paul Verhoeven ("Basic Instinct", "RoboCop") wird Jury-Präsident der 67. Berlinale. Der 78-jährige Niederländer werde das Gremium leiten, das über die Gewinner des Goldenen und der Silbernen Bären entscheidet. Das teilten die Internationalen Filmfestspiele Berlin mit. "Mit Paul Verhoeven haben wir einen Regisseur als Jury-Präsidenten, der in den unterschiedlichsten Genres sowohl in Europa als auch in Hollywood gearbeitet hat", erklärte Festivalchef Dieter Kosslick.

Poetry Slam und ostfriesische Teekultur sind Kulturerbe

Deutsches Register des immateriellen Kulturerbes umfasst damit jetzt 68 Einträge

Das Märchenerzählen, die ostfriesische Teekultur, das Hebammenwesen und das Skatspielen sind als immaterielles Kulturerbe in Deutschland anerkannt worden. Insgesamt nahmen die Kultusministerkonferenz und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Freitag 34 Kulturformen neu in das bundesweite Verzeichnis auf, wie die Deutsche Unesco-Kommission in Bonn mitteilte. Eine davon, den Blaudruck, eine jahrhundertealte Technik der Stoffveredelung, will Deutschland zusammen mit Österreich, Ungarn, Tschechien und der Slowakei 2017 für die internationale Liste des immateriellen Kulturerbes der Unesco vorschlagen. Zu den weiteren in die deutsche Liste aufgenommenen Bräuchen und Traditionen zählen der Poetry Slam, die Flussfischerei an der Mündung der Sieg in den Rhein, die Heiligenstädter Palmsonntagsprozession und die Mal-, Fass- und Vergoldetechniken der Kirchenmalerei.

Verstärkt mobiles Arbeiten in Deutschen Firmen

Kritiker bemängeln die ständige Erreichbarkeit der Mitarbeiter

Immer mehr Firmen in Deutschland ermöglichen ihren Beschäftigten mobiles Arbeiten. Rund 61 Prozent der Unternehmen statten ihr Personal derzeit mit einem mobilen Internetzugang etwa über ein Smartphone oder Tablet aus, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Im Vorjahr waren es nur 57 Prozent. In 80 Prozent der Firmen, die tragbare Geräte ausgeben, können Beschäftigte auf das unternehmenseigene E-Mail-System zugreifen. Während nur 45 Prozent der Betriebe im Gastgewerbe eine mobile Breitbandverbindung nutzen, sind es 75 Prozent der Unternehmen aus dem Bereich Information und Kommunikation.Kritiker bemängeln, dass die ständige Erreichbarkeit von Beschäftigten etwa über E-Mails zu einer Mehrbelastung führt.

Das Wort des Jahres: "Postfaktisch"

Das Wort hat national und international Karriere gemacht

Der Begriff "postfaktisch" ist zum "Wort des Jahres" 2016 gekürt worden. In politischen und gesellschaftlichen Diskussionen gehe es zunehmend um Emotionen anstelle von Fakten, erklärte die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden. Insofern stehe das Wort für einen tiefgreifenden politischen Wandel. Immer größere Bevölkerungsschichten seien aus Widerwillen gegen "die da oben" bereit, Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen zu akzeptieren. Die Entscheidung der Jury sei einstimmig ausgefallen, sagte der Vorsitzende der Gesellschaft, Professor Peter Schlobinski. "Postfaktisch" hatte es vor kurzem in der englischen Übersetzung "post-truth" schon zum "International Word of the Year" 2016 gebracht. Auf Platz zwei der Liste der Gesellschaft landete das Kunstwort "Brexit". Auf Platz drei wählten die Experten den Begriff "Silvesternacht", mit dem nach den massenhaften Übergriffen auf Frauen vor allem in Köln nun neue, unerfreuliche Assoziationen verbunden seien.

Rund 1,8 Millionen Jahre altes Wal-Fossil entdeckt

Fund in Flussmündung in kleinem mexikanischem Fischerdorf

In einem kleinen mexikanischen Fischerdorf ist das etwa 1,8 Millionen Jahre alte Fossil eines Wales gefunden worden. Der Fund sei in einem Fluss gemacht worden, der in Punta Maldonado, einem Küstendorf im südlichen Bundesstaat Guerrero, ins Meer fließt, teilte das Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte mit. Das Fossil werde nun mit Hilfe von Laboranalysen genauer erforscht, erklärte Wissenschaftler Hermosillo Worley. Die Überreste des Wales, die die Paläontologen zutage förderten, sind fünf Meter lang. Der Meeressäuger war aber womöglich insgesamt zwölf Meter lang. Laut Worley hilft der Fund bei der Erforschung der Wale, insbesondere der Evolution ihrer Schädelhöhle.

US-Schauspieler Kirk Douglas wird 100

Sein Filmdebut feierte der US-Schauspieler 1946

Kirk Douglas, lebende Hollywood-Legende, wird heute 100 Jahre alt. Sein Filmdebüt feierte Douglas 1946 in "Die seltsame Liebe der Martha Ivers". Es folgten zahlreiche Kassenschlager darunter der Antikriegsfilm "Wege zum Ruhm". Ferner "Spartacus" , "Zwei dreckige Halunken" oder "Archie und Harry - Sie können's nicht lassen" mit seinem Kollegen und Freund Burt Lancaster. Geboren wurde Douglas am 9. Dezember 1916 in Amsterdam, New York, als Issur Danielowitsch Demsky. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen als Sohn russisch-jüdischer Einwanderer auf. Die Auseinandersetzung mit seinen jüdischen Wurzeln bezeichnete er einmal als ein Lebensthema. Politisch nimmt Douglas bis in die Gegenwart kein Blatt vor den Mund. Mitte September veröffentlichte er in der Huffington Post einen offenen Brief, in dem er den Aufstieg Donald Trumps mit dem von Adolf Hitler verglich - ohne die beiden beim Namen zu nennen. Für seine Leistungen erhielt er zahlreiche Ehrungen, darunter 1998 den Oscar für sein Lebenswerk.

US-Verband wählt zehn Filme von 2016

Die Auswahl gilt als Oscar-Vorbote

Der Science-Fiction-Film "Arrival" und die Musical-Romanze "La La Land" zählen nach Ansicht des renommierten American Film Institute (AFI) zu den zehn besten Filmen des Jahres 2016. Auch der Zeichentrickfilm "Zoomania", Mel Gibsons Kriegsfilm "Hacksaw Ridge" und Clint Eastwoods Flugdrama "Sully" sind dabei, wie der Filmverband bekanntgab. Die Auswahl des Verbandes gilt als Vorbote für die Oscar-Verleihung. Zu den weiteren AFI-Favoriten gehören auch das Historien-Epos "Silence" von Martin Scorses und das Familiendrama "Manchester by the Sea". Häufig schafften es Filme auf der AFI-Liste in den vergangenen Jahren auch unter die Oscar-Anwärter in der Sparte "Bester Film".

Malerin Pia Fries erhält Altenbourg-Kunstpreis 2017

Fries ist die erste Frau, die den Preis erhält

Der Gerhard-Altenbourg-Preis 2017 geht an die Malerin Pia Fries. Damit werde "eine Vertreterin der reinsten Malerei" gewürdigt, teilte das Lindenau-Museum im thüringischen Altenburg mit. Der Preis ist mit insgesamt 50 000 Euro für eine Ausstellung samt Katalog sowie einem Preisgeld dotiert. Fries ist gebürtige Schweizerin, lebt und arbeitet den Angaben zufolge aber in Düsseldorf und München. Sie hat bei Gerhard Richter Malerei studiert und eine Professur für Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste in München inne. Die Auszeichnung soll zur Ausstellungseröffnung im November 2017 übergeben werden.

Zehn Wissenschaftler erhalten Leibniz-Preise

Die Preisträger erhalten jeweils 2,5 Millionen Euro für Forschungsarbeiten

Drei Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftler erhalten den Leibniz-Preis 2017. Von den zehn neuen Preisträgern kommen drei aus den Naturwissenschaften, drei aus den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie jeweils zwei aus den Lebens- und Ingenieurwissenschaften, wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft in Bonn mitteilte. Der Leibniz-Preis ist der wichtigste deutsche Forschungsförderpreis. Alle zehn Preisträger erhalten jeweils 2,5 Millionen Euro für kommende Forschungsarbeiten. Verliehen werden die Auszeichnungen am 15. März 2017 in Berlin. Die Auszeichnung erhalten die Arabistik-Professorin Beatrice Gründler (Berlin) und die Afrikanistin Anne Storch (Köln), der Psychologe Ralph Hertwig (Berlin), der Chemiker Lutz Ackermann (Göttingen), die Biologen Karl-Peter Hopfner (München) und Jörg Vogel (Würzburg), der Physiker Frank Jülicher (Dresden) und der Biophysiker Joachim P. Spatz (Stuttgart/Heidelberg) sowie der Verfahrenstechniker Lutz Mädler (Bremen) und die Materialwissenschaftlerin Britta Nestler (Karlsruhe).

Emerson, Lake & Palmer-Gründer Greg Lake gestorben

Der Sänger, Gitarrist und Bassist starb mit 69 Jahren an Krebs

Eine Koryphäe der progressiven Rockmusik ist tot: Greg Lake, Gründer von Emerson, Lake & Palmer, hat einen langen Kampf gegen Krebs verloren. Sein Manager Stewart Young teilte mit, Lake sei der "langen und hartnäckigen" Krankheit erlegen. Er wurde 69 Jahre alt. Schon vor seiner Zeit mit dem Keyboarder Keith Emerson und dem Schlagzeuger Carl Palmer war der Bassist und Sänger ein Prog-Rock-Pionier: In den 1960er Jahren gründete er mit Gitarrist Robert Fripp die nicht minder legendäre Band King Crimson. Der kommerzielle Erfolg kam aber in den 1970er Jahren mit EL&P: Sechs Alben des Trios erreichten Platin-Status als Topseller. Die Band mischte Klassik und Rock mit etlichen anderen Musikformen und scherte sich wenig um die übliche Länge von Popmusik-Stücken. Ihr bekanntester Song hatte aber Single-Länge: "Lucky Man", die Ballade über einen Verstorbenen, dessen Reichtum den Schluss nahe legte, er müsse sehr glücklich gewesen sein.

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