Sonntag, 20.01.2019
 

Tonart | Beitrag vom 08.01.2019

10 Jahre Digital Concert HallDie Berliner Philharmoniker live – vom Sofa aus

Christoph Franke im Gespräch mit Carsten Beyer

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Blick ins Studio der Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker. (Berliner Philharmoniker / Peter Adamik)
Das Studio der Berliner Philharmoniker, aus dem die Digital Concert Hall angeboten wird. (Berliner Philharmoniker / Peter Adamik)

Seit 2009 kann man die Berliner Philharmoniker live erleben – auch außerhalb des Konzertsaals, dank der Digital Concert Hall. Die Qualität sei mindestens so gut wie auf CD, sagt Tonmeister Christoph Franke, der das Angebot mit aufgebaut hat.

Seit zehn Jahren bieten die Berliner Philharmoniker im Internet Live-Video-Übertragungen ihrer Konzerte an, so entstand die Digital Concert Hall (DCH). Das erste Konzert wurde am 6. Januar 2009 übertragen. Rund 550 Konzerte stehen für Abonnenten online: Konzerte aus den vergangenen zehn Jahren, aber auch ältere, zum Beispiel mit Claudio Abbado oder Herbert von Karajan.

In der Digital Concert Hall könne man – wenn man möchte – jede Woche live bei einem Konzert dabei sein, sagte Christoph Franke, der als Tonmeister die DCH von Anfang an mit aufgebaut hat, im Deutschlandfunk Kultur. "Man kann sich das Konzert auf den heimischen Fernseher holen, man kann es auf das Tablet oder Smartphone holen. Und wenn man eine entsprechend gute Anlage angeschlossen hat, dann hat man CD-Qualität im Ton und kann Konzerte live oder aus dem Archiv verfolgen."

Viele Ideen für die Zukunft

Dem hohen Anspruch an den Sound bei diesen Konzerten könne man in der DCH gerecht werden, erklärte Franke. "Man kann ihm mindestens so gerecht werden, wie in jeder hochwertigen CD- oder Hörfunkproduktion. Wir sind mittlerweile so weit, dass wir technisch gesehen eine bessere Übertragungsqualität bieten können als der klassische Hörfunk oder sogar auch als CD-Qualität in naher Zukunft."

Neben der technischen Seite gebe es natürlich die inhaltliche Seite – und da sei klar, dass nichts einen Konzertbesuch ersetzt. "Das wollen wir auch gar nicht, sondern wir wollen den Leuten, die nicht da sein können, die Möglichkeit bieten, das nächstbeste zu erleben, nämlich virtuell dabei zu sein."

In der Zukunft werde sich die Audiotechnologie erweitern, prognostizierte Franke. "Wir experimentieren mit Virtual Reality, mit Immersive Audio, wo man noch mehr in den echten Klang eines Saales eintauchen kann." Auch Surround-Formate und interaktive Formate gehörten zu den Möglichkeiten. Man müsse sehen, was sich davon in den nächsten Jahren umsetzen lasse, so Franke.

(abr)

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