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Kompressor | Beitrag vom 06.06.2018

10. Berlin Biennale: "Millis Erwachen" Film interpretiert Kirchners Gemälde kritisch

Natasha A. Kelly im Gespräch mit Max Oppel

"Schlafende Milli" von Ernst Ludwig Kirchner (hier zu sehen in der Bremer Ausstellung "Der blinde Fleck. Bremen und die Kunst der Kolonialzeit" im Jahr 2017) (dpa / picture alliance/ Ingo Wagner)
"Schlafende Milli" von Ernst Ludwig Kirchner (hier zu sehen in der Bremer Ausstellung "Der blinde Fleck. Bremen und die Kunst der Kolonialzeit" im Jahr 2017) (dpa / picture alliance/ Ingo Wagner)

Die Künstlerin Natasha A. Kelly hat sich mit Ernst Ludwig Kirchners Gemälde "Schlafende Milli" auseinandergesetzt. Auf der 10. Berlin Biennale ist ihr Film "Millis Erwachen" zu sehen. Darin kommen schwarze, deutsche Frauen verschiedener Generationen zu Wort.

Der Expressionist Ernst Ludwig Kirchner hatte eine nackte, schwarze Frau gemalt. "Ernst Ludwig Kirchner als Kolonialmaler und Expressionist war natürlich Täter seiner Zeit", sagt Kelly. Frauen seien in einer Objektposition verhaftet und auch exotisiert und erotisiert worden. "Das dauert auch noch an. Es sind so gängige Klischees, die Menschen von uns haben, die die Mehrheitsgesellschaft von uns hat."

Schwarze Frau als Subjekt ihres eigenen Lebens

Kelly hat es zum Anlass genommen, Milli erwachen zu lassen, ihr eine Stimme zu geben und sie aus dieser Objektposition zu befreien. In ihrem Film für die Biennale zeigt sie acht Beispiele von Frauen, die erzählen, was ihnen widerfährt.

"Es fängt im Prinzip an mit biografischen Erzählungen, wo sie geboren sind, wie sie groß geworden sind, wie sie Rassissmus in Deutschland erleben."

Anders als bei Kirchner ist bei Kelly die schwarze Frau nicht mehr Objekt von Kunst, sondern Subjekt ihres eigenen Lebens.

(mhn)

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