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Im Gespräch | Beitrag vom 04.06.2018

Zum Tod von Hilmar HoffmannWie haben Sie es geschafft, zwölf Museen zu gründen?

Moderation: Susanne Führer

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Hilmar Hoffmann, fotografiert am 10.07.2015 in Frankfurt am Main in seinem Haus im Stadtteil Oberrad. Hoffmann war zwischen 1970 und 1990 Kulturstadtrat in Frankfurt und von 1992 bis 2001 Präsident des Goethe-Instituts.  (Frank Rumpenhorst / dpa)
Hilmar Hoffmann: Legendärer Kulturstadtrat in Frankfurt am Main (Frank Rumpenhorst / dpa)

Hilmar Hoffmann ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Susanne Führer hat vor zweieinhalb Jahren ausführlich mit ihm gesprochen. Anlässlich seines Todes veröffentlichen wir das Gespräch erneut, in dem Hoffmann auch seinen Trick verriet, Geld für Kultur zu organisieren.

"Kultur für alle" - das war und ist das Ziel des ehemaligen Kulturpolitikers Hilmar Hoffmann. 20 Jahre lang war er Kulturdezernent der Stadt Frankfurt am Main und es ist ihm wie kaum einen Zweiten gelungen, Kultur für viele zu schaffen: neue Museen, Stadtteil-Bibliotheken, Bürgerhäuser, kommunales Kino. Auf Hoffmann geht der Mouson-Turm für alternative Kultur wie der Wiederaufbau der Alten Oper zurück. Der ehemalige Bundestagspräsident Norbert Lammert bescheinigte dem Sozialdemokraten Hoffmann daher seinerzeit, "den Kulturstaat Deutschland befestigt und weiterentwickelt" zu haben.

Dazu gehörte auch, Millionen für seine Projekte an Land zu ziehen - oft genug mit Schlitzohrigkeit. So erinnert sich der 90-jährige Hoffmann an die Forderung des damaligen Kanzlers Gerhard Schröder, 22 Goethe-Institute zu schließen. Er, als frisch angetretener Chef dieser Institution, habe ihm dann vorgeschlagen, die Zahl um die Hälfte zu reduzieren - zum eigenen Vorteil. Schröder sei einverstanden gewesen: "Die Meldung aus dem Kanzleramt lautete: Schröder rettet elf Goethe-Institute."

Von BMW habe er ebenfalls Geld eingeworben - mit einem Trick: "Immer das Doppelte verlangen - der andere wird immer das Gefühl haben, er hat runterverhandelt." Auf diese Weise erhielt Hoffmann für das Kulturprogramm der Goethe-Institute zwar nicht die geforderten zwei Millionen D-Mark, aber immerhin eine Million.

Wir haben die Sendung vom 25.11.2015 anlässlich des Todes von Hilmar Hoffmann wiederholt

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