• facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
 
 

Kompressor | Beitrag vom 07.07.2017

Zum 20. Todestag von Heino Jaeger Surrealist des deutschen Humors

Rocko Schamoni im Gespräch mit Max Oppel

Beitrag hören Podcast abonnieren
Rocko Schamoni, Entertainer, Autor und Musiker (DRadio / Daniel Marschke)
Der Entertainer Rocko Schamoni erinnert an den Satiriker Heino Jaeger als "Geistvater" einer ganzen Generation (DRadio / Daniel Marschke)

Vor genau 20 Jahren starb der Satiriker, Maler und Grafiker Heino Jaeger, der in den 70er Jahren unter anderem für seine Radio-Sketche als "Doktor Jäger" gefeiert wurde. Der Schriftsteller und Musiker Rocko Schamoni erinnert an dessen ganz besonderen Humor.

"Heino Jaeger ist eine Art Geistvater einer ganzen Generation von Leuten, die sich mit speziellem Humor auseinandersetzen", sagte der Schriftsteller und Musiker, Rocko Schamoni, im Deutschlandfunk Kultur. "Ich würde ihn auch nicht Kabarettist nennen." Zu Jaeger passe besser eine Beschreibung als "menschlicher Sampler", weil er Gespräche, Bilder und Szenerien  aus dem Stegreif einprägen konnte und genauso wiedergeben. "Er hat da alles merkwürdige, das man an Menschen und in Beziehungen finden kann,  sehr genau seziert und aufgezeichnet und dann vermischt." Für Schamoni und dessen Generation sei Jaeger die Vorgestalt von Helge Schneider gewesen. Jaeger sei einer der ersten und wichtigsten Surrealisten des deutschen Humors gewesen.

Populär im Radio

Jaeger erlangte durch seine Rezitationen in Rollenprosa große Popularität im Hörfunk. Bekannt wurde er vor allem Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre mit seinen vom Saarländischen Rundfunk produzierten Serien Fragen Sie Dr. Jaeger und Das aktuelle Jaegermagazin, in denen er die NDR-Sendung Was wollen Sie wissen? mit den bekannten Hörfunkratgebern Walther von Hollander und Erwin Marcus nachahmte. Es folgten zahlreiche Schallplattenaufnahmen.

Zeitweise fast vergessen

Nachdem er 1983 aus Protest gegen den Fernsehlärm einer Nachbarin in seiner Wohnung Feuer gelegt hatte und dabei sein Atelier vernichtet worden war, war Jaeger kaum noch künstlerisch tätig. Nach mehreren Bränden und der Feststellung einer "fortschreitenden  Verwahrlosung und Alkoholsucht" wies ihn die Hamburger Gesundheitsbehörde Mitte der 1980er in die geschlossen Psychiatrie ein. Nach fast zehnjährigem Pflegeheimaufenthalt starb Jaeger 1997 fast vergessen an den Folgen eines Schlaganfalls. In einer Gedenkveranstaltung, an der auch Schamoni mitwirkt, wird des 20. Todestages mit Musik, Lesungen und Reden gedacht.

Der Radiosketch "Passkontrolle" von Heino Jaeger:

Mehr zum Thema

Pioniere des Telefonscherzes
(Deutschlandfunk Kultur, Buchkritik, 07.12.2012)

Von politischer Satire bis zum losen Nonsense
(Deutschlandfunk Kultur, Buchkritik, 31.01.2012)

Noch immer ein Geheimtipp
(Deutschlandfunk Kultur, Buchkritik, 22.10.2010)

Fazit

Neu im Kino: "Dunkirk"Ein Mosaik aus purer Überlebensangst
Szene aus Christopher Nolans "Dunkirk" (Courtesy of Warner Bros. Pictures)

1940 waren über 350.000 alliierte Soldaten in der französischen Stadt Dünkirchen eingekesselt. Sie wurden in einer halsbrecherischen Aktion evakuiert. Davon erzählt Christopher Nolan in "Dunkirk" - und das ganz ohne Helden, dafür mit kunstvoll verschachtelten Zeitebenen.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur