Seit 10:05 Uhr Lesart

Dienstag, 22.05.2018
 
Seit 10:05 Uhr Lesart

Kulturnachrichten

Mittwoch, 31. Januar 2018

ZDF verfilmt erneut Buch von Siegfried Lenz

Dreharbeiten zu "Der Anfang von etwas" haben begonnen

Das ZDF verfilmt erneut einen Stoff von Siegfried Lenz. Nach "Die Flut ist pünktlich" von 2014, "Der Verlust" aus dem Jahr 2015 und "Schweigeminute" (2016) haben die Dreharbeiten zu "Der Anfang von etwas" nach der gleichnamigen Erzählung des 2014 gestorbenen Schriftstellers bereits begonnen, teilte der Sender mit. Vor der Kamera stehen unter anderem Ina Weisse, Juergen Maurer, Hinnerk Schönemann, Hansjürgen Hürrig, Franziska Hartmann und Gaby Dohm. Regie führt Thomas Berger, das Drehbuch stammt von Mathias Klaschka. Der Sendetermin steht noch nicht fest. In "Der Anfang von etwas" trauert die in Hamburg arbeitetende Meteorologin Anne Hoppe (Ina Weisse) um ihren Ehemann Harry (Juergen Maurer). Er ist am Neujahrsmorgen beim Untergang eines Containerschiffs ums Leben gekommen, seine Leiche aber nie gefunden worden. Bei einer Gedenkfeier glaubt Anne, ihn unter den Gästen zu sehen. Und bei einem Einbruch in ihr Haus erkennt sie ihn in dem Einbrecher. Die Polizei glaubt ihr nicht. Anne geht der Sache deshalb selbst auf den Grund.

Zwei Anträge aus Deutschland für Unesco-Welterbe

Entscheidung im Sommer 2019

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat die Montanregion Erzgebirge und das Augsburger Wassermanagement-System für das Unesco-Welterbe nominiert. Die Anträge seien als offizielle deutsche Bewerbungen dem Welterbezentrum der Unesco in Paris übergeben worden, teilte die KMK mit. Das Komitee werde voraussichtlich im Sommer 2019 über die Aufnahme in die Welterbeliste entscheiden. Bei der "Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří" handelt es sich um einen grenzübergreifenden Antrag von Deutschland und der Tschechischen Republik. 17 auf deutscher und 5 auf tschechischer Seite liegende Bestandteile repräsentieren die Gebiete und Epochen des sächsisch-böhmischen Erzbergbaus. Das historische Augsburger Wassermanagement-System zeige mit einer Fülle von Objekten von 1416 bis 1922, wie die Nutzung des Wassers in Augsburg organisiert wurde.

Katrin Budde neue Vorsitzende des Kulturausschusses

SPD-Politikerin will sich für Kulturgüter und ländliche Regionen einsetzen.

Die SPD-Abgeordnete Katrin Budde aus Sachsen-Anhalt wird Leiterin des Kulturausschuss im Bundestag. Darauf verständigte sich das 18-köpfige Gremium nach einer Vereinbarung zwischen den Fraktionen. Die 52-jährige Magdeburgerin war von 1990 bis 2017 Abgeordnete im Landtag von Sachsen-Anhalt, davon zehn Jahre als Vorsitzende der SPD-Fraktion. Im Kulturausschuss werde sie sich für den Erhalt von Kulturgütern, die Kulturförderung vor allem in den ländlichen Regionen und für die Medienkompetenz der jungen Generation einsetzen, kündigte Budde an.

EU sichert Finanzierung für Jugendorchester bis 2020

Namhafte Musiker hatten sich für Rettung eingesetzt

Junge Musiker aus allen EU-Ländern können weiter zusammen in dem prestigeträchtigen Europäischen Jugendorchester spielen. Der Rat der Europäischen Union bestätigte am Mittwoch einen Beschluss des Europäischen Parlaments zur Fortführung des Orchesters. Nachdem das Programm 2016 in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, hatten sich die Mitgliedsstaaten und das Europäischen Parlament um eine Lösung bemüht. Unter anderem hatten sich auch die Berliner Philharmoniker mit Chefdirigent Simon Rattle für die Rettung des Jugendorchesters eingesetzt. Das Orchester wird nun aus einem Kulturprogramm der Europäischen Kommission bis 2020 mit 600 000 Euro pro Jahr weiterfinanziert.
Bei dem 1976 gegründeten Orchester können junge Menschen im Alter von 16 bis 26 Jahren mitspielen. Die besten Musiker werden bei Vorspielen in allen 28 EU-Ländern ausgewählt.

Berlinale: Bis Sommer Vorschlag für neue Leitung

Vertrag von Dieter Kosslicks im Mai 2019 aus.

Für die Nachfolge des langjährigen Berlinale-Chefs Dieter Kosslick soll bis zum Sommer ein entscheidungsreifer Vorschlag vorliegen. Das beschloss das verantwortliche Aufsichtsgremium unter Leitung von Kulturstaatsministerin Monika Grütters. "Die Berlinale ist das größte Publikumsfestival der Welt, und das soll sie auch bleiben", sagte die CDU-Politikerin. Kosslicks Vertrag läuft im Mai 2019 aus. Rund 80 namhafte Filmemacher hatten in einem offenen Brief gefordert, den Wechsel für eine programmatische Erneuerung des Festivals zu nutzen. Kosslick erklärte daraufhin, künftig in keiner Form mehr für die Filmfestspiele zur Verfügung zu stehen. Über die Nachfolge entscheidet der Aufsichtsrat der Dachgesellschaft "Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin" (KBB). Während die Filmemacher eine internationale Findungskommission gefordert hatten, geht nun Grütters zusammen mit zwei weiteren Aufsichtsratsmitgliedern auf die Suche. Die diesjährige Berlinale findet vom 15. bis 25. Februar statt.

Bertelsmann erwägt Verkauf des Dienstleisters Arvato

Firma kümmert sich unter anderem um die Löschung von Facebook-Kommentaren

Der Medienkonzern Bertelsmann stellt milliardenschwere Geschäfte mit Call-Centern und der Online-Kundenbetreuung auf den Prüfstand. Ein Verkauf von Teilen der Dienstleistungstochter Arvato sei am wahrscheinlichsten, möglich seien aber auch Partnerschaften mit anderen Unternehmen, sagte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe nach einer Aufsichtsratssitzung in Gütersloh. Es handle sich um profitabel wachsende Firmen mit einem Jahresumsatz von zuletzt einer Milliarde Euro und weltweit 36.000 Mitarbeitern. Arvato kümmert sich beispielsweise auch um die Löschung von Hass-Kommentaren auf Facebook. Rabe begründete die Verkaufspläne mit der fortschreitenden Digitalisierung, die den Konzern viel Geld koste und künftig weitere, hohe Investitionen erfordere.

Chef von Radio France muss Posten räumen

Mathieu Gallet zu Haft auf Bewährung verurteilt

Der Chef der staatlichen französischen Rundfunkgruppe Radio France, Mathieu Gallet, muss nach einer gerichtlichen Verurteilung seinen Posten räumen. Der 41-Jährige werde zum 1. März abberufen, teilte die staatliche Rundfunkaufsicht CSA nach einer Sitzung in Paris mit. Zu Radio France gehören mehrere bekannte Sender wie France Inter oder Franceinfo. Gallet war Mitte Januar wegen Unregelmäßigkeiten bei Auftragsvergaben in einer früheren Funktion zu einem Jahr Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt worden war. Er steht seit 2014 an der Spitze von Radio France. Frankreichs Kulturministerin Françoise Nyssen erinnerte in einer Erklärung an die Linie der Regierung Macron, wonach sich Chefs von öffentlichen Unternehmen beispielhaft verhalten müssten.

Holocaust-Überlebende warnt vor Antisemitismus

Anita Lasker-Wallfisch hielt Rede im Bundestag

Die Auschwitz-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch hat bei der Holocaust-Gedenkstunde im Bundestag vor neu aufkeimender Judenfeindlichkeit gewarnt. "Antisemitismus ist ein 2000 Jahre alter Virus, anscheinend unheilbar", sagte sie am Mittwoch in Berlin. "Nur sagt man heute nicht mehr unbedingt Juden. Heute sind es die Israelis." Dabei fehle es häufig am Verständnis der Zusammenhänge. "Was für ein Skandal, dass jüdische Schulen, sogar jüdische Kindergärten, polizeilich bewacht werden müssen", sagte die 92-Jährige. Lasker-Wallfisch überlebte das Vernichtungslager Auschwitz als Cellistin im Mädchenorchester des Lagers. Im Frühjahr 1945 wurde sie gemeinsam mit ihrer Schwester Renate von britischen Truppen aus dem Lager Bergen-Belsen befreit. "Wer hätte gedacht, dass wir Auschwitz lebendig und nicht als Rauch verlassen würden", sagte sie mit Bezug auf die Verbrennungsöfen des Lagers.

Nach Herz-OP: Eurovision-Sieger Sobral singt wieder

Sänger macht erholten Eindruck

Knapp zwei Monate nach seiner Herz-Transplantation hat sich ESC-Gewinner Salvador Sobral erstmals musikalisch zurückgemeldet. Auf Facebook postete der Portugiese ein Video - zu sehen ist, wie der 28-Jährige am Klavier Teile des Fleetwood-Mac-Liedes "Landslide" vorträgt. Das Facebook-Video ist der erste öffentliche Auftritt von Sobral nach dem Abschiedskonzert am 8. September in Estoril bei Lissabon. Wann oder wo die Aufnahme entstand, wurde zunächst nicht bekannt. Der Sänger macht auf dem Video einen erholten Eindruck. Damit wachsen die Chancen, dass er beim ESC-Finale am 12. Mai in Lissabon dabei sein und auch live auftreten kann. Mit der Jazz-Ballade "Amar Pelos Dois" (Liebe für zwei) hatte der frühere Psychologie-Student am 13. Mai vorigen Jahres in Kiew den ersten ESC-Triumph für Portugal errungen.

Grab von Tutanchamun: Forscher messen erneut

Geheimnis um die Grabkammer soll gelüftet werden

Ein italienisches Forscherteam will in den kommenden Tagen das Geheimnis um die Grabkammer des ägyptischen Pharaos Tutanchamun lüften. Von heute an dürfen Wissenschaftler der Polytechnischen Universität in Turin zusammen mit weiteren Experten Radarmessungen in der 1922 entdeckten Grabkammer des Kindkönigs (um 1330 v. Chr.) durchführen, wie die Hochschule mitteilte. Diese sollen Aufschluss über eine Theorie des britischen Ägyptologen Nicholas Reeves bringen, um die es nach einem anfänglichen Hype ruhig geworden war. Reeves war 2015 mit der Theorie weiterer Kammern im Grab des Tutanchamun im Tal der Könige im ägyptischen Luxor an die Öffentlichkeit getreten. Bei den neuen Messungen des italienischen Teams werden drei verschiedene Radarsysteme der neuesten Art eingesetzt. Damit könnten versteckte Strukturen im Umfeld des Grabes - oder ihre Abwesenheit - mit einer Sicherheit von 99 Prozent aufgespürt werden. Die Auswertung der Bilder könnte Wochen bis Monate dauern.

Fortsetzung von "The Passion of the Christ" geplant

Vorläufiger Zeitplan für die Dreharbeiten

Hollywood-Regissur Mel Gibson (62) setzt die Pläne für eine Fortsetzung seines Historiendramas "Die Passion Christi" offenbar in die Tat um. "Ich kann nicht sagen, wie er es machen wird. Aber ich sage so viel: Das wird der größte Film der Geschichte", kündigte Schauspieler Jim Caviezel (49) im Interview der Tageszeitung "USA Today" an. Er selbst werde erneut Jesus Christus verkörpern. Der neue Film wird den Angaben zufolge dessen Auferstehung behandeln. Es gebe bereits einen vorläufigen Zeitplan für die Dreharbeiten, der allerdings geheim sei. "Die Passion Christi" (The Passion of the Christ) aus dem Jahr 2004 gilt als einer der erfolgreichsten religiösen Filme aller Zeiten. Das 127 Minuten lange Werk erzielte ein weltweites Einspielergebnis von mehr als 600 Millionen US-Dollar. Es rief wegen der drastischen Darstellung auch etliche Kontroversen hervor.

Burschenschaft Germania soll aufgelöst werden

Regierung will entsprechendes Verfahren einleiten

In Österreich soll die Burschenschaft Germania nach dem Skandal um ein Liederbuch mit antisemitischen Texten aufgelöst werden. Ein entsprechendes Verfahren solle eingeleitet werden, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz von der ÖVP. Inzwischen wurde bekannt, dass einer der vier Verdächtigen in der Affäre ein Mitglied der Sozialdemokraten war. Die SPÖ schloss den Mann, der das 1997 neu aufgelegte Liederbuch illustriert haben soll, sofort aus der Partei aus. Der Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sieht dagegen weiter keinen Grund, den FPÖ-Spitzenpolitiker Udo Landbauer aus der Partei zu verbannen. Der 31-Jährige habe erklärt, dass er den Text nicht gekannt habe. Landbauer war Vizepräsident der Burschenschaft. Vor einer Woche war die Germania in die Schlagzeilen geraten, weil in ihren Regalen ein Liederbuch lag, in dem zum Judenmord aufgerufen wurde und das die NS-Zeit verherrlicht hat. Die FPÖ will zur Aufarbeitung der Rolle der Burschenschafter in der Partei eine Historikerkommission einsetzen.

Bundesstiftung will Uni-Lehrstuhl für DDR-Geschichte

Kommunistische Diktatur gerate in Vergessenheit

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hat sich besorgt über die abnehmende Forschung und Lehre zur DDR gezeigt. Das habe nicht nur gravierende Folgen für die Ausbildung der Geschichtslehrer von morgen, sondern auch für die gesamtdeutsche Erinnerungskultur, sagte Geschäftsführerin Anna Kaminsky der Deutschen Presse-Agentur. "Ein Universitätslehrstuhl für die Geschichte der DDR wäre ein Schritt in die richtige Richtung." Umfragen zeigten, so Kaminsky, dass junge Menschen wenig über die Geschichte von Demokratie und Diktatur nach 1945 wüssten. Durch Wissensdefizite entstünden aber leicht Nostalgie, Verklärung und Mythen über die DDR. - Am 5. Februar ist die Berliner Mauer genauso lang weg, wie sie gestanden hat, also 28 Jahre, 2 Monate und 26 Tage.

Lastwagen beschädigt Nazca-Linien in Peru

Tier- und Pflanzendarstellungen sind über 2000 Jahre alt

Ein Lastwagen sei trotz Verbotsschildern auf die Weltkulturerbestätte gefahren und habe Teile von drei Erdzeichnungen beschädigt, teilte das Peruanische Kulturministerium mit. "Der Lastwagen hat auf einer Länge von rund 100 Metern tiefe Spuren hinterlassen." Wächter stoppten den Fahrer und alarmierten die Polizei. Bei den Nazca-Linien handelt es sich um sogenannte Scharrbilder von gewaltigem Ausmaß, die in den sandigen Boden gekratzt wurden. Die 70 Bilder - darunter ein 135 Meter großer Affe und ein Kolibri mit 66 Metern Flügelspannweite - sind nur von der Luft aus zu sehen. Angefertigt wurden die 1994 zum Weltkulturerbe erklärten Bilder von der Nazca-Kultur im Süden Perus. Warum, ist bis heute ein großes Rätsel. Womöglich dienten die Bilder zeremoniellen Zwecken.

"Pro Quote" - Filmfrauen schließen sich zusammen

Frauen fordern 50 Prozent der Aufträge

Die Filmfrauen in Deutschland schließen sich zusammen, um mehr Gleichberechtigung in der Branche durchzusetzen. Aus "Pro Quote Regie" werde "Pro Quote Film", teilten die Organisatorinnen mit. Die filmschaffenden Frauen fordern demnach eine 50-Prozent-Quote für die Vergabe von Aufträgen, Fördergeldern und Rollen. Bereits 1200 Unterstützerinnen und Unterstützer hätten die Forderungen unterzeichnet. "Die #metoo-Debatte zeigt: Unausgewogene Geschlechterverhältnisse vor und hinter der Kamera vergiften die Branche und befördern den Machtmissbrauch", heißt es weiter. Das neue Bündnis wurde bei einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt.

Kulturnachrichten hören

Januar 2018
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31 1 2 3 4

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Royale Hochzeit Wenn der Harry mit der Meghan...
ARCHIV - 24.02.2018, Großbritannien, Windsor: Eine Tasse mit dem Abbild von Prinz Harry und Meghan Markle wird in einem Souvenir Shop zum Verkauf angeboten. Vor allem Touristen aus den USA gehören zu den besten Kunden in Andenkenläden. (picture alliance / dpa / Silvia Kusidlo)

Sieben Jahre nach seinem großen Bruder William heiratet nun auch Prinz Harry. Er wird am Wochenende die US-Amerikanerin Meghan Markle ehelichen: Das ergibt weltweit wohl ein ziemliches Spektakel - und sorgt auch in unserer Redaktion für Gesprächsstoff.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur