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Interview / Archiv | Beitrag vom 17.07.2015

WohnenArchitektur-Blogger fordert Stopp von Neubauten

Daniel Fuhrhop im Gespräch mit Marianne Allweis und André Hatting

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Ein Kran überragt im Neubaugebiet Widdersdorf-Süd in Köln (Nordrhein-Westfalen) im Bau befindliche Häuser. Auf etwa 1200 Baugrundstücken entstehen hier Ein- und Mehrfamilienhäuser. (Henning Kaiser/dpa)
Am Stadtrand entstehen immer mehr neue Siedlungen, während immer weniger Leute in den Innenstädten leben, kritisiert der Architekturblogger Daniel Fuhrhop (Henning Kaiser/dpa)

Verbietet das Bauen und verteilt den Wohnraum besser, empfiehlt der Architekturexperte Daniel Fuhrhop. Auch neue Formen des Zusammenlebens seien eine mögliche Alternative zu immer mehr Neubauten.

Beim "Verbieten" von Neubauten sei ein kleines Augenzwinkern bei der Formulierung dabei, sagt der Architektur-Blogger und Buchautor Daniel Fuhrhop im Deutschlandradio Kultur. Aber wenn man sich die Bevölkerungszahl in Deutschland ansehe, dann gebe es unverändert rund 81 Millionen Menschen, aber es seien in den vergangenen 20 Jahren etwa sechs Millionen zusätzliche Wohnungen neu gebaut worden. "Trotzdem stehen wir wieder da, dass man an vielen Orten sagt, wir müssen aber mehr bauen – also die nächsten sechs Millionen Wohnungen und dann wieder mal sechs Millionen Wohnungen." Stattdessen sei es Zeit, sich zu überlegen, ob die eigentlichen Probleme nicht woanders lägen.

Man gönnt sich ein paar Quadratmeter mehr

Heute wohnten die Menschen auf immer mehr Quadratmetern, sagte Fuhrhop. Es gebe die klassischen Familien nicht mehr und mehr Menschen lebten alleine, nannte er als weitere Gründe für diese Entwicklung. Außerdem würden die Leute älter. "Aber es ist natürlich auch ein gewisser Wohlstand in Deutschland entstanden. Das heißt, man gönnt sich ein paar Quadratmeter mehr." Volkswirtschaftlich sei es Geldverschwendung, wenn weiter Wohnungen, aber auch Shopping Center und Bürogebäude gebaut würden. Am Stadtrand entstünden neue Wohnsiedlungen und Fachmarktzentren, aber die Innenstädte würden leerer und lebsloer.

Regionaler Ausgleich nötig

Da es bestimmten Gegenden eine große Nachfrage nach Wohnungen gebe und in anderen nicht, plädierte Fuhrhop dafür, regionale Ungleichheiten auszugleichen. Bestimmte Behörden, Schulen oder Hochschulen könnten in Regionen angesiedelt werden, die weniger beliebt seien. Auch neue Formen des Zusammenlebens wären ein guter Weg, sei es in Mehr-Generationenhäusern oder in "Clusterwohnungen", bei denen man zwar getrennt lebe, aber sich beispielsweise eine große Küche teile.

Daniel Fuhrhop, Verbietet das Bauen. Eine Streitschrift, Oekom Verlag, 17,99 Euro.

Mehr zum Thema:

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