Donnerstag, 24.05.2018
 

Kulturnachrichten

Freitag, 18. Mai 2018

Sonderpreise in Cannes vergeben

16-jähriger Belgier für Darstellung von transsexueller Ballerina ausgezeichnet

Beim Fimfestival von Cannes sind die Sonderpreise in der Sparte "Un certain regard" (Ein gewisser Blick), die künstlerisch besonders anspruchsvolle Filme würdigt, vergeben worden: Der Preis für den besten Schauspieler ging an den 16-jährigen Nachwuchsdarsteller Victor Polster aus Belgien. Im Film "Girl" spielt Polster eine Transsexuelle, die parallel zur Geschlechtsangleichung mit großem Ehrgeiz ihre Karriere als Ballerina vorantreibt. Als bester Film ausgezeichnet wurde ein Beitrag aus Schweden. In "Border" erzählt Regisseur Ali Abbasi die Geschichte einer Zollbeamtin, deren Gesicht entstellt ist, die aber mit einem außergewöhnlichen Geruchssinn Schmuggler entlarvt. Als bester Regisseur wurde der Ukrainer Sergej Losniza für den 13-Teiler "Donbass" ausgezeichnet, den Preis für das beste Drehbuch erhielt die marokkanisch-französische Regisseurin Meryem Benm'barek für den Film "Sofia", der das Schicksal einer jungen Marokkanerin zeigt, die durch Ehebruch schwanger wird.

Stuttgarter Oper bleibt im Opernhaus

"Task Force" soll nach Übergangsspielstätte suchen

Das historische Opernhaus in Stuttgart soll nach einem Beschluss des Verwaltungsrates der Staatstheater auch in Zukunft Spielstätte von Oper und Ballett bleiben. Die Überlegung, den 100 Jahre alten Littmannbau im Schlossgarten nach der geplanten Sanierung anderweitig zu nutzen und ein neues Opernhaus zu bauen, sei vom Tisch, sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn nach einer Sitzung des Verwaltungsrates. Das Gremium habe mit großer Mehrheit beschlossen, an der bisherigen Planung für die Generalsanierung und an dem Einbau einer modernen Kreuzbühne festzuhalten. Die Kosten sollen bis zum Frühjahr 2019 feststehen. Offen bleibt, wo Oper und Ballett während der fünf bis acht Jahre Bauzeit spielen können. Kuhn hatte die Planung zur Nutzung eines alten Paketpostamtes als reines Interim ohne Nachnutzung gestoppt, nachdem ein Gutachten Kosten von mindestens 116 Millionen Euro vorhergesagt hatte. Der Grünen-Politiker will die neue Suche nach einer Lösung in die Hände einer "Task Force" im Rathaus legen.

Hauke Bartels neuer Direktor des Sorbischen Instituts

Interimsdirektor Bartels bleibt bis 2023

Das Sorbische Institut hat einen neuen Direktor. Das Kuratorium der brandenburgischen und sächsischen Einrichtung ernannte Hauke Bartels für fünf Jahre zum Leiter, wie das Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur mitteilte. Der 51-Jährige war zuvor bereits geschäftsführender Vertreter des Direktors und Interimsdirektor in dem Institut. Das Sorbische Institut hat seinen Sitz im sächsischen Bautzen und eine Zweigstelle im brandenburgischen Cottbus. Dort werden Sprache, Geschichte und Kultur der Sorben in der Ober- und Niederlausitz erforscht. Das Institut wird über die Stiftung für das sorbische Volk vom Bund und den Ländern Sachsen und Brandenburg gemeinsam mit jährlich rund zwei Millionen Euro finanziert.

Architekturwettbewerb Gasteig München: Drei Sieger

Gesamtsieger wird in drei Monaten verkündet

Im Wettbewerb um die Sanierung der Münchner Philharmonie und des Kulturzentrums Gasteig gibt es drei gleichberechtigte Sieger: die Architekturbüros Auer Weber aus München, Wulf aus Stuttgart und Henn aus München. Sie wurden gebeten, ihre Entwürfe in den kommenden drei Monaten zu überarbeiten und offene Fragen zu klären. Danach werde sich das Preisgericht wieder treffen und einen Sieger küren, hieß es nach der Jurysitzung in München. An dem anonymen Wettbewerb hatten 17 Büros aus ganz Europa teilgenommen. Das Gebäude des Kulturzentrums samt Technik soll ab 2020 für bis zu 450 Millionen Euro saniert werden. Kernstück ist die Neugestaltung der Philharmonie. In dem Konzertsaal der Münchner Philharmoniker unter Dirigent Waleri Gergijew soll insbesondere die Akustik verbessert werden.

Ernst-Bloch-Preis für Wissenschaftler aus Kamerun

Preis erinnert an den Philosophen Bloch, der aus Ludwigshafen stammte

Der Ernst-Bloch-Preis 2018 der Stadt Ludwigshafen geht an den Politikwissenschaftler Achille Mbembe aus Kamerun. Mit dem 1957 geborenen Hochschullehrer, der als Vordenker des sogenannten Postkolonialismus und als Kritiker rassistischer Denkstrukturen gilt, zeichne man laut Jury einen der wichtigsten Denker des afrikanischen Kontinents aus, teilte die Stadt mit. Der studierte Historiker und politische Philosoph habe einen Blick für gesellschaftliche Brüche und Gefahren der Demokratie und trete über die Grenzen hinaus für eine humane Welt im Sinne Ernst Blochs ein. Die Stadt Ludwigshafen vergibt den Preis alle drei Jahre in Erinnerung an den aus Ludwigshafen stammenden Philosophen Ernst Bloch.

Peter Stohler neuer Geschäftsführer der Grimmwelt

Er folgt auf Susanne Völker

Der Kunstwissenschaftler Peter Stohler wird neuer Geschäftsführer und Programmleiter der Grimmwelt Kassel. Der 50-Jährige werde seine Arbeit zum 1. Januar 2019 aufnehmen, teilte die Stadt Kassel mit. Stohler folgt auf Susanne Völker, die die Gründung der Grimmwelt verantwortet hatte. Sie ist seit 1.
September 2017 als Kulturdezernentin bei der Stadt tätig und führt die Geschäfte seitdem in Personalunion. Der aus der Schweiz stammende Peter Stohler ist seit Juli 2013 als Direktor und Kurator im Kunst(Zeug)Haus, Museum für Gegenwartskunst, in Rapperswil-Jona tätig. Zuvor arbeitete er unter anderem als Direktor für das Medienkunstzentrum CIC in Genf sowie als Kurator und kommissarischer Leiter des Museums Bellerive in Zürich. Die Grimmwelt stellt das Leben und Wirken der Brüder Grimm als Märchensammler, Sprachforscher und Politiker dar. Das 18 Millionen Euro teure Museum war 2015 eröffnet worden.

Niederlande: Elf Kunst-Brunnen in Friesland eröffnet

Anlass ist das europäische Kulturjahr

Die niederländische Provinz Friesland ist um spektakuläre öffentliche Kunstwerke reicher: Anlässlich des europäischen Kulturjahres wurden in elf historischen Städten im Norden des Landes Brunnen eingeweiht. Diese waren von renommierten internationalen Künstlern entworfen worden. "11 Fountains" (Elf Brunnen) ist eines der Hauptprojekte des Kulturjahres. Die friesische Hauptstadt Leeuwarden ist in diesem Jahr Kulturhauptstadt Europas. Die Brunnen wurden in den historischen Zentren der Städte installiert und bleiben dort auch nach dem Kulturjahr stehen. Für Leeuwarden gestaltete der spanische Bildhauer Jaume Plensa den Brunnen "Liebe" mit den Köpfen von einem Mädchen und einem Jungen über einer Nebelwolke. Der deutsche Künstler Stephan Balkenhol entwarf "Fortunas Brunnen" für Sneek. Er zeigt eine Figur mit einem Füllhorn auf einem goldenen Ball.

Dorgerloh für Alternativen zur Rückgabe von Raubkunst

In der Provenienzforschung sollen neue Wege beschritten werden

Der künftige Generalintendant des Berliner Humboldt Forums, Hartmut Dorgerloh, hat sich in der Debatte um Raubkunst in deutschen Museen für Alternativen zur Rückgabe ausgesprochen. Bei der Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern sollten neue Wege beschritten werden, so Dorgerloh. Man müsse die Biografien der Objekte beachten. Es könne nicht die Lösung sein, dass mexikanische Kunst nur noch in Mexiko gezeigt werde und italienische nur noch in Italien. Im Zusammenhang mit der NS-Raubkunst habe Deutschland gelernt, "dass es um einen fairen Ausgleich geht", so der Kunsthistoriker. Das knapp 600 Millionen Euro teure Humboldt Forum im wieder errichteten Berliner Schloss soll nach den bisherigen Planungen Ende 2019 öffnen.

Deutsch-französischer Jugendliteraturpreis vergeben

Der Preis wurde 2013 ins Leben gerufen

Die Autoren Benjamin Tienti und Oren Ginzburg haben am Freitag in Saarbrücken den deutsch-französischen Jugendliteraturpreis erhalten. Tienti wurde für sein Buch "Salon Salami" ausgezeichnet, Ginzburg für "Le destin (presque) timbré d'Etienne Durillon" geehrt. Die beiden Preisträger erhalten jeweils 6.000 Euro. Für die Übersetzung der Werke werden zusätzlich je 2.000 Euro bereitgestellt. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) würdigte die nominierten Autorinnen und Autoren im diesjährigen Wettbewerb. Alle trügen zum kulturellen Reichtum und zur Vielfalt bei, betonte Hans. Der deutsch-französische Jugendliteraturpreis wurde 2013 ins Leben gerufen. Er wird von der Stiftung für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit und der Europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse vergeben. Im kommenden Jahr wird die Shortlist für den Jugendliteraturpreis 2019 in Straßburg vorgestellt.

Antike Straße in Pompeji entdeckt

Archäologen stoßen auf Häuser mit Balkons

Forscher sind in einem noch unerschlossenen Teil Pompejis auf eine Straße mit Häusern mit antiken Balkons gestoßen. Auf einigen der Emporen fanden sich sogar Amphoren - bauchige, enghalsige Gefäße, die bei den Römern für die Aufbewahrung von Wein und Öl verwendet wurden, wie beteiligte Archäologen sagten. Es handele bei den Balkonen um eine "totale Neuheit" für jenen Teil der Stadt, in dem es bisher noch keine umfassenden Ausgrabungen gegeben hat. Die Balkons sollen demnach restauriert und die Gegend später im Rahmen von Touren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die antike, einst wohlhabende Stadt Pompeji wurde im Jahr 79 durch einen gewaltigen Ausbruch des Vulkan Vesuv zerstört. Teile des Areals wurden unter Asche begraben.

Nachlass von Prince wird versteigert

Instrumente und legendäre Outfits der Pop-Ikone sind im Angebot

In New York kommen heute Teile aus dem Nachlass von Prince unter den Hammer. Das US-Auktionshaus Julien's versteigert unter anderem Kinderfotos, Bühnenkostüme und Instrumente der verstorbenen Pop-Ikone. Eines der Highlights der Versteigerung ist eine "Wolken"-Gitarre. Sie trägt ihren Namen wegen ihrer auffällig geschwungenen Form und soll umgerechnet 65.000 Euro wert sein. Auf besonderes Interesse dürfte auch ein blaues Oberteil mit passender Hose stoßen, das Prince unter anderem bei der Millenniumsparty auf seinem Anwesen Paisley Park im US-Bundesstaat Minnesota trug. Geschätzter Wert: bis zu 60.000 Dollar. Die Kleidungsstücke stammen wie viele andere Objekte aus dem Besitz der Ex-Frau von Prince, Mayte Garcia. Prince war im April 2016 im Alter von 57 Jahren an einer Überdosis Schmerzmittel gestorben.

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