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Lesart | Beitrag vom 13.02.2017

Wissenschafts- und BildungsbereichWiderstand gegen Reform des Urheberrechts

Thedel von Wallmoden im Gespräch mit Joachim Scholl

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Kopieren ist ein großes Problem für Urheber (picture alliance / dpa / Armin Weigel)
Kopieren ist ein großes Problem für Urheber (picture alliance / dpa / Armin Weigel)

In Bildung und Wissenschaft laufen die Verlage derzeit Sturm gegen geplante Reformen im Urheberrecht. Der Verleger Thedel von Wallmoden ist empört: Der Referentenentwurf verstoße gegen das Grundgesetz und produziere Urheber zweiter Klasse.

Über 2000 Autoren und Verleger haben seit vergangener Woche einen Online-Appell unterschrieben, der sich gegen die Absicht der Bundesregierung wendet, das Urheberrecht im Bereich Bildung und Wissenschaft zu reformieren:

Für digitale Ausgaben von wissenschaftlichen Büchern und Lehrbüchern sollen in Zukunft weniger oder gar keine Tantiemen von Bibliotheken und öffentlichen Nutzern gezahlt werden. Auch sollen wissenschaftliche Autoren künftig nach dem Open-Access-Prinzip veröffentlichen. Publikationsfreiheit adé? Auf jeden Fall weniger Geld für Autoren und Verlage.

Das Gesetz wird von Gerichten abgeschmettert werden

Die Pläne haben Unmut erzeugt: Der Chef des Göttinger Wallstein-Verlags, Thedel von Wallmoden, ist "empört", wie er im Deutschlandradio Kultur betonte – darüber, dass der entsprechende, "unausgegorene" Referentenentwurf des Gesetzes nun zum Ende der Legislaturperiode überhaupt öffentlich geworden sei. Der Entwurf kollidiere in wesentlichen Punkten mit dem Grundgesetz, sagte von Wallmoden, er sei "nicht haltbar" und werde mit Sicherheit schon in unteren Instanzen von Gerichten abgeschmettert werden.

Das System würde auf den Kopf gestellt werden

Wissenschaftler würden durch die Reform Urheber zweiter Klasse, sagte von Wallmoden, das gesamte Publikations-System werde auf den Kopf gestellt. Der Verleger sieht auch die Wissenschaftsfreiheit "beeinträchtigt" – und nicht zuletzt das eigene Geschäftsmodell.

Das "gemeinsame Hervorbringen" von wissenschaftlichen Publikationen zusammen mit Autoren wäre nach einer solchen Reform vorbei, betonte er. (ahe)

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