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Samstag, 18.11.2017

Kulturnachrichten

Mittwoch, 13. September 2017

Wilhelm-Raabe-Literaturpreis für Petra Morsbach

Roman "Justizpalast" erzähle von prekären Verhältnissen und Missbrauch des Gesetzes

Die Schriftstellerin Petra Morsbach erhält für ihren Roman "Justizpalast" den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2017. Der mit 30.000 Euro dotierte Preis wird jährlich von der Stadt Braunschweig und dem Deutschlandfunk gestiftet und gehört zu einem der angesehensten Literaturpreise Deutschlands. Er würdigt aktuelle, zeitgenössische Romane. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderen Rainald Goetz, Jochen Missfeldt und Sibylle Lewitscharoff. In der Begründung der Jury heißt es, "Justizpalast" erzähle vom prekären Verhältnis von Recht und Gerechtigkeit. Der Roman wisse um die Gefahren des politischen und persönlichen Missbrauchs des Gesetzes. Aber er zeige das Recht auch als ein filigranes Meisterwerk. Morsbach wird die Auszeichnung am 5. November in Braunschweig erhalten.

Neuer Literaturpreis

Hohes Preisgeld soll besonders kritische Autoren fördern

Die Stiftung „Crespo Foundation" aus Frankfurt hat einen neuen Literaturpreis ins Leben gerufen. Unter dem Titel „Wortmeldungen - Literarisch schreiben. Kritisch verorten" werde ein mit 35.000 Euro dotierte Preis vergeben, teilte die Stiftung am Mittwoch mit. Noch bis Ende September können deutschsprachige Texte wie Essays und Erzählungen eingereicht werden, die sich mit aktuellen Themen auseinandersetzen. Eine siebenköpfige Jury wird dann den Gewinner-Text auswählen. Der Preisträger wird am 5. Dezember verkündet. Der Text des Gewinners ist außerdem Ausgangspunkt für einen Nachwuchspreis. Junge Autoren können literarisch darauf antworten. Auch für sie gibt es ein Preisgeld: 15.000 Euro. Die Crespo Foundation engagiert sich nach eigenen Angaben sozial und in ästhetischer Bildung und Kunst. Sie wurde 2001 von der Frankfurter Fotografin, Autorin und Psychotherapeutin Ulrike Crespo gegründet.

Stuttgarter Oper probt ohne Regisseur

Absprachen mit Regisseur Kirill Serebrennikow nur über Anwalt möglich

Die Stuttgarter Oper will Märchenoper „Hänsel und Gretel" weiterhin proben, obwohl bis zur Premiere kein direkter Kontakt zum in Russland unter Hausarrest stehenden Regisseur Kirill Serebrennikow möglich ist. Man hoffe weiterhin, dass der regierungskritische Theater- und Filmregisseur wenigstens zur Premiere am 22. Oktober nach Stuttgart kommen kann, sagte ein Sprecher der Oper. Man könne mit ihm jedoch absehbar nur über einen Anwalt kommunizieren und befinde sich „in hochsensiblen Detailabsprachen". Serebrennikow, Leiter des Moskauer Avantgarde-Theaters „Gogol", steht seit Ende August wegen Betrugsverdachts unter Hausarrest. Die Ermittlungsbehörde wirft ihm vor, rund eine Million Euro staatlicher Förderungen unterschlagen zu haben. Der Künstler selbst nannte die Anschuldigungen „absurd, erlogen und absichtlich fabriziert".

Beistand für „Matilda"

Russischer Kulturminister verurteilt konservative Angriffe als Zensur

Nach langem Schweigen hat sich der russische Kulturminister Wladimir Medinski nun doch über den Film „Matilda" geäußert – und steht ihm zur Seite. Konservative Christen und Monarchisten hatten in den letzten Tagen versucht, die Ausstrahlung des Films von Regisseur Alexej Utschitel zu unterbinden. Dabei zündeten sie unter anderem zwei Autos an und rammten ein Kino mit einem Auto. Große russische Kinoketten hatten sich dem Druck bereits gebeugt und aus Sicherheitsgründen erklärt, „Matilda" nicht zeigen zu wollen. Kulturminister Medinski verurteilte die Angriffe nun als Zensur, die Staat wie auch Kirche diskreditieren und gegen die Verfassung verstoßen würde. Die Polizei solle den Druck auf Kinoindustrie und Staat zu unterbinden. Grund für die Proteste ist der Plot des Films: Er behandelt die Beziehung zwischen Zar Nikolaus II., gespielt von Lars Eidinger, und der polnischen Tänzerin Matilda Kschessinskaja. Problematisch ist das nicht nur für Monarchisten, sondern auch für einige orthodoxe Christen, da der Zar vor knapp 100 Jahren heiliggesprochen wurde.

Maschine macht auf „Rigoletto"

Schweizer Roboter YuMi dirigiert Andrea Bocelli

Der Roboter „YuMi" hat gestern Abend bei einem Benefizkonzert in Pisa mehrere Lieder mit Startenor Andrea Bocelli dirigiert. 17 Stunden lang sei YuMi für seinen Auftritt im Rahmen des ersten internationalen Roboter-Festivals programmiert worden, so einer Sprecher des Veranstalters. Dabei habe er die Bewegungen von Dirigenten Andrea Colomibi vom Philharmonieorchester in Lucca einstudiert. Der in der Schweiz gebaute Roboter könne allerdings nicht spontan den Takt variieren, wie es menschliche Dirigenten tun. Dargeboten haben YuMi und Andrea Bocelli unter anderem die Kanzone „La donna é mobile" aus „Rigoletto".

Auftakt-Konzert für Justin Doyle

Am Freitag startet der neue Chefdirigenten beim RIAS-Kammerchor

Der Brite Justin Doyle tritt an diesem Freitag zu seinem ersten Konzert als neuer Chefdirigent des RIAS-Kammerchors an. Das Ensemble bekommt mit dem 42-jährigen Doyle seinen inzwischen siebten Chefdirigenten. Das Ensemble wird am Freitagabend unter Doyles Leitung in der Berliner St.-Hedwigs-Kathedrale Monteverdis „Missa in illo tempore" singen. Insgesamt soll der Brite in der Saison 2017/18 elf Konzerte leiten. Vor seinem internationalen Durchbruch war Doyle Chorknabe an der Westminster Cathedral in London und am King's College in Cambridge. Der RIAS Kammerchor gilt als eines der profiliertesten Gesangsensembles weltweit und wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet.

Shortlist des Man Booker Prize steht fest

George Saunders und Paul Auster nomminiert - Zadie Smith und Arundhati Roy nicht

Die Shortlist des diesjährigen Man Boooker Prize steht fest. Die Vorsitzende der Jury, Baroness Lola Young, beschrieb die ausgewählten Romane als „einzigartige und kühne Bücher, die allesamt an den Grenzen der Konvention rütteln". Vertreten sind unter anderem die literarischen Schwergewichte George Saunder und Paul Auster. Aber auch weniger bekannte Autoren sind vertreten, wie etwa die 29-jährige Fiona Mozley, Emily Fridlund und Mohsin Hamid, in dessen Buch „Exit West" Flüchtlinge durch schwarze Türen an jeden Ort der Welt reisen können. Auch Ali Smith ist wieder auf der Liste vertreten - inzwischen zum vierten Mal. Überraschender Weise wurden einige literarische Größen nicht berücksichtigt: darunter Zadie Smith, Arundhati Roy und Colson Whitehead, dessen Buch „Underground Railroad" den diesjährigen Pulitzer-Preis für Fiktion erhalten hatten. Kritisiert wird die Jury jedoch besonders für einen anderen Punkt: Drei der sechs Nomminierten für den britischen Preis stammen aus den USA. Der oder die Gewinnerin des Preises wird am 17. Oktober bekanntgegeben.

Autor Jerofejew : Russland im Krieg gegen liberale Kultur

Russischer Schriftsteller verteidigt den unter Hausarrest stehenden Regisseur Serebrennikow

Viktor Jerofejew ist besorgt wegen des zunehmenden Drucks auf Kulturschaffende in seinem Land. Mit dem Vorgehen der Justiz gegen Serebrennikow sei der liberalen Intelligenz «der Krieg erklärt worden», sagte der russische Autor der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. Wenn das so weitergehe, werde das schwerwiegende Folgen haben. Serebrennikow habe sich nichts vorzuwerfen, er stehe "auf Seiten der Klugheit, des Gewissens", sagte Jerofejew, Autor der Romane "Die Moskauer Schönheit" und "Der gute Stalin". Serebrennikow sei ein Opfer dieses Krieges. Hoffnung mache ihm nur, dass diesmal auch Künstler ihre Stimme erhoben hätten, die sonst eher mit der Staatsmacht zusammenarbeiteten und deren Meinung dem Kreml wichtig sei. Der international renommierte Theater- und Filmregisseur Serebrennikow steht seit August unter Hausarrest. Gegen ihn wird wegen angeblicher Unterschlagung von Staatsgeld ermittelt.

Mahnmal für Terroranschlag in Berlin entschieden

Mit Goldlegierung gefüllter Riss soll in Breidscheidplatz eingelassen werden

Für die Opfer des Terroranschlags auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wird am Jahrestag im Dezember ein Mahnmal enthüllt. Die Entscheidung einer Jury für einen der sieben eingereichten Vorschläge fiel am Dienstag, wie der Senat mitteilte. Der Entwurf des Stuttgarter Designerbüros Merz Merz sieht einen mit einer Goldlegierung aufgefüllten Riss auf dem Breitscheidplatz vor. Die Namen der Opfer und ihre Herkunftsländer sollen auf der Vorderseite der Stufen vor der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche stehen. Der Bau des Mahnmals soll schnell beginnen. Bei dem Anschlag tötete der tunesische Terrorist Anis Amri am 19. Dezember 2016 zwölf Menschen und verletzte mehr als 60.

J.J. Abrams übernimmt wieder Regie bei "Star Wars"

Regisseur Abrams ersetzt Colin Trevorrow, der kürzlich gekündigt hatte

J.J. Abrams übernimmt wieder die Regie bei einem Film der "Star Wars"-Reihe. Abrams werde Colin Trevorrow ersetzen, der als Drehbuchautor und Regisseur für die 2019 erscheinende "Episode IX" des Science-Fiction-Epos vergangene Woche hingeschmissen hatte, verkündete das Filmstudio Disney. Abrams hatte mit "Star Wars: Das Erwachen der Macht" der Kultreihe neues Leben eingehaucht. Der Film spielte 2015 mehr als zwei Milliarden Dollar ein. Abrams hatte damals gesagt, es werde sein einziger "Star Wars"-Film bleiben. "Episode IX" ist der dritte Film der mittlerweile bereits dritten "Star Wars"-Trilogie und soll im Mai 2019 in die Kinos kommen.

Streit um Affen-Selfie beigelegt

Tierrechtsorganisation und Fotograf haben sich geeinigt

Der Streit um das Urheberrecht eines Affen an seinem Selfie ist außergerichtlich mit einem Vergleich beigelegt worden. Das bestätigten die Tierrechtsorganisation Petra und der britische Naturfotograf David J. Slater. Der zweijährige Rechtsstreit drehte sich um Bilder, die ein Makake auf der indonesischen Insel Sulawesi 2011 von sich gemacht hatte. Der Affe Naruto drückte damals auf den Auslöser von Slaters Kamera. Slater vermarktete die Aufnahmen. Doch bald schon wurde angezweifelt, ob der Fotograf überhaupt die Rechte an den Bildern besitzt. Petra klagte 2015 im Namen des Affen erfolgreich auf die Bildrechte. Nach einer Erklärung beider Parteien wird Slater jetzt 25 Prozent seiner künftigen Einnahmen von den Selfie-Bildern gemeinnützigen Organisationen stiften, die sich für den Schutz von Affen in Indonesien einsetzen.

Centre Pompidou eröffnet in Shanghai 2019

Zusammenabeit mit chinesischen Behörden sei schwierig gewesen, so Museumsdirektor

Die seit mehreren Jahren diskutierte Zweigstelle des Centre Pompidou in Shanghai soll nun Anfang 2019 eröffnet werden. Das Projekt habe lange gebraucht, sagte heute der Direktor des Pariser Museums, Serge Lasvignes. Die Arbeit mit den zuständigen chinesischen Behörden sei nicht immer leicht gewesen, so Lasvignes. Schon 2010 war von einer Dependance in Shanghai die Rede gewesen. Die Zweigstelle wird in einen Teil des neuen "West Bund Art Museums" nach Plänen des britischen Stararchitekten David Chipperfield einziehen. Sie soll nach dem Beispiel der 2015 eröffneten Zweigstelle im spanischen Málaga zunächst auf eine Dauer von fünf Jahren mit Werken aus der Sammlung des Pariser Museums bespielt werden.

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