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Kulturnachrichten

Freitag, 18. Dezember 2015

Widerstand im Bundesrat gegen Kulturgutschutzgesetz

Die geplante Neuregelung war heute Thema in der Länderkammer.

Die von Kulturstaatsministerin Monika Grütters eingebrachte, umstrittene Novelle des Kulturgutschutzgesetzes ist im Bundesrat kritisiert worden. Grundsätzlich befürworten die Länder, dass Kulturgüter besser geschützt werden sollen. Aber der federführende Kulturausschuss der Länderkammer bemängelt, dass die Entscheidung über die Eintragung national wertvollen Kulturgutes einem Sachverständigenausschuss vorbehalten bliebe. Er fordert vielmehr, diese Kompetenz bei den obersten Landesbehörden anzusiedeln, heißt es in einer Stellungnahme. Der Rechtsausschuss des Bundesrats zweifelt grundlegend, dass das für Kultur und Medien zuständige Mitglied der Bundesregierung Rechtsverordnungen erlassen könne. Dazu ermächtigt seien nur Bundesminister oder Landesregierungen.

Internationaler Beethovenpreis für Aeham Ahmad

Der 27jährige Pianist spielte in den zerstörten Straßen von Jarmuk

Der syrisch-palästinensische Musiker Aeham Ahmad ist in der Bonner Kunsthalle mit dem ersten Internationalen Beethovenpreis geehrt worden. Aufgewachsen im Flüchtlingslager Jarmuk in Damaskus, studierte er in Syrien Musik. Nach der Zerstörung von Jarmuk schob er ein Klavier durch die Straßen und spielte für die Menschen. Er habe ihnen damit, hieß es in der Laudatio, "für einen Augenblick Würde zurückgegeben. Und damit zugleich etwas unendlich Wertvolles: nämlich Hoffnung". Nachdem sein Klavier von Milizen zerstört worden war, flüchtete Ahmad nach Deutschland. Seit September lebt er in einer Flüchtlingsunterkunft in Hessen. Der Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion ist eine Initiative der Wasmuth-Gesellschaft und dem Festival Junger Künstler Bayreuth. Getragen wird er von zahlreichen Musikern und Kulturgesellschaften. Deutschlandradio Kultur zeichnet die Veranstaltung auf und sendet das Konzert Sonntag, den 20. Dezember ab 21 Uhr.

"Mein Kampf": Lehrerverband fordert von KMK Lese-Empfehlungen

Schülern soll deutlich gemacht werden, was Adolf Hitlers "Mein Kampf" anrichten konnte

"Eine professionelle Behandlung von Textauszügen der kommentierten Ausgabe von Hitlers "Mein Kampf" im Unterricht kann ein wichtiger Beitrag zur Immunisierung Heranwachsender gegen politischen Extremismus sein", sagt der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus. Vor Erscheinen im Januar sieht er die Kultusministerkonferenz gefordert, "didaktisch-methodische Empfehlungen" abzugeben. Infrage kommt für Kraus die Behandlung der vom Institut für Zeitgeschichte (IfZ) kommentierten Edition für Schüler ab 16 Jahren. Diese Ausgabe müsse "den Schulen dann natürlich vorliegen", so Kraus im Deutschlandradio Kultur, "damit es nicht dem Zufall überlassen bleibt, ob eine Schule das behandelt oder nicht." Der Freistaat Bayern, Inhaber der Urheberrechte, hatte die Veröffentlichung der Propaganaschrift seit 1945 unterbunden. 70 Jahre nach Hitlers Tod sind sie erloschen. Die kommentierte Edition erscheint im Januar. Der Onlinehändler Amazon will die Erlöse für die kommentierte Edition gemeinnützigen Institutionen zukommen lassen, teilte ein Sprecher des Konzerns mit. Strafbar bleibt in Deutschland der Erwerb der nicht-kommentierten Ausgabe.

Sabine Kunst soll Präsidentin der Humboldt-Universität werden

Die Wahl ist für den 19. Januar geplant

Brandenburgs Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (SPD) soll neue Präsidentin der Berliner Humboldt-Universität werden. Das Kuratorium habe Kunst dem Uni-Konzil vorgeschlagen, so ein HU-Sprecher. Kunst werde am 12. Januar angehört, die Wahl sei eine Woche später geplant. Die Wissenschaftlerin hat in den Bereichen Umweltbiotechnologie, Bauingenieur- und Vermessungswesen sowie Politikwissenschaft promoviert. Von 2007 bis 2011 war die jetzt 60jährige Präsidentin der Universität Potsdam. Als erste Frau stand sie bis kurzzeitig frm Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) vor.

Goethe-Forscherin Dorothea Kuhn gestorben

Die Wissenschaftshistorikerin wurde 92 Jahre alt

Am 13. Dezember starb Dorothea Kuhn in Weimar. Das teilten Klassik Stiftung Weimar und Deutsches Literaturarchiv Marbach mit. Die in Halle an der Saale geborene Goethe-Forscherin studierte zuerst Chemie, später Biologie und promovierte 1952 in Mainz. Über die Beschäftigung mit der Symmetrie von Pflanzenkörpern fand sie zu Johann Wolfgang von Goethe. Für ihr Werk wurde Dorothea Kuhn mehrfach ausgezeichnet. 1962 begann sie im Deutschen Literaturarchiv Marbach. 1964 wurde sie Herausgeberin der Leopoldina-Ausgabe „Goethe –Die Schriften zur Naturwissenschaft“.

Jimmy Fallon kommt ins deutsche Fernsehen

Fallons Late Night Show wird ab Januar mit deutschen Untertiteln auf Einsfestival gezeigt

US-Moderator Jimmy Fallon (41) kommt mit seiner Late-Night-Show von Januar an ins deutsche Fernsehen. "The Tonight Show Starring Jimmy Fallon" wird montags bis freitags ab 23 Uhr im amerikanischen Original mit deutschen Untertiteln auf dem ARD-Digitalsender Einsfestival zu sehen sein. Berühmt ist die Show durch Fallons Aktionen mit seinen prominenten Gästen. So tanzte der Moderator mit Will Smith durch die Geschichte des Hip-Hop und spielte mit Adele auf Kinder-Instrumenten. Jimmy Fallon ist seit knapp zwei Jahren Gastgeber der Show beim US-Fernsehsender NBC. In Deutschland ist sie ab dem 26. Januar zu sehen.

Österreichischer Staatspreis für Übersetzer ins Griechische und Portugiesische

Der österreichische Kulturminister Josef Ostermayer freut sich besonders

Zum ersten Mal werden die beiden Staatspreise für Übersetzungen österreichischer Literatur ins Griechische und Brasilianische vergeben. Neben der Wienerin Michaela Prinzinger, die auch als "engagierte Vermittlerin der griechischen Kultur" geehrt wird, erhält den mit jeweils 8.000 Euro dotierten Preis der in Rio lebende Übersetzer Marcelo Backers. Die Jury betonte, dass für das Übersetzen von Literatur eine eigene schriftstellerische Begabung unumgänglich sei. Beide Preisträger besäßen "diese Begabung in reichem Maße". Die Verleihung der Staatspreise findet am 24. Juni 2016 in Klagenfurt statt.

Dietmar Schwarz an der Deutschen Oper Berlin verlängert

Das teilte die Senatskulturverwaltung mit

Dietmar Schwarz bleibt bis 2022 Chef der Deutschen Oper Berlin. Der Vertrag des 58jährigen wurde entsprechend verlängert. Auch der Vertrag des Geschäftsführenden Direktors Thomas Fehrle wurde erneuert. "Beide ergänzen sich in der Leitungsspitze der Deutschen Oper Berlin hervorragend", sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD). Sie hätten das Haus "durch kluge Programmplanung und umsichtige Geschäftsführung aus der künstlerischen und wirtschaftlichen Krise geführt".

Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzerin Anne Weber

Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt mit

Die in Paris lebende Schriftstellerin und Übersetzerin Anne Weber erhält den Johann-Heinrich-Voß-Preis. Die 51jährige könne "literarischen Texten, die mit allen Facetten der französischen Sprache und Kultur spielen, ein beeindruckendes Äquivalent im Deutschen geben", lobte die Jury. Sie habe den Autoren Georges Perros, Éric Chevillard und insbesondere Pierre Michon "eine unverwechselbare deutsche Stimme geschenkt". Den Friedrich-Gundolf-Preis für die Vermittlung deutscher Kultur im Ausland erhält der polnische Germanist Hubert Orlowski von der Universität in Posen. Der 78-jährige gestalte mit seinen Studien zur "Literatur im Dritten Reich" und zur deutsch-polnischen Stereotypengeschichte "den öffentlichen Deutschlanddiskurs wesentlich mit", heißt es. Orlowski gibt zudem seit 1996 die von ihm gegründete Buchreihe "Posener Deutsche Bibliothek" heraus. Die Preise werden auf der Frühjahrstagung der Akademie Ende April in Köthen verliehen.

Papst Franziskus spricht Mutter Teresa heilig

Papst bestätigt Heilswunder und wird Ordensgründerin 2016 heilig sprechen

Wie der Vatikan mitteilte, bestätigte Papst Franziskus am Vortag das dazu nötige Heilungswunder. Damit ist der Prozess zur Heiligsprechung der aus Albanien stammenden Ordensgründerin und Friedensnobelpreisträgerin 18 Jahre nach ihrem Tod abgeschlossen. Ihre Hilfe für die Armen in den Elendsvierteln des indischen Kalkutta machte Mutter Teresa (1910-1997) seit den 1970er Jahren weltberühmt. 1950 gründete sie den heutigen Orden "Missionarinnen der Nächstenliebe", der sich vor allem für Straßenkinder, Obdachlose, Arme und Kranke engagiert. Laut einem Bericht der italienischen Tageszeitung "Avvenire" findet die Heiligsprechung "aller Wahrscheinlichkeit nach" am 4. September statt. Dieses Datum hatten auch andere Medien bereits Mitte November genannt. Es ist der Sonntag vor dem 19. Jahrestag ihres Todes, am 5. September 1997. Bereits nach sechs Jahren wurde sie am 19. Oktober 2003 in einem der kürzesten Verfahren der Geschichte von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

Kermani beklagt Achtlosigkeit der christlichen Kirchen

Der Friedenspreisträger fragt sich, ob sich die Kirchen des "religiösen Erlebens schämten".

Der deutsch-iranische Schriftsteller Navid Kermani konstatiert eine "große Achtlosigkeit
der christlichen Kirchen - nicht nur gegenüber der Kunst, sondern auch gegenüber
der Literatur und der Musik". Das sagte er der Zeitschrift "Publik-Forum". Diese
Achtlosigkeit erlebe er sogar im Blick auf die eigene Verkündigung, auf die Sprache der Bibel und der Predigt sowie auf die ureigenen Rituale und Formen der Kirchen, erklärte der Friedenspreisträger 2015. Er frage sich, ob sich die Kirchen heute des religiösen Erlebens
schämten. Dieses habe nun mal mit Herzenstätigkeit zu tun, sei ein sinnlicher Vorgang, der offenbar durch Verständnis ersetzt werden solle. Damit werde jedoch Religion auf Theologie
reduziert, und der Gottesdienst werde zu einer Art politisch-ethischer Bildung. Die Theologie werde zwar weiter gebraucht, ebenso wie das politische Wirken der Kirchen. Aber das sei nicht alles und auch nicht das Ursächliche an der Religion.

Oskar Schlemmers letztes Wandbild jetzt in Stuttgart

Bauhaus-Künstler schuf das Bild 1940 für Stuttgarter Privathaus

Fast zehn Quadratmeter groß und eine halbe Tonne schwer: Das letzte Wandbild des Bauhaus-Künstlers Oskar Schlemmer (1888-1943) hängt jetzt in der Staatsgalerie Stuttgart. Nach einer Spendenaktion wurde das 2,20 mal 4,50 Meter große Werk mit dem Titel "Familie" für die Staatsgalerie erworben. Ein Großteil der Ankaufsumme von 1,95 Millionen Euro kam laut Staatsgalerie von der Museumsstiftung Baden-Württemberg und der Kulturstiftung der Länder.
Eine halbe Million Euro erbrachten rund 250 Spender, darunter Stuttgarter Unternehmen und Freunde des Museums. Schlemmer hatte das Wandbild 1940 für das Privathaus eines Verlegers in Stuttgart geschaffen, als er von den Nazis bereits als "entarteter Künstler" gebrandmarkt war. 1995 wurde es vor dem Abriss gerettet, befand sich seither in der Schweiz und kehrte zur Großen Landesausstellung "Oskar Schlemmer - Visionen einer neuen Welt" 2014 nach Stuttgart zurück. Das Kunstwerk hängt jetzt im Foyer der Alten Staatsgalerie.

Deutscher Film hat Chancen auf Oscar

"Im Labyrinth des Schweigens" ist Oscar-Kandidat in der Kategorie "nicht-englischsprachiger Film"

Die Oscar-Chancen für den deutschen Film "Im Labyrinth des Schweigens" haben sich erheblich vergrößert. Der Film von Regisseur Giulio Ricciarelli über die Frankfurter Auschwitz-Prozesse schaffte es am Donnerstag auf die «Shortlist» von insgesamt neun Kandidaten, wie die Oscar-Akademie im kalifornischen Beverly Hills mitteilte. 80 Länder hatten sich für 2016 um den Oscar in der Sparte "nicht-englischsprachiger Film" beworben. Neben Deutschland kamen unter anderem Frankreich ("Mustang"), Ungarn ("Son of Saul"), Finnland ("Die Kinder des Fechters") und Belgien ("Das brandneue Testament") in die Vorauswahl. Am 14. Januar gibt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences bekannt, welche fünf Filme in die Endauswahl kommen. Die Preisverleihung geht dann am 28.
Februar über die Bühne.

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