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Interview / Archiv | Beitrag vom 11.10.2016

Welt-Adipositas-TagWas hilft fettleibigen Kindern?

Susanna Wiegand im Gespräch mit André Hatting

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Ein übergewichtiges Mädchen stochert in seiner Nachspeise herum. (picture alliance / dpa / Markus Scholz)
Ein übergewichtiges Mädchen stochert in seiner Nachspeise herum. (picture alliance / dpa / Markus Scholz)

Adipositas entwickelt sich zur größten Herausforderung für das Gesundheitswesen weltweit. Betroffen sind auch viele Kinder. Was man gegen Fettleibigkeit im Kindesalter tun kann, erläutert Susanna Weigand, Leiterin des Therapieprogramms "Babeluga".

Weltweit sind 42 Millionen Kinder übergewichtig oder adipös. Auch in Deutschland leiden viele bereits im Kinder- und Jugendalter an Fettleibigkeit. Dies sei jedenfalls bei Kindern und Jugendlichen zu 50 Prozent genetisch bedingt, sagte die Kinderärztin Susanna Wiegand im Deutschlandradio Kultur.

Hohes Risiko für Kinder mit Migrationshintergrund

Von Adipositas besonders betroffen seien auch Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder mit einem niedrigen sozioökonomischen Status. Diese hätten ein etwa doppelt so hohes Risiko, bis zum Alter von 17 übergewichtig oder stark übergewichtig zu werden, so Wiegand weiter, die das Therapieprogramm "Babeluga" für übergewichtige Kinder und Jugendliche an der Berliner Charité leitet.

"Am Anfang steht erst einmal eine medizinische Diagnostik", betonte die Kinderärztin. Damit wolle man ausschließen, ob eine Hormonstörung der Grund der Fettleibigkeit sei. "Dann geht es auch schon an die gemeinsame Problemanalyse, und da sind eben alle Berufsgruppen des Teams beteiligt, das sind Ernährungstherapeuten, Psychologen, Physiotherapeuten."

Prävention nützt allen Kindern

Das oberste Ziel sei zunächst nicht unbedingt Abnehmen, sagte Wiegand. Wichtiger seien oft Dinge wie keinen Eistee mehr einzukaufen, Probleme in der Schule lösen oder einen Sportverein zu suchen. "Das sind Etappenziele, die natürlich dazu führen sollen, nicht weiter zuzunehmen, sich gesünder zu ernähren, mehr zu bewegen, Stresssituationen zu vermeiden."

In die Prävention eingebunden werden sollten auch Schulen und Kindergärten, mahnte Wiegend. Dort müsse darauf geachtet werden, dass die Kinder sich genügend bewegten und dass eine gesunde Schulverpflegung zur Verfügung gestellt werde. Das nütze letztlich allen Kindern. (uko)

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